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Nosgoth - Actionreich und fair - unser Kurztest

Von Christian Liebert - Test vom 17.03.2015 - 19:08 Uhr
Nosgoth Screenshot

Mit dem düsteren Multiplayer-Titel Nosgoth wagt sich Square Enix in Free2Play-Gefilde und schickt Menschen und Vampire gegeneinander in die Schlacht. Entwickelt wird der Spaß von Psyonix, die in der Vergangenheit vor allem für ihre Mitarbeit an Unreal Tournament 2004 bekannt wurden. Das kostenlose Onlinespiel ist über Steam verfügbar und konnte in ersten Durchläufen überzeugen. Warum ihr euch in die Welt von Nosgoth stürzen solltet, verraten wir im Kurztest.

Was ist "Nosgoth"?

Auch wenn er vielleicht so klingt, so ganz willkürlich ist der Name „Nosgoth“ bei Weitem nicht gewählt. Allerdings könnten vor allem jüngere Zocker Probleme mit der Assoziation haben. Nosgoth ist die Fantasy-Welt der Legacy of Kain Spieleserie, die vor allem in den 1990ern bekannt war und mit „Soul Reaver“ ihren berühmtesten Ableger hatte. Das könnte zwar Platz für eine ausufernde Story bieten, doch Nosgoth liegt nur ein kleines bisschen Hintergrundhandlung zugrunde.

Nach Jahren in der Tyrannei haben sich die Menschen erhoben und wollen ihre Sklavenketten sprengen. Das gefällt den Vampiren, die in Nosgoth die Herrscher der Welt sind, natürlich ganz und gar nicht und so kommt es zu erbitterten Kämpfen. Da die Blutsauger aber wesentlich stärker als die Menschen sind, mussten die sich wiederum ein paar Kniffe einfallen lassen, wie sie Kains Brut in die Knie zwingen können.

Hauptaugenmerk: Die Dynamik

So ergibt sich das Hauptmerkmal des Spiels: Beide Fraktionen spielen sich komplett unterschiedlich. Grundlegend gehen wir mit Teams von jeweils vier Spielern aufs Feld und fetzen uns in zwei Spielmodi, wobei vor allem Team Deathmatch hier den Ton angibt. Doch während die Menschen eher flink daherkommen und auf Fernkampf via Bogen und Sprengkörper setzen, sind Vampire starke Nahkämpfer, können an Wänden emporklettern und sogar fliegen.

Dabei stehen jeweils fünf Klassen mit unterschiedlichen Spezialisierungen bereit. Jüngst bekamen die Menschen den Vanguard, einen mächtigen Schildträger, und die Vampire den Beschwörer, der seinem Namen alle Ehre macht, spendiert. Alle Charaktere spielen sich komplett individuell und ihre Vielfältigkeit ist vor allem aus taktischen Gründen wichtig, denn Nosgoth ist kein Spiel für Einzelgänger. Wer blind losrennt, stirbt einen frühen Heldentod, bevor er überhaupt seinen ersten Angriff platzieren kann.

Der Itemshop ist fair

Nach jeder Runde gibt es Gold und Erfahrungspunkte, die ihr dazu einsetzt, euren Charakter weiterzuentwickeln. Im Shop von Nosgoth könnt ihr dafür allerhand Dinge wie Skills, Ausrüstung, Kostüme oder Boosts kaufen. Dabei folgen die Entwickler aber dem Beispiel von League of Legends und machen so gut wie alle Extras und Aufwertungen per Gold bezahlbar. Wer allerdings ein paar Euro investieren will, kann alles auch mit der Shopwährung bezahlen. Ebenso gibt es einige Prestigegegenstände exklusiv für Echtgeld, die aber auf das Spiel keinen Einfluss nehmen.

Neulinge freuen sich über den Spielmodus „New Recruit“, bei dem Anfänger bis Level 15 zusammengemischt werden, was gerade für Einsteiger angenehmer ist. Jedes Match besteht aus zwei Runden, von denen ihr jeweils eine als Vampir und eine als Mensch spielt. Gewechselt wird nach dem Ende der Halbzeit automatisch, eure Punkte werden zum Schluss zusammengerechnet.

Was sagt die Grafik?

Optisch überzeugt Nosgoth durch seine düstere Atmosphäre und durch die Verwendung der Unreal 3 Engine, die dem Spiel zwar kein topaktuelles Aussehen, aber dennoch eine gute Grafik spendiert, die jeder Mittelklasse-PC stemmen kann. Auch in Sachen Sound gibt es ordentlich etwas auf die Ohren, obwohl Nosgoth jetzt nicht gerade einen kinoreifen Soundtrack hinlegt. Dafür überzeugen die Geräuschkulisse und die gelungene Untermalung. Für ein kostenloses Spiel ist das schon ziemlich viel wert.

Alles super? Natürlich nicht!

Aber gänzlich ohne zu meckern verlassen wir unseren Testlauf nicht: Nosgoth ist gut, aber nicht perfekt. Die Balance ist etwas gewöhnungsbedürftig, da die Vampire zu Beginn sehr überstark wirken, wenn man mit dem Fernkampf der Menschen und der Steuerung derer noch nicht so zurechtkommt. Die heftigen Nahkampfangriffe sorgen bei Anfängern schon für eine wahre Killorgie. Erst später pendelt sich die Stärke der beiden Fraktionen auf ein verträgliches Maß ein. In Sachen Abwechslung überschüttet sich Nosgoth ebenso nicht übermäßig mit Ruhm: Die Kartenauswahl ist spärlich und es gibt effektiv nur zwei Spielmodi. Da müssen die Entwickler unbedingt für Nachschub sorgen.

In Zukunft soll das Spiel um weitere Klassen und Maps erweitert werden. Nosgoth ist bereits erschienen und kann kostenlos via Steam heruntergeladen werden.

Unser Fazit

Nosgoth ist gut, aber nicht über alle Zweifel erhaben. Das Setting gefällt und auch die Dynamik zwischen den beiden Fraktionen ist sehr gelungen. Der Einstieg ins Spielgeschehen funktioniert fast reibungslos und schnell feiert man erste Erfolge – wenngleich die Blutsauger am Anfang etwas stärker wirken. Zwar lahmt Nosgoth auf die Dauer in Sachen Abwechslung bei den Maps und Spielmodi, dafür spielt sich jede Partie anders, je nachdem welche Klasse man gerade zur Hand nimmt. Für einen kostenlosen Titel zeigt sich Nosgoth schon sehr gut und kommt mit einem gekonnten Item-Shop daher. Ein ideales Spielchen für zwischendurch, vor allem in der Gruppe mit Freunden. Allerdings könnte es Probleme mit der Langzeitmotivation geben, je nachdem, wie Psyonix sein Baby erweitert.

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