PlayNation Artikel ArcheAge

ArcheAge - Das Justizsystem - unfaire Willkür oder gerechte Strafe?

Von Pierre Magel - Special vom 30.10.2014 - 15:43 Uhr
ArcheAge Screenshot

Im Sandbox-MMORPG ArcheAge hat man genretypisch eine Menge Freiheiten, wie man seinen Alltag im Spiel verbringen will - dabei darf natürlich nicht die Möglichkeit fehlen, sich auch kriminell austoben zu können. Wir beleuchten das Justiz-System in ArcheAge genauer und beantworten die Frage, ob sich dahinter ein ausgeklügeltes System zur Sicherung der guten Sitte oder ein nutzloses Gameplay-Feature mit Langeweile-Garantie befindet.

Das Justizsystem im Überblick

Entwickler XL Games und Publisher Trion Worlds versprechen allen Spielern von ArcheAge, dass sie mit der Sandbox aus dem Spiel machen können, was immer sie wollen. Egal ob man ein friedliebender Häuslebauer mit grünem Daumen sein möchte oder doch lieber auf die wilde See hinaus will - ArcheAge erlaubt das. Doch wie es nunmal in einer selbstbestimmten Gesellschaft üblich ist, gibt es auch ingame Spieler, die ihre Freiheiten dazu nutzen, Straftaten zu begehen. ArcheAge unterscheidet hier grob gesagt zwischen leichteren Verbrechen wie einem Diebstahl und schwereren Delikten wie dem Mord eines friedlichen Spielers. War man böse, bedeutet das aber noch nicht direkt, dass man mit Konsequenzen zu rechnen hat - jedes Verbrechen hat eine gewisse Chance darauf, dass man Spuren wie Fußabdrücke oder Blutflecken hinterlässt. Diese müssen von Spielern gefunden und dann gemeldet werden, erst dann wartet das hohe Gericht auf einen. Wer nun aber NPC-Richter und öde Abläufe erwartet, der liegt falsch: In ArcheAge besteht ein Gericht aus fünf zufällig ausgewählten Spielern, die Fragen stellen, Leute beurteilen und letztendlich auch verurteilen können - je nachdem, wieviele der fünf Geschworenen für schuldig plädieren, fällt die Strafe länger oder kürzer aus. Und diese Strafen können es in sich haben! Je häufiger man angezeigt wurde und je mehr Straftaten man begangen hat, desto länger wird die Zeit im Gefängnis - mehrere Stunden können sich da schonmal sammeln und müssen dann online anwesend abgesessen werden; einfach offline warten bis man wieder ein freier Spieler ist, geht also nicht. Zwar ist es durchaus möglich, dass man aus dem Gefängnis ausbricht, das hat aber auch einige Nachteile - darauf gehen wir zu einem späteren Punkt ein.

Ich hab eine Pflanze gemobst - werde ich jetzt verurteilt?

Wegen eines geklauten Blümchens muss man nicht sofort mit dem Schlimmsten rechnen. Es besteht zwar eine Chance, dass man Spuren hinterlassen hat und angezeigt wird, so wirklich dramatisch ist das allerdings noch lange nicht. Erst, wenn man 50 der sogenannten Crime Points durch unterschiedliche Verbrechen gesammelt hat, wird die Lage langsam brenzlig. Ab sofort bedeutet jeder PvP-Tod nämlich, dass man vom Spiel gefragt wird, ob man sich dem Tribunal stellen oder lieber direkt ins Gefängnis gebracht werden will. Wählt man die zweite Variante, so wird eine durchschnittliche Strafzeit aus ähnlichen Fällen berechnet - geht man aber vor Gericht, so kann sich die Zeit sowohl positiv wie auch negativ verändern. Da man nicht weiß, welche fünf Spieler über einen urteilen, ist die Entscheidung immer mit einem Risiko verbunden, birgt aber auch einen tollen Anreiz für Rollenspieler.

Vor Gericht - die eiserne Hand der Gerechtigkeit. Oder?

Wo immer Menschen statt Computer eingesetzt werden, kann es zu Unregelmäßigkeiten oder Fehler kommen. Hat man viel Glück, dann erwischt man als Angeklagter vielleicht Richter, die mit einem in der eigenen Gilde sind und daher sofort auf "nicht schuldig" plädieren. Umgekehrt können sie auch aus verschiedensten Gründen dem Spieler negativ gegenüberstehen und dementsprechend härter urteilen - einigen Zahlen zufolge wird zwar meistens gerecht entschieden, Vorfälle dieser Art gibt es aber mehr als oft. Allerdings kann nicht jeder einfach zum Tribunal gehören, die Richtlinie sieht vor, dass nur Spieler mit Level 30 oder höher dafür zugelassen werden - hat man diese Grenze erreicht, kann man sich dafür anmelden und wird dann von Zeit zu Zeit zufällig für einen Fall berufen. Der Chat im Gerichtssaal ist dabei öffentlich und kann von allen Spielern gelesen werden, was mitunter dazu führt, dass sehr lustige Dialoge rund um einen Fall entstehen. Die Macht der Sandbox eben. Sind alle Phasen der Urteilsfindung abgeschlossen und jede Phase beendet, so kann der Beschuldigte am Ende ein letztes Statement abgeben - danach wird abgestimmt und im entsprechenden Fall eine Dauer der Strafe festgelegt. Ist man schuldig, so landet man dann im Gefängnis.

WEITER ZU SEITE 2

SEITENAUSWAHL

KOMMENTARE

News zu Saturn

LESE JETZTSaturn - Das sind die besten Schnäppchen in dieser Woche!