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League of Legends - Daher lassen Riot Gier-Vorwürfe kotzen

Von Thomas Wallus - Special vom 01.01.2014 - 13:40 Uhr
League of Legends Screenshot

Dass der Silvesterabend oft mit langem Warten auf den eigentlichen Höhepunkt der Nacht verbunden ist, motiviert manchen Mitmenschen doch tatsächlich dazu, die langen Stunden vor Mitternacht mit Sinnvollem zu verbringen. Marc Merrill scheint eine dieser Persönlichkeiten zu sein. Wer ist Marc Merrill? Nun, eigentlich müsste sein Name im göttlichen Lichte über uns allen schweben, denn sein Unternehmergeist hat die Welt der Onlinespiele in den letzten Jahren maßgeblich auf den Kopf gestellt und ein wahrlich neues Zeitalter eingeleitet. Kurz gesagt: Merrill ist einer der beiden Gründer von Riot Games und damit Initiator von League of Legends. Den letzten Tag des Jahres 2013 ließ er mitunter im sozialen Netzwerk Reddit ausklingen. Über 100 Kommentare verwickelten ihn in ein Gespräch mit der Community und wir wollen nicht zögern, euch eine kleine Zusammenfassung des Gesagten zu bieten. Denn interessant waren viele von Merrills Aussagen.

Merrill über Geld und Gier

Aus dem Nichts sprang League of Legends 2009 in das große Licht der Öffentlichkeit. Bekannt war der Name Riot Games zum damaligen Zeitpunkt kaum einem Videospieler, denn das Studio wusste keine anderen Referenzen vorzuweisen. Dass dessen MOBA das Zeitalter der Onlinespiele nachhaltig verändern würde, hatte man nicht wirklich auf dem Schirm. Unterdessen ist das Unternehmen eines der beliebtesten Arbeitgeber und mitunter führend unter den Entwicklern. Damit verbunden ist oft der Vorwurf der großen Gier nach Geld. Wenig verwunderlich, dass Merrill (rechts im Bild), der mit der Unternehmensgründung auch ein Risiko einging, sich das Recht auf emotionale Antworten nicht nehmen lässt und derartige Vorwürfe in die Kategorie „frustrierend“ einstuft.

Fünf mächtige Gründe führt er an, um sich von den Anschuldigungen loszureißen. Man habe so ziemlich das erste kostenlose erfolgreiche Onlinespiel im Westen geschaffen, das von der Kernspielerschaft gemocht und gespielt wird. Erreicht habe man dies durch viele Investitionen und konstanten Ehrgeiz. Vergleiche man den Preis, den Kunden pro Stunde zahlten, mit anderen Medienformaten, dann käme die Community in League of Legends noch am allerbesten davon. Nennenswerte Beispiele seien hier Filme, Magazine, Bücher und natürlich auch Boxspiele, die einem gerne 60 Dollar für zehn Stunden Spielzeit abverlangten. Millionen von Spielern zahlten keinen einzigen Cent für den Konsum der MOBA und hätten endlosen Spaß. Völlig in Ordnung sei dies, so Merrill. Man müsse kein Geld in League of Legends lassen, es handele sich um eine völlig freiwillige Alternative. Geld braucht natürlich aber auch Riot Games. Zweistellige Millionenbeträge seien alleine in den Aufbau der E-Sport-Szene geflossen, um einigen der besten Spieler die Möglichkeit zu bieten, zu weltweiten Superstars mit sechsstelligem Einkommen zu avancieren. Sportler wie der Spanier Ocelote liegen mittlerweile gar im Millionenbereich. Zuletzt verschlang die Produktion der eigenen TV-Show Millionen. Der Verzicht auf Werbeeinblendungen trage hier nicht gerade dazu bei, das Projekt zu refinanzieren. Ein Dienst für die Community also.

Viele Unternehmen konzentrierten sich in ihrem Tun auf die Kennzahl ARPU (Average Revenue Per User), also auf den durchschnittlichen Umsatz pro Spieler, und richten ihre gesamte Organisation nach Zielvorgaben dieser Ziffer aus. Ein Beispiel sei Zynga. Die Mitarbeiter von Riot Games reiße man von derartigen Vorstellungen los, um ein werthaltiges Spiel zu schaffen. So entstehe bei der Community von ganz alleine die Bereitschaft, mit Geld im Shop von League of Legends zu zahlen. Jeglicher Vorwurf der Gier kotze Merrill folglich an, nachdem er acht Jahre seines Lebens investiert habe, um dieses Unternehmen aus der Asche zu heben.

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