PlayNation Vorschau Dirty Bomb

Dirty Bomb - Lohnt sich der kostenlose Online-Shooter?

Von Christian Liebert - Vorschau vom 30.03.2015 - 17:31 Uhr
Dirty Bomb Screenshot

Vor einigen Tagen waren wir zu Besuch in London und durften dort im Rahmen eines Anspiel-Events einen Blick auf Nexons neuen Online-Shooter Dirty Bomb werfen. Hinter dem interessanten Namen verbirgt sich ein spaßiges Spielprinzip, das seit Kurzem auch als Closed Beta mit Early-Access auf Steam bereitsteht. Aber lohnen sich die rund 20 Euro für den Frühzugang? Wir haben den Playtest mit gemischten Gefühlen verlassen. Warum Dirty Bomb Spaß machen kann und wo wir aktuell noch ins Grübeln kommen erzählen wir euch jetzt.

Der Traum vom kostenlosen Onlinegeballer

Um mal ehrlich zu sein: Wenn man auf der Suche nach einer bequemen Alternative zu Call of Duty und Konsorten ist, dann wird man auf Steam schnell fündig. Eigentlich findet man ja mittlerweile zu allem ein Gratisäquivalent. Mit Dirty Bomb versucht sich Nexon nun erneut (neben Combat Arms, War Rock und Counter-Strike Nexon: Zombies) an einem weiteren Shooter und setzt dabei auf einige frische Ideen. Entwickler des Ganzen ist das in UK ansässige Unternehmen Splash Damage (u.A. Brink und Batman: Arkham Origins).

Auf den ersten Blick denkt man bei der schnellen Ballerei und den abgefahrenen Klassen direkt an eine Mischung aus eben genanntem Call of Duty und Team Fortress 2 und so ganz weit hergeholt ist dieser Vergleich auch nicht, denn mixt man noch Counter-Strike: Global Offensive mit in den Cocktail, dann entsteht daraus das, was Dirty Bomb ist - oder eben auch gerne sein will.

Wir langweilen euch jetzt nicht mit uninteressanten Phrasen, denn jeder dürfte wohl wissen, wie ein Online-Shooter funktioniert. Daher kommen wir gleich zu den spannenden Punkten, nämlich zu der Frage, was Dirty Bomb nun von seinen Kollegen unterscheidet bzw. was der Kerninhalt des Titels ist.

In Dirty Bomb treten ganz typisch zwei Teams gegeneinander an und müssen diverse Kartenziele erreichen. Dazu haben wir große und kleine Maschinengewehre, diverse Schrotflinten oder Präzisionsgewehre, allerhand Granaten, einen Bombenwerfer sowie ein Kampfmesser zur Verfügung. Mal zerstören wir dabei eine Wand, dann reparieren wir einen Panzerwagen oder platzieren eine Bombe. Letzteres kennen wir so natürlich schon aus Counter-Strike, die anderen Dinge haben einen gewissen Hauch von frischem Wind. So gilt es nämlich nicht nur ein Objective zu erfüllen, sondern eine ganze Reihe davon abzuarbeiten, um eben am Ende die Runde für sich zu gewinnen. Dabei muss das jeweils andere Team natürlich alles daran liegen, dies zu verhindern.

Wird entweder das Ziel oder eine gewisse Zeit erreicht, wechseln wir die Seiten und müssen versuchen, dass unsere Kontrahenten schlechter abschneiden als wir. Hat es Team A also nur über die erste Wand geschafft, bevor die Runde zu Ende war, muss Team B dies toppen, damit sie den finalen Sieg nach Hause tragen. Das ist dann recht spannend und motiviert sogar. Zusätzlich dazu gibt es noch eine persönliche Wertung, je nach Abschüssen und Supportaktivitäten.

