PlayNation Test Marvel's Guardians of the Galaxy: The Telltale Series

Marvel's Guardians of the Galaxy: The Telltale Series - Ein Mixtape voller Bandsalat

Von Yannick Arnon - Test vom 28.11.2017 - 11:21 Uhr
Marvel's Guardians of the Galaxy: The Telltale Series Screenshot

Nicht so viel Coolness wie in der Vorlage

Bereits im Hauptmenü ist eine sehr smarte Entscheidung von Telltale Games zu hören, man hat diverse reale Songs aus den Siebzigern für das Spiel lizenziert. Die Titel bilden den "Rad Mix", ein Mixtape, das Peter Quill von seiner verstorbenen Mutter als Andenken behalten hat. Unter anderem sind Interpreten wie die Buzzcocks, Queen und Electric Light Orchestra in der Playlist vertreten.

Auch die Titel der Episoden und Achievements sind Hommages an Songs aus dieser musikalischen Ära. In der Story werden die Songs stimmig eingesetzt und tragen zur Atmosphäre bei. Zugleich machen sie deutlich, wie monoton und uninspiriert die Eigenkompositionen des Spiels daher kommen. Keine der Melodien will so recht im Kopf bleiben oder weckt in irgendeiner Form Assoziationen zu den Guardians of the Galaxy.

Insgesamt nehmen sich Telltales Episoden mehr Zeit, um den Protagonisten eine dritte Dimension zu verleihen, zu großen Teilen in Form von Flashbacks. Ihr durchlebt Szenen aus der Kindheit von Peter Quill mit seiner Mutter oder seht mit an, warum aus Rocket ein zynischer Kotzbrocken geworden ist.

An Bord der Milano könnt ihr selbst die Stereoanlage einschalten, um euch so richtig wie Star-Lord zu fühlen. Leider gibt es nur einen Song pro Episode zu hören und "Why Can't I Touch It?" wird in Dauerschleife wegen der Stimme des jungen Pete Shelley zur Belastungsprobe.

Nehmt euch die Zeit und lest euch im Cockpit der Milano die Mails durch, die Star-Lord bekommen hat. Mit diversen Easter Eggs und lustig verfassten Nachrichten werdet ihr für eure Neugier belohnt. Dafür wirken alle anderen Locations fast schon steril mit ihren wenigen Interaktionsmöglichkeiten, ihr werdet geradezu von einer Szene zur nächsten gescheucht.

Typisch für Telltale ist auch Guardians of the Galaxy eine technische Katastrophe. Ständige Bildruckler, kantige Modelle und ungelenke Animationen überraschen auch im Marvel-Kosmos wenig. Dank der Sprint-Taste kann Star-Lord mit doppelter Geschwindigkeit über den Bildschirm watscheln. Grafisch bekommt ihr nichts zu sehen, was nicht auch die Xbox 360 zu leisten imstande gewesen wäre. Trotzdem röhrt eure Hardware während des Spielens auf, wie die Turbine eines startenden Flugzeugs, selbst mit runter gesetzten Grafik-Einstellungen.

Über die fünf Episoden gab es nur einen Bug, der bis zur Veröffentlichung des Patches ein weiteres Vorankommen unmöglich machte. Das wird an dieser Stelle großzügigerweise als Pluspunkt für das Spiel gewertet. Trotzdem hat man mittlerweile mit den interaktiven Stories den technischen wie spielerischen Stillstand erreicht und wenn nicht bald ein paar Innovationen folgen, katapultiert sich Telltale Games ins Abseits. PlayNation wird sich daran erinnern.

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