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Hardware - DRM-Zwang für Razerprodukte?

Von Dustin Martin - News vom 11.11.2012, 15:04 Uhr
Hardware Screenshot

Die Webseite theorigin berichtet unter Verweis auf Foren-Beiträge und Kundenbewerungen über Rater-Produkte, welche ohne Internetverbindung und Zwangs-Account-Erstellung nicht ihren vollen Funktionsumfang entfalten.

Dass man bei PC-Spielen in den letzten jahren immer mehr an einen Account gebunden war, ist ziemlich klar und teils sogar logisch. Die Online-Plattformen Steam und Origin bieten Cloud-Dienste an, mit denen man als Kunde jederzeit auf seine Spiele Zugriff hat, wenngleich man hierfür eine bestehende Internetverbindung benötigt. Nun bietet der Hersteller Razer auch eine eigens entwickelte Cloud-Software für seine Tastaturen und Gaming-Mäuse an. Die Software übernimmt simple und typische Cloud-Funktionen, wie beispielsweise die Synchronisation der persönlichen Einstellungen. Allerdings scheint die Software nun stärker in die Funktionsbereiche Razers Hardware einzugreifen, als angenommen. Ein Nutzer aus dem Forum Overclock.net sagt folgendes über seine neu erworbene Razer Naga 2012:

"Ich habe mir gerade eine neue Naga 2012 Maus gekauft, die Software installiert und wurde direkt danach von einem Login-Bildschirm überrascht. Es gibt keine Möglichkeit, daran vorbeizukommen, um mit der Software die Maus zu konfigurieren, Optionen einzustellen, die Sensitivität zu verändern, Makros, etc.. Also erstelle ich einen Account und versuche, mich einzuloggen. Nichts. Mehrere Versuche, immer noch nichts. Ich mache neue Accounts mit verschiedenen Email-Adressen und es funktioniert immer noch nicht.
Schlussendlich rufe ich Razer an, welche mir erzählen, dass der Server offline ist und ich kann die Maus nicht nutzen, bis dieser wieder verfügbar ist. Somit kann ich nur eine Standard Plug & Play-Maus bis dahin nutzen. Ich frage nach einer anderen Möglichkeit, die Maus offline zu nutzen und man sagt mir, dass es keine gibt. Die Maus soll offenbar auch offline funktionieren, wenn sie einmal aktiviert wurde, aber sie muss dafür vorher mein Profil hochladen und meinen Account aktivieren - ohne verfügbaren Server nicht möglich. Ich frage also einen Vorgesetzten, ob dies stimmt und frage erneut, ob es eine Möglichkeit gibt, die Maus offline zu nutzen. Er entschuldigte sich, dass es keine Möglichkeit gibt und sagt mir, dass das Call Center schließt, nur um dann aufzulegen. Ich bin schockiert darüber, dass Razer glaubt, dies seinen Kunden antun zu können. Nirgendwo auf der Verpackung steht, dass man eine Internetverbindung benötigt, um eine Maus zu "aktivieren". Wenn die Server in Zukunft offline gehen, dann steht jeder im Regen."

Besteht die Internetverbindung nicht oder wurde voher kein Offline-Modus für die Maus oder Tastatur (!) eingerichtet, so kann der Käufer keine erweiterten Funktionen nutzen. Auch wenn die Firewall die Kommunikation zwischen Synapse und den Servern verhindert, werden die Funktionen deaktiviert. Darüberhinaus gibt es bei Synapse sogar noch Kinderkrankeiten, die Kundenbewertungen werfen kein gutes Licht auf die Bedienung und die Installationsroutine:

"Die Razer Synapse-Software lässt sich leicht herunterladen, aber frustrierend nutzen. Das Konzept ist toll: Lade Synapse herunter und erstelle kostenlos einen Razer-Account, dann stelle deine Peripherie ein und die Server von Razer speichern dies automatisch, sodass du quasi deine Hardware mitnehmen kannst und einfach nur noch Synapse runterladen musst, um deine eigenen Einstellungen überall zu nutzen. In der Praxis ist Synapse aber langsam und hat eine schlechte Bedienung.
Das Frustrierendste von allem ist aber, dass Synapse Schwierigkeiten hat, Razer-Peripherie zu erkennen. Als ich "DeathStalker Ultimate" getestet habe, musste ich Synapse dreimal an verschiedenen PCs installieren und hatte jedes Mal Probleme damit, die Software zu überzeugen, dass ich unser Review-Keyboard angeschlossen hatte. Ich konnte das Problem jedees Mal lösen, indem, ich entweder den PC neu gestartet habe oder aber die Software neu installierte, aber es bereitete mir Kopfschmerzen. Lustig. All dieser Ärger für eine "nahtlose Erfahrung"."

Min-Liang von Razer äußert sich zu den Problemen mit der Hardware wie folgend:

"Wir haben unseren Onboard-Speicher für Gamingmäuse vor vielen Jahren erfunden und nannten ihn Synapse, um Spielern ihre Profile überall mitzugeben. Wie auch immer, wir haben realisiert, dass wir immer mehr Speicher einbauen mussten, um mehr Platz zu bieten - und das resultierte in höhere Preise für Spieler. Dann entwickelten wir Synapse 2.0, wo wir fast unendlich viel Platz für Profile, Makros, etc. in der Cloud anbieten konnten und nicht von physischem Speicher zurückgehalten wurden.
Wir wollten es vermeiden, die Preise für Spieler für mehr Speicher zu erhöhen (Denkt darüber, als hättet ihr die Wahl, größere und größere Festplatten kaufen zu müssen, oder aber die Dinge in der Cloud zu speichern) und können so auch einen besseren Service für unsere User bieten. Synapse 2.0 ist kein DRM. Unsere Produkte funktionieren perfekt ohne Synapse 2.0. Synapse 2.0 bietet ZUSÄTZLICHE Funktionen [...] was der Entfernung von Funktionen widerspricht (was DRM darstellt).
Wir wissen, dass Spieler ihre Hardware ohne Online-Zwang nutzen wollen und darum hat Synapse 2.0 einen OFFLINE-Modus. Man muss sich Registrieren, einen Account erstellen, die Anfangseinstellungen speichern und wenn man möchte, kann man dann die ganze Zeit im Offline-Modus bleiben, ohne Online gehen zu müssen. Ich weiß, dass wir Probleme mit dem Aktivierungsserver hatten und wir gehen sicher, dass das nicht wieder vorkommt."

Es wird außerdem auf den Verkaufsverpackungen nicht darauf hingewiesen, dass man an die Einrichtung eines Accounts gebunden ist. Auch bleibt abzuwarten, ob dort noch juristische Folgen auf Razer zukommen werden. Es handelt sich hierbei wohl um den ersten Fall einer Zwangskopplung eines Accounts an eine Maus oder Tastatur.

Die Mäuse von Razer werden an einen Online-Account gebunden. Ist dies nicht der Fall, werden die zusätzlichen Funktionen des Eingabegeräts deaktiviert.

Den vollständigen Bericht findet man auf der Webseite von theorigin.

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