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Allgemein - Kritik am Turtle Beach Ear Force Z300

Von Christian Liebert - Special vom 21.01.2014 - 16:40 Uhr
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Es gibt so Headsets, da denkt man sich: „Oh Wunder, was mich da für ein tolles Gerätchen erwartet..“ und bekommt dann eine üble Backpfeife serviert. Das Ear Force Z300 von Turtle Beach ist so ein Gerät: Überteuert, technisch unausgereift und voller Macken. Damit ihr euch diese Klatsche aber spart und der Hersteller hier die Ohrfeige bekommt, verrate ich euch in diesem Testbericht, warum ihr euch das genannte Headset nicht kaufen solltet. Benutzt habe ich hierfür ein Testmuster mit Endverbraucher-Ausstattung, welches uns Turtle Beach selbst zur Verfügung gestellt hat. Sehr schade eigentlich, denn auf den ersten Blick hätte dieses Gerät eine Offenbarung werden können. Da uns die Möglichkeiten für einen Leistungstest fehlen, beschränke ich mich auf einen Nutzungsbericht.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Ich bin ja echt pingelig, was Hardware angeht - vor allem wenn es dabei um meine Lieblingskategorie Headsets geht. Als passionierter Musikhörer, Gamer und Let's Player brauche ich da schon ein ordentliches Gerät auf den Ohren. Das darf gerne auch ein paar Euro kosten, solange die Qualität stimmt. Daher habe ich mich also gefreut, als uns zu Testzwecken das Ear Force Z300 von Turtle Beach zur Verfügung gestellt wurde. Mit satten 210 Euro ist das Ding alles andere als ein Schnäppchen, doch die Liste der Features sollte diesen Umstand locker wettmachen – dachte ich jedenfalls. Fassen wir kurz zusammen: Das Ear Force Z300 ist ein für Gamer optimiertes Headset mit 7.1-Klang, das komplett kabellos über Bluetooth funktioniert. Die Akkulaufzeit soll laut Verpackung bis zu 15 Stunden betragen und die Mikrofon-Qualität überragend sein. Klingt cool? Oh ja, klingt echt cool. Allerdings gibt es hier einen gewaltigen Haken: Das Gerät hält nicht, was es verspricht.

Die Installation oder: „Willkommen im Low-Price-Segment“

Okay, ich habe es mir mittlerweile abgewöhnt mich darüber zu ärgern, wenn Hersteller keine Treiber oder Gerätesoftware mehr mitliefern. Selbiges hat man bei der Konkurrenz schließlich auch und immerhin verfügt ja irgendwie doch jeder über einen Internetanschluss. Also schnell auf die Homepage und den Treiber herunterladen. Die Verwunderung über die Größe von nur einem Megabyte erübrigt sich darin, dass es keine Software zum Headset gibt. Die Suche nach eben dieser bleibt ergebnislos und schnell kommt die Einsicht: Es gibt wirklich keine. Ein Blick in das „Handbuch“ (ein Faltblatt) zeigt, wie man das Gerät über die Windows-Soundeinstellungen aktiviert. Das war's.. Da bin ich ein Pedant, mit der Meinung, dass es gerade bei einem 7.1-Headset doch eine Software für Feintuning geben muss! Gerade weil die Einstellung über die Windows-Oberfläche supermühsam ist und eben nicht den Luxus bietet, den ich mir bei so einem Preis verspreche.

Alles an einem Fleck, aber leider sehr umständlich

In Sachen 7.1 bietet das Ear Force Z300 exakt drei Einstellmöglichkeiten: an/aus, ein Preset für Musik, ein Preset für Filme. Mehr kann man da nicht machen. Alle anderen Regler sind an den Ohrmuscheln des Headsets selbst und somit umständlich zu erreichen. Man ist also darauf angewiesen, wie ein Blindfisch an den Seiten des Geräts herumzufingern. Hier kann man dann unter anderem aus einem von vier vorgefertigten Gamesound-Einstellungen wählen (deren Unterschiede kaum erhörbar sind), den Bassboost ein- und ausschalten, den Mikro-Mute aktivieren, die Lautstärke des Mikro-Monitors (damit man sich selbst hört) regeln und in den Telefonmodus wechseln. Das Headset kann nämlich auch an jedes andere Bluetooth-Gerät simultan angeschlossen werden (z.B. Smartphone), damit ihr neben dem Zocken auch keine Anrufe mehr verpasst. Okay, die letztgenannte Funktion ist nicht übel, aber ansonsten überzeugt das Z300 nicht gerade durch Benutzerfreundlichkeit. Gerade am Anfang drückt man ständig dieselben Knöpfe. Dafür ist der Tragekomfort aber okay, hier kann man ausnahmsweise nicht meckern.

Umständlich ist auch der Betrieb mit dem Ladekabel. Natürlich muss das Headset auch mit Strom versorgt und in dieser Zeit stationär mit einem USB-Kabel an den PC angeschlossen werden. Leider fällt dieses extrem kurz aus und so sollte der Rechenknecht schon in unmittelbarer Nähe stehen, damit man sich nicht verbiegen muss oder sich angekettet vorkommt. Ein Schritt vom PC weg und man hängt buchstäblich fest an der Leine. Hier wäre ein Meterkabel bestimmt zweckmäßiger gewesen. Bei 210 Euro auch eine Selbstverständlichkeit, meiner Meinung nach.

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