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WildStar - Der Free2Play-Teufel liegt im Detail

Von Christian Liebert - Special vom 29.05.2015 - 16:03 Uhr
WildStar Screenshot

Gestern wurde es öffentlich: Auch WildStar schafft die Pflicht der monatlichen Gebühren ab und setzt auf ein Free2Play-Modell. Auf die Frage, warum man nicht dem Vorbild von Guild Wars 2 folgen wolle und auf Buy2Play setzt, antwortete man uns, dass man vor allem neue Spieler generieren will. Und die bekommt man eben nicht, wenn es eine Zugangsbeschränkung in Form eines Kaufpreises gibt. Natürlich kündigt man an, dass das Spiel komplett kostenlos wird und Premium-Spieler nur ein paar Vorteile haben werden. Doch wenn man genau hinschaut, erkennt man sehr viele Unterschiede zwischen den beiden Versionen.

Ein Online-Rollenspiel wie WildStar auf Free2Play umzustellen, ist schon eine Sache für sich. Da sitzt den Entwicklern sicher die Angst im Nacken, dass die Community aufschreit und davonläuft. Auch der immerwährende böse Zeigefinger auf Pay2Win, also der Verkauf von spielerischen Vorteilen, ist eine Last. Aber Carbine Studios verkündete mit Stolz, dass das ganze Spiel kostenlos werde und Spieler alle wichtigen Inhalte ohne monatliche Gebühren oder Kaufpreis genießen können. Ein paar Unterschiede gibt es aber doch und wir zeigen sie euch.

Die Kaufversion ist immer besser

Die Vorteilsmitgliedschaft geht schon damit los, ob ihr eine Ladenversion des MMOs besitzt oder euch einen kostenlosen Account erstellt habt. Letzterer kommt nämlich nur mit zwei Charakterslots, zwei Bankfächern, vier Kostümplätze und 2000 Slots für Housing-Deko daher. Habt ihr aber eine gekaufte Version von WildStar und nutzt diese ebenso ohne monatliche Gebühren, stockt ihr einiges auf. So erhaltet ihr dann ganze 12 Charakterslots, fünf Fächer auf der Bank, sechs Kostümplätze und 4000 Slots für Housing-Deko. Ein ziemlicher Unterschied.

Solltet ihr ein Free2Play-Spieler sein, der erst nach der Umstellung auf das kostenlose Modell angefangen hat, und kein Interesse daran haben, eine WildStar-Kopie aus dem Restbestand zu erwerben, bleibt euch nur der Griff zum Premium-Account, um mehr Slots und Platz zu bekommen.

Premium macht alles besser, größer und schneller

Was ist eigentlich drin, im Premium-Account, der weiterhin für monatliche Gebühren gekauft werden muss? Laut Pressemeldung mehr Erfahrungspunkte, eine höhere Drop-Chance, mehr Bankfächer, Charakterslots und Dekoplätze. Ausreichend „mehr“ fürs Geld? Nein, denn ein Blick in den offiziellen F.A.Q.-Artikel verrät noch weitere Boni.

So dürfen Premium-Spieler 30 Kaufangebote und Verkäufe im Auktionshaus sowie an der Handelswarenbörse aktiv haben, während Gratis-Spieler auf jeweils 3 limitiert sind. Auch bei den Zirkeln müssen kostenlose Accounts zurückstecken. So können diese nicht in einen Zirkel einladen oder einen erstellen. Sie können auch nur in einem Zirkel, anstatt 5 (Premium-Vorteil), Mitglied sein. Das Gleiche gilt auch für Gilden und Kriegstrupps.

Ebenso interessant wird es beim Support: So haben Premium-Spieler bei den Tickets Vorrang vor kostenlosen Accounts und werden dementsprechend schneller bedient. Einen Zutritt zum öffentlichen Testserver (dem PTR) haben Gratis-Spieler leider auch nicht. Accounts mit Premium-Status genießen sogar zusätzliche Priorität bei den Server-Warteschlangen.

Im Gegensatz zu Premium müssen kostenlose Accounts eine Stunde auf die „Hier wiederbelebt werden“-Funktion warten. Wer monatlich bezahlt, braucht nur 30 Minuten abklingen lassen.

Ein weiterer starker Vorteil findet sich in den prozentualen Boni wieder. So erhalten alle Premium-Spieler dauerhaft 25 Prozent auf Erfahrungspunkte, 50 Prozent auf Ansehen durch Kämpfe, 25 Prozent Ansehen durch Quests, 25 Prozent auf Zahlungsmittel, 10 Prozent Bonuschance auf Materialien, 10 Prozent Zielradius beim abgestimmten Anfertigen und 15 Prozent weniger Überladungsrisiko bei der Platinen-Fertigung.

Für immer kostenlos?

Ebenso ist dem F.A.Q. Zu entnehmen, dass zukünftige Inhaltsupdates oder Erweiterungen nicht zwingend ins Free2Play-Schema fallen und daher ihren Content für Euro verkaufen könnten. Daraus lässt sich schließen, dass die Entwickler hier einen ähnlichen Weg wie ZeniMax Online bei The Elder Scrolls Online gehen könnte und sagt: Das Grundspiel ist kostenlos, alles Weitere kostet dann wieder Geld.

Fazit: Ist der Premium-Account beim Free2Play-Modell ein Teufelswerk?

Natürlich muss vorweggesagt werden, dass WildStar, zumindest so wie es jetzt ist, nach der Umstellung großflächig kostenlos gespielt werden kann. Durch das Fehlen von typischen Free2Play-Fallen wie zum Beispiel der Ausrüstungsverbesserung kann hier schon von einem fairen Deal gesprochen werden. Im Vergleich mit vielen anderen Titeln ist die Free2Play-Variante von WildStar also definitiv in Ordnung. Allerdings ist auch klar zu erkennen, dass NCSoft und Carbine Studios an wichtigen Punkten einschneiden, damit Vielspieler, die WildStar intensiv genießen wollen, schneller zum Premium-Account greifen, um keinen Restriktionen zu unterliegen. Gerade die Einschnitte bei Gilden, Zirkeln und Kriegstrupps sowie im Auktionshaus und der Handelsbörse sind enorm und verhindern bei ambitionierten Spielern schon so manchen Langzeitspaß.

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