PlayNation Vorschau Scrolls

Scrolls - Das schwere Minecraft-Erbe?

Von Thomas Wallus - Vorschau vom 22.10.2012 - 13:11 Uhr
Scrolls Screenshot

Mit der Geburt des Indie-Titels Minecraft haben sich die Entwickler des schwedischen Studios Mojang und insbesondere Schöpfer Markus Persson die ideale, erfolgreiche Basis für einen steilen Aufstieg in der Spieleindustrie geschaffen – und das bewusst, ohne sich zu den professionalisierten Global Players der Branche zu zählen. Kein Wunder, ließen es die Stockholmer doch bisher aus, sich um einen Beweis ihrer Vielfalt zu bemühen. Diese ausbleibenden Bemühungen finden spätestens aber mit der Veröffentlichung des Taktik-Titels Scrolls ihr Ende. Interessanterweise ist es recht still um das etwas ausgefeiltere Kartenspiel geworden. Zu allem Übel profitiert zudem neben Minecraft auch noch vor allem 0x10c vom Notch-Hype und so scheint es, als bliebe Scrolls trotz des begonnenen Alpha-Status ein wenig auf der Strecke. Zurecht? Wir beleuchten die Features des nur scheinbaren Minecraft-Erben.

Rückkehr einer Jahre alten Vision

So offensichtlich der Gedanke auch aufkeimt: Scrolls ist nicht als das Spiel konzipiert worden, das auf Minecraft folgen soll. Daher sind auch sämtliche Maßstäbe, die den Erfolg von Scrolls an dem der Klötzchen-Welten messen, etwas weit hergeholt. Schließlich verloren Markus Persson und Jakob Porsér, heute Game Developer bei Mojang, schon vor mehr als sechs Jahren ihre Gedanken an ihre Neuauflage des Sammelkarten-Genres. Dass man Scrolls nicht schon früher wie heute für PC, Mac, geschweige denn Android und iOS entwickeln konnte, lag damals wohl vorrangig an den fehlenden finanziellen Mitteln. Gegenwärtig hingegen bleibt verständlicherweise viel Raum für die Umsetzung aller kreativen Einfälle. Von absolutem Hochmut ist allerdings keine Spur. Ganz auf dem Teppich geblieben, wägt Mojang rational das Mögliche und Schwierige ab und erteilte so etwa schon früh der Umsetzung Scrolls‘ als nicht-virtuelles Sammelkartenspiel eine vorzeitige Absage.

Kartenspiel trifft Schachbrett

Den nun Enttäuschten lässt sich zumindest versichern, dass die Distanz zu einer solchen Umsetzung wohl begründet ist. Letztlich spricht dieser Umstand nämlich auch dafür, dass Scrolls auf Rechnern, Tablets oder Handys umso komplexer im Hinblick auf die Spielmechaniken ausfällt. Aufatmen also unter denen, die sich ohnehin nur eine ordentliche PC-Version wünschen.

Wunderhübscher Comic-Stil: Scrolls geht einen ganz anderen Weg als Minecraft - nicht nur spielerisch.

Wie genau aber gestaltet sich das Spielprinzip von Scrolls, das in diesem Punkt einen derart vielschichtigen Eindruck weckt? Ehe man hierbei seine Aufmerksamkeit der selbstverständlich umfangreichen Sammelkarten-Komponente widmet, lohnt sich ein Blick auf den Bestimmungsort der Scrolls, die im strengen Sinne auch gar keine Karten, sondern Schriftrollen – und damit bestimmend für den Namen – sind. Ausgetragen werden die ausschließlichen 1vs1-Begegnungen nämlich nicht etwa wie bei der gemütlichen Kneipenrunde am Tisch, sondern auf einer Art Schachbrett. Der Ort des Geschehens teilt sich in zwei Bereiche, die je aus drei Reihen mit jeweils fünf Sechsecken bestehen, wobei ein Abschnitt ausnahmslos einem der Spieler zugeschrieben wird. In eben diesem 3x5-Feld kommen während des Spielverlaufs die eigenen Karten zum Einsatz, indem die beschriebenen Wesen quasi ins Leben gerufen werden. Eure Karte beschreibt einen furchtlosen Ritter? Dann erscheint auch eben dieser und sichert sich eines eurer 15 Sechsecke.

Das Kartendeck: Sieg oder Niederlage?

Trotz dass sich Scrolls im Fantasy-Setting positioniert, ist das Beispiel des furchtlosen Ritters doch noch recht traditionell gewählt und wird somit der tatsächlichen Vielfalt an Karten nicht gerecht. Denn die begehrenswerten Scrolls halten neben allerlei Lebewesen auch Komponenten wie Belagerungswaffen, Zauber oder Verzauberungen bereit. Das wiederum lässt bereits erahnen, dass ohne die richtige Nutzung der Synergieeffekte zwischen den Karten ein Sieg nur auf Basis eines glücklichen Zufalls wahrscheinlich ist. Taktische Überlegungen sind also schon bei der Zusammenstellung des eigenen Decks unabdingbar. Wer glaubt, sich allein durch die Nutzung der angriffsstärksten Kreaturen einen Vorteil verschaffen zu können, der fehlt allein deswegen, weil man sich manchmal mit dem Durchschnitt zufriedengeben muss. Scrolls unterscheiden sich nämlich nicht nur im Hinblick auf ihre Wirkung, sondern auch durch ihren Seltenheitsgrad. Ehe eine seltene Karte ergattert wird, können gerne zahlreiche gewöhnliche oder schwache Scrolls dazwischen kommen.

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