PlayNation Artikel The Elder Scrolls Online

The Elder Scrolls Online - Rettet Tamriel Unlimited das MMO?

Von Christian Liebert - Kolumne vom 09.03.2015 - 14:01 Uhr
The Elder Scrolls Online Screenshot

Ab dem 17. März stellen Bethesda und ZeniMax Online die Finanzierung auf ein neues Konzept um: Buy-2-Play. Das bedeutet, dass alle Spieler ab diesem Tag nicht mehr dazu verpflichtet sind, ein monatliches Abo abzuschließen, um The Elder Scrolls Online zu zocken. Mit diesem Schritt möchten die Entwickler den sinkenden Spielerzahlen entgegenwirken und eine der wohl größten Barrieren brechen, die Interessenten aktuell davon abhalten, einen Blick in das Onlinespiel zur bekanten RPG-Serie zu werfen. Tamriel Unlimited scheint für alle ein Vorteil, doch was verbirgt sich hinter diesem Konzept?

Ihr habt es ja alle gewusst!

Es lässt sich nicht verleugnen: Dass The Elder Scrolls Online nicht der Megaerfolg wird, den sich viele, darunter auch wir, versprochen haben, war schon sehr früh abzusehen. Trotz hammermäßigem Start wurde schnell klar, dass es viele Hürden gibt, die potenzielle Fans abschrecken. Allen voran die Pay-Wall - das Abomodell. Obwohl MMOs wie Final Fantasy XIV und World of Warcraft trotz der monatlichen Kosten erfolgreich sind, ist diese Form der Monetarisierung vielen Zockern immer noch ein Dorn im Auge. Auch wenn man nur seinen Gratismonat ausprobieren wollte, musste man zuvor Kontoinformationen für ein laufendes Abo hinterlassen. Das sorgte für einige Entrüstung.

Aber auch spielerisch lief nicht alles glatt. Wer typische MMOs gewohnt war, kam sich in der groß angelegten Spielwelt eher verloren vor und die Armee der Skyrim-Fans vermisste etliche Merkmale, die man an den Offline-Rollenspielen sehr schätzte. Egal wie man es drehte und wendete, immer wieder gab es Kritik, die die Aussicht auf Langzeiterfolg schmälerte. Schon kurze Zeit nach dem Release war die Luft raus und der „Hype“ verblasste. Trotz hochgelobter Grundlage durch den Millionenhit Skyrim.

Dabei ist TESO natürlich nicht das erste MMO, das diesen Weg ging. Schon Der Herr der Ringe Online, Star Wars: The Old Republic und Star Trek Online konnten trotz starkem Namen nicht die Erwartungen des Publishers erfüllen. Und exakt diese Enttäuschung führt auch bei The Elder Scrolls Online nun zum Rundumschlag: Weg mit den monatlichen Gebühren, Schluss mit der Pay-Wall.

Die bessere Wahl

Zum Glück trat aber nicht das ein, was viele schon zum Release beschworen haben: TESO wird nicht Free2Play. Zwar verzichtet man auf die monatlichen Gebühren, doch orientiert man sich dabei eher an The Secret World, das dieses Schicksal schon vor über einem Jahr erlitt. Der Kaufpreis bleibt bestehen - ein freier Zugang für jedermann bleibt also aus. Und das ist auch gut so, denn wenn wir mal ehrlich sind, zeigen sich die meisten kostenlosen MMOs nicht gerade von ihrer besten Seite. Straft mich vorurteilsbehaftet, aber man sieht deutlich den Unterschied zwischen einer Community, die für ihr Spiel bezahlen wollte und Spielern, die es sich einfach nur heruntergeladen haben.

Gerade intensive Rollenspiele wie The Elder Scrolls leben ja von der Hingabe ihrer Fans zur Spielwelt, den Charakteren und der Geschichte. Da sind Rick-Hax0r und UberP4WnPaul wohl eher fehl am Platz. Es macht einfach keinen Spaß, wenn ein episches Spielgefühl dadurch unterbrochen wird, dass ein paar Halbstarke ihr vulgäres Mageninneres im Chat erbrechen oder ihre imaginären Muskeln tanzen lassen. Die Voraussetzung, sich das MMO dennoch kaufen zu müssen, damit man es danach kostenlos spielen kann, dient hier als idealer Filter, damit man auf Gleichgesinnte trifft, welche die eigene Freude an TESO teilen.

Dennoch stehen fortlaufende Kosten an

Was The Elder Scrolls Online: Tamriel Unlimited aber zum Beispiel von einem Guild Wars 2 unterscheidet, ist der Umstand, dass zukünftig eben doch noch Kosten anfallen. Zwar wird die im März erscheinende Umstellung das bis dato existierende MMORPG für jeden Spieler ohne Extrakosten zur Verfügung stellen, aber danach erscheinende Content-Erweiterungen sind davon nicht betroffen. Wer also auch nach dem Ende der Hauptgeschichte neue Abenteuer erleben, frische Quests abarbeiten und kommende Dungeons durchqueren möchte, muss sich diese im DLC-Format zulegen. Wie teuer diese sein werden, ist aktuell noch unbekannt.

Optimal wäre es da, trotzdem wieder auf ein monatliches Abo zu setzen. Dieses Konzept läuft nämlich auch weiter und bekommt jetzt lediglich einen neuen Namen: ESO Plus. Wer hier Mitglied ist, erhält alle DLCs kostenlos und dazu noch einen monatlichen Festbetrag für den Item-Shop. Dort können Spieler dann mit der neuen Währung „Kronen“ bezahlen, die es nur im Tausch gegen Echtgeld gibt. Wer kein ESO-Plus-Mitglied ist, hat dort die Möglichkeit, die DLCs zu erwerben und damit eben zukünftige Inhalte freizuschalten.

Einen ziemlichen Haken gibt es bei ESO Plus aber: Wer seine Mitgliedschaft kündigt, verliert auch den Zugang zu den Download-Inhalten und müsste diese ebenso gegen Kronen kaufen, um sie weiter spielen zu können. Allerdings behaltet ihr alle Gegenstände und Kronen, die ihr im Verlauf eurer Mitgliedschaft aus den DLC-Inhalten erarbeitet habt.

WEITER ZU SEITE 2

SEITENAUSWAHL

KOMMENTARE

News zu Steam

LESE JETZTSteam - Valve räumt auf - Fast 90.000 Banns!