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World of Warcraft - Erinnerungen: The Burning Crusade

Von Christian Liebert - Special vom 15.12.2014 - 18:03 Uhr
World of Warcraft Screenshot

Im dritten Teil unserer Zeitreise betreten wir das Dunkle Portal und begeben uns in eine Welt, die einst unter dem Namen „Draenor“ bekannt war, bevor sie von Ner’zhul, dem ersten Lichkönig, durch eine unkontrollierbare Magie in Stücke gerissen wurde. Die Rede ist natürlich von der Scherbenwelt in „The Burning Crusade“, der ersten Erweiterung des Kult-MMOs World of Warcraft, die nicht ohne Grund noch heute von vielen Fans als der Höhepunkt der Spieleserie angesehen wird. Erfahrt daher in den nächsten Absätzen alles Wesentliche, was die Erweiterung unvergessen werden ließ.

„Ihr wisst nicht, was euch erwartet!“

Unter diesem Motto enthüllte Blizzard die erste Erweiterung von World of Warcraft - The Burning Crusade - auf der BlizzCon 2005. Rund 7,5 Millionen aktive Spieler begeisterte das MMORPG seiner Zeit und hatte bereits den Rang als Genre-König inne. Wie auch schon in der Beta von Vanilla waren die Plätze im Test von TBC heiß umkämpft. Einladungen schickte Blizzard nur vereinzelt heraus und so wurden die Keys, die man benötigte, schnell zu einem gefragten Gut auf eBay. Bis zu 500 Euro konnte man damals locker bekommen, wenn man seinen Code zum Verkauf freigab. Das war zwar nicht wirklich erlaubt, aber Blizzard konnte auch nicht großflächig durchgreifen.

„Ihr wisst nicht, was euch erwartet!“ - das war nicht nur ein Schlachtruf, sondern auch ein Stück weit Realität. Immerhin stimmte es ja, denn niemand wusste, wie es nun mit World of Warcraft weitergehen würde. Man war sich nur einig: Die Erweiterung würde das bisherige Spielen für immer verändern.

Mitternachtsverkauf der Hölle

Unsere Zeitreise beginnt an einem verregneten Dienstag, um genau zu sein am 16. Januar 2007. Es war nicht irgendein Dienstag, sondern die Geburtsstunde von The Burning Crusade. Natürlich wollte man als Fan der Serie unbedingt pünktlich um 0 Uhr durch das dunkle Portal schreiten, wäre da nicht ein Haken:

Damals gab es noch keine Digital-Verkäufe und wer TBC spielen wollte, der brauchte zuvor einen Key. Der Client wurde schon Wochen zuvor auf Version 2.0 upgedatet, aber es fehlte eben noch die Zugangsberechtigung und die bekam man nur im Spielehandel seines Vertrauens. Media Markt und Co. reagierten natürlich und setzen großzügig Mitternachtsverkäufe an, was gleich zum ersten Highlight des Add-ons führte: der Zerstörungswut der Spieler!

Rund drei Millionen Fans stürmten in jener Nacht die Geschäfte und schnell stellten diese fest, dass sie gar nicht genügend Kopien parat hatten. Tausende Menschen um Mitternacht vor einem Store? Solche Zustände kannte man bisher höchstens bei Harry Potter, Star Wars oder Konzertkarten für die Rolling Stones.

So endete dieses nächtliche Ereignis nicht selten mit zerstörten Türen, kaputten Inneneinrichtungen, Verletzungen und Schwächeanfällen. Für kurze Zeit war die Erweiterung sogar ausverkauft. Traurige Bekanntheit erlangte damals ein Bericht von GIGA Games über die Zustände in Köln.

Eine neue Welt, die zum Questen einlädt - wenn es denn geht..

Viele Spieler waren sich bei der Enthüllung der ersten Erweiterung unsicher, was sie zukünftig erwarten würde, da Blizzard mit Burning Crusade einen völlig neuen, unbekannten Kontinent einführte und zudem einen Stilbruch durchführte: Die Scherbenwelt vereinte klassische Fantasy-Merkmale mit Elementen, die an Science-Fiction erinnerten. Konnten Raumschiffe, Biokuppeln und Unterwasserstädte mit dem Urspiel in Einklang gebracht werden? Doch selbst die letzten Zweifel waren verflogen, als man durch das dunkle Portal auf die Höllfeuerhalbinsel gelangte und einer gigantischen Armee der brennenden Legion gegenüberstand.

Wer aber gehofft hatte, gleich zu Beginn der Erweiterung ausgiebig zu questen, wurde eines Besseren belehrt. Da es damals noch kein Phasing gab, landeten alle Spieler in der gleichen Zone. Ebenfalls erlaubte sich Blizzard den Designschnitzer, die Quests auf dem üblichen Niveau zu halten, was die Menge an nötigen Gegnern und ihre Population anging. Soll heißen: Alle Spieler mussten die gleiche Quest erledigen und dafür u.A. einen Dämon töten, den es nur zweimal auf der Karte gab. Damals galt noch das Recht des ersten Schlags und so dauerte es oft viele Minuten, bis man an der Reihe war. Zudem standen sich die beiden Fraktionsbasen (Ehrenfeste und Hordemar) praktisch gegenüber, und da man für eine Mission sogar ins Territorium des Feindes musste, gab es zu dem Queststress auch noch reichlich PvP-Prügel.

Generell war Blizzard damals noch nicht auf so eine Situation vorbereitet, was Spielern in den ersten Wochen viel Frust auf ihrem Weg bis Level 70 brachte.

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