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Games - Gamer können aufatmen - Christian Pfeiffer tritt zurück

Von Christian Liebert - News vom 27.03.2015, 11:15 Uhr
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Nach rund 30 Jahren tritt Christian Pfeiffer als Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) zurück. Der 71-jährige ist für seine harten Thesen über Gewalt in der Gesellschaft bekannt und machte sich vor allem bei Gamern unbeliebt.

Videospiele verwandeln die Jugend in gewissenlose Mörder, haben ein drogenähnliches Suchtpotenzial und nehmen unseren Kindern ihr Geld weg. Kaum eine Debatte oder ein Bericht kommt ohne die Studien des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) aus. Unter Spielern hingegen sorgen diese Themen oft für Verständnislosigkeit. Die Recherche ist nachlässig, die Beispiele aus dem Zusammenhang gerissen und die Ergebnisse in vielen Fällen schlicht als populistisch einzustufen. Der Name Christian Pfeiffer ist mittlerweile ein Beispiel für den vorurteilsbehafteten Umgang unserer Gesellschaft mit dem immer erfolgreicher werdenden Medium „Games“.

Der 71-jährige hatte bisher beim KFN das Amt des Direktors inne und war für seine Art und Schlussfolgerungen berüchtigt. Aber auch außerhalb der Videospielwelt ist er bekannt. So unterstellte er der Erziehung in den DDR-Kindergärten, rechtsradikales Verhalten zu fördern. Sehr starke Kritik erhielt er auch für den Fall des Jungen Joseph Kantelberg-Abdullah, der in einer sächsischen Kleinstadt ums Leben kam. Pfeiffer attestierte die Glaubwürdigkeit an den Aussagen der Mutter, die behauptete, dass er im öffentlichen Schwimmbad einer „Hinrichtung“ durch Rechtsextreme zum Opfer fiel. Einige große Medien, darunter auch die BILD, übernahmen ein Interview mit Pfeiffer zu diesem Thema ohne eigene Recherche und lösten eine heftige Kontroverse aus. Wenig später stellte sich heraus, dass Pfeiffer sich geirrt hatte.

Spiele wie Grand Theft Auto (GTA) hätte Christian Pfeiffer gerne verboten und auch World of Warcraft war ihm immer ein Dorn im Auge. Er gilt als einer der härtesten Kritiker an digitalen Unterhaltungsmedien, was ihm natürlich unter Gamern mehr als unbeliebt machte. Nicht selten waren seine Aussagen eine Grundlage für öffentliche Debatten und trugen dazu bei, dass sich der Begriff „Killerspiele“ etablierte.

Aber nicht nur Negatives gibt es zu berichten. So schreibt Spiegel Online: „Mit einer penetranten Rastlosigkeit hob er in den vergangenen Jahrzehnten Themen auf die Agenda, die sonst wohl deutlich weniger Gehör gefunden hätten: Gewalt in der Familie, Übergriffe in Gefängnissen, Opferschutz.“. In der nächsten Zeit will Pfeiffer in den USA forschen, um die dortige Erziehung zu verbessern.

Nach 30 Jahren im Amt gibt Christian Pfeiffer seinen Posten als Direktor des KFN nun ab. Seinen Schreibtisch will er aber behalten und ein Buch veröffentlichen. Als Gaming-Magazin hoffen wir natürlich, dass seine Nachfolge offener mit dem Thema Videospiele umgeht und es einen frischen Wind in der Gesellschaft gibt. Vielleicht kann man dann „Killerspiele“ auch endlich zu den Akten legen.

Bildquellen: taz.de / dpa

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