Neben offensiven Superschützen stehen nämlich auch Hintergrundkämpfer zur Verfügung, deren Aufgabe es eben ist, sich um das Wohl der Truppe zu kümmern. Generell legt Dirty Bomb sehr viel Wert auf Zusammenspiel. „Don't be a Dick“ nennen die Entwickler das. So haben wir zum Beispiel eine recht knackige Respawn-Zeit, wenn wir abgeschossen wurden. Solange wir aber am Boden liegen und der Gegner uns nicht den „Gnadenschuss“ gibt, können unsere Teamkollegen zur Tat schreiten - wenn sie es denn tun. Wer alleine herumläuft, ist schnell Kugelfutter, daher gilt: absprechen und zusammenbleiben.

An Klassen steht uns eine mannigfache Auswahl an verschiedenen Schützen zur Verfügung, die über das typische Setup eines beliebigen Shooters hinausgehen - was uns sehr gefällt. So gibt es quasi für jeden Geschmack etwas und jeder Typ hat seine eigene Spezialfähigkeit, Waffenauswahl und Perks. Dazu kommt ein Upgradesystem, das leider nicht ganz kritiklos an uns vorbeiging. Mittels Karten, die wir aus so genannten „Cases“ für das Absolvieren von Matches erhalten, können wir unsere Mercs in weiteren Versionen auswürfeln. Dabei verändern sich ihre Werte, Waffen und Talente. Das Problem dabei ist allerdings, dass dieses System sehr zufallsbedingt ausfällt, was in Anbetracht der möglichen Boni sehr unschön ist.

So passierte es in unserem Testlauf, dass wir mal vier und mal nur einen Perk erhalten haben - ein ziemlich großer Unterschied, der sich eben auch auf das Gameplay auswirkt. Wirklich beeinflussen kann man diesen Prozess dabei nicht. Zwar erhalten wir die Karten ausschließlich in zufälligen Qualitätsstufen, doch eine Silberkarte muss unter Umständen nicht zwingend besser ausfallen als eine Bronzekarte. Wer hier noch nachlegen will, kann seine hart erkämpfte Ingame-Währung für weitere Cases ausgeben.

Aber natürlich könnt ihr auch echtes Geld in die Hand nehmen, bisher aber nur, um damit Mercs freizuschalten. Wie auch schon bei League of Legends oder Heroes of the Storm stehen euch nämlich nicht alle Kämpfer von Anfang an zur Verfügung. Entweder wartet ihr also darauf, dass euer Favorit in der wöchentlichen Auswahl dabei ist, oder ihr greift eben zur Kreditkarte. Je nachdem wie sich das noch verändert, scheint dieses Konzept recht fair zu werden. Ein deutlicher Pluspunkt, wenn man sich den restlichen Markt so anschaut.

Etwas motzen müssen wir dafür leider über die Grafik, die zwar auf den ersten Blick recht modern wirkt, dann aber schnell nachlässt, wenn man sich die Maps mal genau anschaut. Zwar geht das Shootern recht gut von der Hand und der nicht-lineare Aufbau mit vielen taktischen Möglichkeiten fördert den Spielspaß, dafür merkt man natürlich wieder, dass auch ältere PCs in der Lage sein sollen, Dirty Bomb zu stämmen. Daher gibt es also haufenweise Matschtexturen und Polygonarmut. Da sah so mancher Titel vor sechs Jahren schon wesentlich besser aus. Wer also auf Highendgrafik steht, bekommt hier wohl einen halben Herzinfarkt, wobei die Spielgrafik natürlich grundlegend genügt.

Dafür brauchen wir uns nicht umständlicherweise einen Account anlegen, da Dirty Bomb via Steam erscheint, direkt auf unser Profil zugreift und wir so ohne Hürden loslegen können. Derzeit steht das Spiel in der Closed Beta zur Verfügung, die natürlich auf ein Early-Access-Modell zurückgreift. Für knapp 20 Euro könnt ihr bereits jetzt mit dem Spielen beginnen, später wird Dirty Bomb dann als Free2Play-Game angeboten. Wer also noch etwas warten kann, sollte dies auch tun oder sein Glück versuchen, einen kostenlosen Platz in der Beta zu ergattern, die Nexon zufällig verteilt.

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