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Nintendo - Der Mann, die Legende und sein Erbe

Von Yannick Arnon - Special vom 14.07.2015 - 00:00 Uhr
Nintendo Screenshot

Am Samstag verstarb Satoru Iwata, der CEO von Nintendo of Japan und Nintendo of America. Iwata-san erlag er im Alter von 55 Jahren seinem Krebsleiden, nachdem er im vergangenen Jahr seine Erkrankung öffentlich machte. Mit ihm geht eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Spielebranche verloren, mit diesem Artikel wollen wir seine Verdienste würdigen und unseren Dank aussprechen.

Revolution durch Innovation

Ich erinnere mich noch genau, wie ich Satoru Iwata zum ersten Mal bewusst wahrgenommen habe. Es war ein Artikel in einer Spielezeitschrift zur E3 2005, in der Iwata-san das damals noch brandneue System "Revolution" vorstellte. Eine kompakte schwarze Konsole, kaum größer als drei aufeinander gestapelte DVD-Hüllen. Den Controller wollte man noch nicht präsentieren, da man befürchtete, dass die Konkurrenz die zugrundeliegenden Konzepte kopieren könnte. Während Microsoft und Sony mit Xbox 360 bzw. PlayStation 3 die technischen Muskeln spielen ließen, wirkte die Revolution wie ein von Beginn an zum Scheitern verurteiltes Unterfangen. Mit einem fast schon süffisanten Unterton wurde in dem Artikel die vergleichsweise schwache Hardware bemängelt, in der damals aktuellen Konsolengeneration kam der GameCube nur als Dritter hinter PlayStation 2 und Xbox ins Ziel. Doch spätestens als in TV-Spots Jung und Alt beim gemeinsamen Bowling in Wii Sports zu sehen waren, hielt die Konsole Einzug in gefühlt jedes vierte Wohnzimmer. Auf einmal wurde Gaming als Hobby ein ganzes Stück massenkompatibler und gerade in Deutschland, wo Gaming noch für breite Teile der Öffentlichkeit als Brutstätte für potentielle Amokläufer galt, eröffnete sich ein neuer Blickwinkel auf die Industrie. Die Revolution war geglückt.

Satoru Iwata fällte bewusst die Entscheidung, mit der Wii neue Zielgruppen zu erschließen anstatt sich auf ein Wettrüsten mit Microsoft und Sony einzulassen. Ein Schritt, der sich sowohl mit der Wii als auch mit dem Nintendo DS bezahlt machen sollte. Als Nintendo nach Einführung der Wii U rote Zahlen zu schreiben begann, verzichtete Iwata-san auf die Hälfte seines Gehalts, damit als Ausgleich keine Arbeitsplätze gestrichen werden mussten. Eine solche Entscheidung dürften nur die wenigsten CEOs in derselben Situation treffen. Überhaupt fühlte sich Iwata-san seit jeher seinen Kunden gegenüber verbunden, was man in zahlreichen seiner Direct-Präsentationen spürbar merken konnte. Ganz egal, ob er sich einen Kampf mit Reginald "Reggie" Fils-Aime à la Super Smash Bros. lieferte, als Muppet Teil des Star Fox-Teams wurde oder den Zuschauer am Ende einer Sendung mit den Worten: "Before you go, please take a look." mit einem neuen Trailer überraschte. Der Draht zu den Zockern war wichtiger denn je. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger, dem leider 2013 verstorbenen Hiroshi Yamauchi, war Satoru Iwata selbst leidenschaftlicher Gamer und programmierte bereits während seines Studiums erste Spielchen auf einem Taschenrechner. Auf der Game Developers Conference 2005 wurde er in einer Keynote-Rede wie folgt zitiert: "Auf meiner Visitenkarte steht, dass ich Firmenchef bin. Im Geiste bin ich Spieleentwickler. Doch im Herzen fühle ich mich als Gamer."

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