PlayNation Artikel Scarlet Blade

Scarlet Blade - Billiger Softporno meets MMO?

Von Christian Liebert - Kolumne vom 13.08.2013 - 13:13 Uhr
Scarlet Blade Screenshot

Scarlet Blade ist mit Fug und Recht eines der umstrittensten MMOs diesen Jahres. Schon erste Screenshots und Wallpaper zeigten, mit welchem „Kernfeature“ man hier Kunden locken will: Titten. Publisher Aeria Games betonte hingegen, dass dies nicht der Hauptaspekt des Spiels sei und verwies auf das Gameplay des MMOs. Man soll ja bekanntlich nicht voreilig sein, daher habe ich gewartet, bis ich selbst eine Runde in den „Genuss“ des Spiels kam, um mich von den Qualitäten von Scarlet Blade zu überzeugen. Welchen Eindruck ich nach den ersten Stunden im Spiel hatte, erzähle ich euch jetzt.

Der Porno-Wolf im MMO-Pelz?

Es vergehen bei Scarlet Blade gefühlt keine fünf Minuten, ohne dass man pralle Brüste, nackte Haut, dralle Popos oder andere sexistische Anspielungen serviert bekommt. Teilweise komischer Natur, teilweise einfach nur lächerlich. Das beginnt schon bei der Charaktererstellung, in der einem die streckenweise recht gute Vertonung doppeldeutige Sprüche ins Gesicht haucht. Dieses Spiel strotzt einfach nur so vor Sex, dabei habe ich es noch keine zehn Minuten gespielt. Wer hier von prüder Kritik spricht, hat wohl ein anderes MMO vor der Nase als ich. Aber okay, es ist ja nicht so, dass ich nicht schon genug nackte Haut gesehen habe, dass mich das wirklich schocken kann. Bekanntlich kommt es ja auf die inneren Werte an und in diesem Feld darf sich Scarlet Blade nun gerne beweisen. Eigentlich handelt es sich bei dem Spiel um das von Liveplex entwickelte Queens Blade, welches von Aeria Games nach Europa und Amerika gebracht wurde und wegen Schwierigkeiten mit dem „Queens“ im Namen auf Scarlet Blade unbenannt wurde. Hintergrund der Handlung ist eine nach einem nuklearen Krieg zerstörte Welt, in der die Erdenmutter nur einige wenige Frauen dazu auserkoren hat weiterzuleben. Männer gibt es keine, zumindest noch nicht. Ein entsprechendes Update wurde in Asien aber bereits angekündigt.

Entscheidungen, die keine sind

Ich mag Entscheidungen, ehrlich, solange es nicht um die optische Gestaltung meines Charakters geht. Hier macht es einem Scarlet Blade zum Glück (oder auch nicht?!?) sehr leicht, denn es gibt zwar einige Bereiche, die man anpassen kann, so richtig in die Tiefe, wie in etwa bei Neverwinter, Dragon's Prophet oder AION, geht das System nicht. Schade also, wenn ihr euch schon darauf gefreut habt, am Regler für die Brustgröße herumzudrehen. Aber keine Angst, die sind auch so schon mehr als groß genug! Während die Erstellung an sich noch okay ist, entpuppt sich der Charakter-Hintergrund als ziemlich marode. Zwar bietet euch das Spiel an, euch für eine der beiden Fraktionen (Protectors oder Mavericks) zu entscheiden, so wirklich relevant ist diese Option für den Verlauf des Spiels aber nicht. Es ist mehr eine persönliche Vorliebe, ob ihr rebellisch seid oder gerne unter der Führung der Erdenmutter steht. Interessant ist, dass sich ansonsten quasi nichts verändert. Sowohl die Namen der NPCs, die Gebiete, die Klassen und deren Aussehen, Handlungsstränge und eigentlich alle Abläufe im Spiel bleiben gleich. Nur wenige Details in den Dialogen ändern sich. Das ist schon im Startgebiet sehr billig, wenn man als Protector einen Maverick mit Namen Cherry antrifft und als Maverick exakt die gleiche Cherry, mit dem gleichen Aussehen und der gleichen Handlung, eben nur als Protector, vorfindet. Da hätte sich das mit den Fraktionen schon geschickter lösen lassen, wenn man am Ende doch sowieso nur eine strikte Handlung für jeden Charakter hat.

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