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ArcheAge - Wir ziehen Bilanz: Was läuft falsch und was klappt gut?

Von Pierre Magel - Special vom 04.11.2014 - 16:49 Uhr

Seit dem 16. September ist das Sandbox-MMORPG ArcheAge offiziell online und hat seit den nun knapp zwei Monaten schon turbulente Zeiten hinter sich: Erst war es quasi nicht möglich, als Spieler an den massiven Warteschlangen vorbeizukommen, dann überschwemmten Botter und Hacker das Spiel und aktuell ist man von nicht eingehaltenen Versprechen seitens der Publisher verärgert. Warum ArcheAge trotz aller Schattenseiten ein tolles Erlebnis für Entdecker ist, das noch viele unveröffentlichte Inhalte auf Vorrat hat - wir zeigen es euch in unserem Zwischenfazit zum aktuellen Stand des Sandbox-MMORPGs. Viel Spaß!

Juhu, endlich spielen - oder auch nicht

In Südkorea und Russland ist ArcheAge schon lange in der MMORPG-Szene etabliert und so schaute man als europäischer Spieler regelmäßig neidisch rüber, wollte man doch auch endlich selbst in das Spiel steigen. Bereits die Closed Beta hinterließ einen tollen Eindruck und machte Lust auf mehr - nur kurze Zeit später erschien mit dem finalen Release eben jenes "mehr", dieses war aber nur extrem schwer zu erreichen. Trion Worlds hatte im Vorfeld angekündigt, dass man aus den Fehlern der anderen Publisher gelernt habe und die Serveranzahl zum Start sehr niedrig gehalten werde - leere Server killen reihenweise ambitionierte MMORPGs. Dass diese Strategie aber auch Kehrseiten hat, wurde schnell klar: Die ersten Tage und teilweise sogar Wochen war an ein vernünftiges Spielerlebnis absolut nicht zu denken, Warteschlangen mit mehreren tausend Spielern und daraus resultierende Wartezeiten von mehreren Stunden waren der bittere Alltag. Erst nach und nach trauten sich die Entwickler, neue Server zu veröffentlichen, die das Chaos ein wenig umverteilen sollten - mit Erfolg. Viele Frustmomente später war dieses Problem endgültig beseitigt und so ziemlich jeder Spieler konnte so viel und oft in die Welt von ArcheAge abtauchen, wie er mochte. Warteschlangen als Kinderkrankheit abstufen und weitermachen. Denn ist man erst einmal in ArcheAge eingeloggt, wartet auf uns Spieler ein wahres Sandbox-Fest - wenn man das möchte.

Sandbox-Freiheiten versus storylose Quest-Plagerei

Das Thema "Licht und Schatten" scheint sich durch das ganze MMORPG zu ziehen - wo man schaut, ArcheAge hat fantastische Ansätze, die wirklich Spaß machen und auf ganzer Linie überzeugen können, macht sie sich aber selbst damit kaputt, dass zu viele Baustellen und schwache Passagen den Gesamteindruck drüben. ArcheAge nimmt das Genre der Sandbox definitiv ernst und ist daher seit langem mal wieder gutes Futter für alle, die ihren eigenen Content erschaffen und viele Freiheiten genießen wollen. Egal ob man als gesetzloser Pirat die sieben Weltmeere unsicher machen will, seinen Lebensabend als bodenständiger Farmer und Hausbesitzer verbringen mag, lieber nach wilder PvP-Action mit allerlei bunten Möglichkeiten sucht oder auf der Insel Mirage mit den Autos um die Wette fährt - im Gegensatz zu klassischen Themepark-MMORPGs wird hier eine große Featurehülle mit viel Abwechslung geboten. Dafür kommt man bei den klassischen Disziplinen nicht aus dem altbackenen Einheitsbrei heraus und bietet uns Spielern leider nur 08/15-Grindquests, die sehr selten von lustigen Missionen mit guter Story unterbrochen werden. "Sammle oder töte X und bring es von A nach B" - ein Schema, welches wohl jeder MMORPG-Spieler mittlerweile in- und auswendig kennt. Schade! Hier wäre mehr Mut wirklich erfrischend gewesen und hätte vielleicht darüber hinwegsehen lassen, dass die allgemeine Story des Spiels, inklusive deren Erzählweise, definitiv kein Meisterwerk darstellt.

PvP und PvE - es sind kriegerische Zeiten

Ist einem das verhältnismäßig langweilige Grinding der Quests zu öde, dann kann man in ArcheAge jederzeit in die aufregende Welt des PvPs eintauchen und dort eine Menge Spaß haben. Es gibt zahlreiche Regionen, die zum offenen PvP einladen, fraktionsfremde Spieler sind generell in den Gebieten ab ungefähr Stufe 30 jederzeit angreifbar und besonders auf dem offenen Meer warten viele bemannte Spielerschiffe, die darauf brennen, euch einen Kanonenschuss zu verpassen. Will man nur ein kurzes Kräftemessen mit einem Freund oder wird von einem fremden Spieler herausgefordert, kann man ein Duell starten - dieses lässt den Verlierer nicht sterben, sondern wird beendet, sobald ein Partizipant eine gewisse Lebensgrenze zu unterschreiten droht. Ist einem das 1on1 zu wenig, bietet ArcheAge noch die Schlachtfelder, auf denen 5on5 gespielt wird und das Team, welches mehr Todesstöße erzielen konnte, gewinnt. Für Abwechslung ist also gesorgt und nicht wenige Spieler sehen im PvP den Hauptsinn von ArcheAge.

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