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Blog - Steam stellt Betrieb ein, alle Spiele gehen verloren

Von Wladislav Sidorov - News vom 03.02.2018, 18:00 Uhr
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Glückwunsch - Du hast als einer der Wenigen nicht nur die Überschrift gelesen und direkt einen wütenden, fröhlichen oder traurigen Kommentar abgegeben. Im Internet ist es nicht mehr selbstverständlich, sich mit einem Thema zu beschäftigen, bevor man seine Meinung kund gibt. Aber warum ist das eigentlich so?

Nein, natürlich stellt Steam seinen Betrieb nicht ein. Nein, natürlich gehen eure Spiele nicht verloren. Wenn du über Google zu uns gefunden hast, entschuldigen wir uns schon jetzt dafür.

Überschriften sind so eine Sache. Sie sollen den Inhalt so prägnant und kompakt wie möglich widerspiegeln und gleichzeitig einen Anreiz zum Lesen geben. Doch nicht immer ist der Leser dazu bereit, dies auch zu tun - besonders gefährlich wird das bei Überschriften, die gezielt irreführend gestaltet sind. Egal, was man publiziert, grundsätzlich ist jeder einzelne Satz meinungsbildend - und das kann gefährlich sein. Wer schnell durch die Timeline scrollt, eine besonders interessante Headline sieht, aber keine Zeit zum Lesen hat, wird möglicherweise trotzdem einen Kommentar abgeben: Das ist schrecklich! Was ein Scheiß! Die sind doch bescheuert! Ich wusste es schon immer!

Eine Überschrift kann nie den gesamten Kontext abbilden, auch nicht auf Facebook oder Twitter. Ein Thema muss immer mit diesem verbunden sein, denn nur so kann die gesamte Wahrheit abgebildet werden. Die Kunst der Betitelung ist ein Problem, dem sich viele Medien stellen müssen - gerade in sozialen Netzwerken.

Meinungsbildung beim ersten Kontakt

Das Internet bietet uns unendliche Möglichkeiten, unserer Meinung freien Lauf zu lassen. Es ist ein unbegrenztes, unfassbar mächtiges Kommunikationswerkzeug, das nicht nur Positives, sondern auch Negatives bewirken kann. Unternehmen, Regierungen und Privatpersonen nutzen das Netz, um falsche oder zumindest nicht ganz richtige Informationen zu verbreiten und eine Meinung unter besonders anfälligen Konsumenten zu bilden. Die Auswirkungen spüren wir besonders zu Zeiten des Wahlkampfs, denn hier werden Kandidaten und Parteien gezielt in ein schlechtes oder überaus positives Licht gerückt, von allen Seiten des politischen Spektrums.

Die Meinungsbildung findet auch bei unseren Lesern bereits dann statt, wenn sie zum ersten Mal auf einen Artikel stoßen. Täglich finden wir Kommentare, bei denen es offensichtlich ist, dass sie sich mit dem Thema nicht beschäftigen wollten. Es werden Nachfragen gestellt, für die Antworten bereits im ersten Absatz gegeben sind, Aussagen getätigt, die am Ende des Artikels widerlegt werden. Meistens antworten wir darauf, korrigieren die Person, weisen sie auf den Inhalt hin oder löschen den Kommentar einfach. Es ist nicht unsere Aufgabe, irreführende Informationen und Meinungsäußerungen einfach stehen zu lassen, sondern die Fakten offenzulegen. Das gelingt auch uns nicht immer vollständig, unser Anspruch ist es trotzdem.

Bei besonders kontroversen Themen steigt die Anzahl der völlig unerklärlichen Aktivitäten schnell an: Freunde werden verlinkt, der Artikel wird geteilt, ein Kommentar abgegeben - obwohl man den Inhalt noch gar nicht erfasst hat oder das gar nicht erst vorhat. Wir hatten letztens einen Artikel zur Debatte um im Graumarkt aktive Keystores, die in der gesamten Brache umstritten sind. Bereits im dritten Absatz wird erklärt, warum das so ist - interessiert hat es nur wenige. Sie hätten erfahren können: Wieso, weshalb, warum, wer und wie. Stattdessen bildeten sie sich anhand der völlig neutralen Überschrift eine Meinung, sahen, dass ein von ihnen genutzter Dienst kritisiert wird und gaben direkt einen beschützenden Kommentar ab. Mehrere Stunden verbrachten wir damit, die Aussagen mit Zitaten aus dem Artikel zu widerlegen oder in einen anderen Kontext zu stellen. Vielen war das egal.

So schnell wie nie zuvor, so schwierig wie nie zuvor

Die Schnelllebigkeit des Internets trägt maßgeblich dazu bei: Noch nie bekamen wir so viele Informationen auf einmal präsentiert, vor allem nicht in einem derart zügigen Tempo. Es ist nahezu unmöglich, alles mitzubekommen und zu lesen - das Interesse für reine Informationen, wenig Textflut, tl;dr und „kann mir jemand schnell zusammenfassen, worum es da geht“ steigt immer weiter. Der Markt für journalistische Relevanz, ausführliche Hintergrundinformationen und lange Essays sinkt hingegen. Der Internetnutzer will Unterhaltung, keine Information - während erstere einfach nur konsumiert werden kann, muss man bei letzterer nachdenken und reflektieren. Wenn die nächste Meldung bereits auf einen wartet, ist dafür zu wenig Zeit. Der natürliche Drang des Menschen, dennoch seine Meinung abzugeben, bleibt aber.

Und so kommt es dazu, dass jemand einen Kommentar abgibt, den Bezug dazu aber nicht einmal kennt. Sicherlich, das tun nicht alle - der Großteil unserer Leser befasst sich zunächst mit dem Artikel und dafür bedanken wir uns auch. Vor allem für Kritik, Anregungen und Hinweise, die wir selbst gar nicht im Blick hatten. Das hilft uns bei der Arbeit und ermöglicht euch besseren Content. Leider spürt man das Negative immer stärker als alles Positive dieser Welt. Man kann uns noch so viele gute Seiten zeigen, eine einzige schlechte versaut einem den Tag.

Wie sollten wir also damit umgehen? Eine gesamte „Wall of Text“ in die Überschrift zu packen ist definitiv keine Lösung, so viel können wir sagen. Den Inhalt der Artikel wollen wir nicht verändern, vielleicht aber etwas kompakter fassen. Möglichst viele Informationen, wenig Blabla. Und eines: Weiter in den Kommentaren bei falschen und irreführenden Aussagen aufklären.

Hinweis: Wir haben den Artikel einer anderen Produktkategorie zugeordnet, nachdem wir das erreicht haben, was wir wollten - dafür sorgen, dass nicht nur die Überschrift gelesen wird. Leider sind so auch alle Kommentare verschwunden. Alle bisherigen Kommentare findet ihr hier.

Steam stellt Betrieb ein

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