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Final Fantasy XIV - Wiedergeburt: Eine zweite Chance?

Von Christian Liebert - Vorschau vom 21.02.2013 - 15:08 Uhr
Final Fantasy XIV Screenshot Zur Bilder-Gallerie

Wie gerne würde man manchmal im Leben einfach den Reset-Knopf drücken und Geschehenes rückgängig machen, denn hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer. Das denkt sich wohl auch Square Enix, die ihr aktuelles MMORPG Final Fantasy XIV so richtig vor die Wand gesetzt haben: schwammige Steuerung, lahmes Gameplay und viel zu wenig Inhalte – das waren die Probleme des zweiten, eigentlich sehr hübschen, Online-Ableger der erfolgreichen Final Fantasy-Marke. Um wenigstens nach dem Schaden klug zu sein, ruderten die Mannen aus Japan zurück und schlossen im November 2012 (nach über einem Jahr Laufzeit) die Server. Allerdings nicht für immer, sondern um das Online-Rollenspiel mit Naoki Yoshida (Dragon Quest X) als Steuermann komplett zu überarbeiten und als Final Fantasy XIV: A Realm Reborn neu auf den Markt zu bringen. Keine leichte Aufgabe – aber immerhin besser, als das Game einfach auf Free-2-Play umzustellen. Wir waren zu Besuch in London und haben uns die aktuelle Version zusammen mit Yoshida (alias Yoshi-P) angesehen. Erfahrt nun, wie gut es bei Final Fantasy XIV für eine zweite Chance aussieht.

Auf keinen Fall Free-2-Play

Final Fantasy XIV wird definitiv nicht auf ein kostenloses oder abofreies System umgestellt werden. Dies betont Naoki Yoshida, als wir ihn bei Square Enix in London besuchen. Dabei wäre dies sicherlich der leichtere Weg gewesen, wie schon viele andere gescheiterte Onlinespiele bewiesen haben. So einfach will es sich Yoshida, der in der Community auch unter seinem Nick Yoshi-P bekannt ist, nicht machen. Die alten Fehler korrigieren und das Spiel mehr auf den westlichen Markt anpassen, das ist der Weg, für den sich Square Enix 2012 entschied und die Server herunterfuhr. Keine leichte Aufgabe für Naoki Yoshida und sein Team. Immerhin müssen sie das komplette Spiel überarbeiten, welches unter der Leitung von Vorgänger Hiromichi Tanaka zwischen 2005 und 2010 entwickelt wurde. Wer sich noch an die alten Schwächen erinnert, weiß, dass dies kein Kinderspiel wird. Nahezu jedes Feature und System muss aufgearbeitet und neu angepasst werden, sogar eine neue Version der Spiel-Engine wurde angefertigt. Alles auf Anfang und vor allem alles auf neu lautet das Motto. Neu ist dabei auch der monatliche Preis. Musste man früher noch für jeden Charakter extra zahlen, bekommen Spieler aus Europa das ganze Paket nun zum Standard-Preis von 12,99 Euro. Wer nur eine Figur spielen will, was durch das offene Klassen-System möglich ist und Sinn macht, brauch sogar nur zwei Euronen weniger berappen.

So detailliert sieht die neue Spielwelt von Final Fantasy XIV aus.

Eine Welt wird neugeboren

A Realm Reborn ist der große Aufmacher der neuen Version, welche bereits Mitte letzten Jahres angekündigt wurde. Dabei ist für Yoshi-P ganz wichtig, das Spiel vor allem für den westlichen Markt interessant zu machen, der die asiatische Liebe zum Grinden leider nicht teilt. Dabei sollte ihm seine persönliche Erfahrung zugutekommen. Immerhin ist Naoki Yoshida ein bekannter MMO-Fan und hat sicher seiner Zeit vor allem in Dark Age of Camelot herumgetrieben. Die erste Veränderung, die uns auffällt, als wir selbst einen Blick ins Spiel werfen, ist die viel lebendigere Welt, die im original zwar bereits durch ihre tolle Grafik punkten, aber dank gähnender Leere nicht überzeugen konnte. Wo früher nur ein paar Sträucher waren, gibt es nun viel mehr Details, sogar ganze Dörfer sind sprichwörtlich aus der Erde gewachsen. Auch Kleinigkeiten, wie Geisire die zufällig ausbrechen oder Bäume, deren Bewuchs auch um einiges üppiger ausfällt, stechen sofort ins Auge. Die Städte haben endlich richtige Bewohner sowie mehr begehbare Häuser spendiert bekommen und wirken nicht mehr verlassen wie nach dem Goldrausch.

Alles keine relevanten Dinge für den Erfolg eines MMOs, aber dennoch maßgeblich für die doch recht lebendige Atmosphäre, auch wenn hier noch viel Potenzial nach oben offenbleibt. Dafür wurde die Grafik aufgemotzt und um einige Feinschliffe, wie zum Beispiel beeindruckende Licht- und Schatteneffekte, erweitert. Keine Angst - solltet ihr nun wehmütig auf euren Rechenknecht hinab schauen - Dank dem Update der Engine läuft Final Fantasy XIV jetzt selbst auf Intel Core²Duo-Prozessoren mit mittelmäßiger Grafikkarte ohne Probleme. Früher musste da schon ein teurer Zuchthengst im Aluformat herhalten. Interessant ist dabei die Ankündigung von Naoki Yoshida, dass man Final Fantasy XIV auch in Zukunft immer den aktuellen Grafik-Standards der Serie anpassen werde.

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