Von Patrik Hasberg | News vom 18.10.2017 - 11:09 Uhr - Kommentieren
YouTube Screenshot

Der YouTuber ApoRed ist von einem Gericht aufgrund seines Bomben-Pranks zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er selber bezeichnete sein Vorgehen in der Entschuldigung als  "sehr kindische" Aktion.

Update vom 18. Oktober 2017: Erst erschien der YouTuber ApoRed nicht vor Gericht, behauptete dann entschuldigt gefehlt zu haben und wurde schließlich verhaftet, um bei seinem Prozess auch garantiert anwesend zu sein. Nun ist Ahmed Nadim Ahadi in Hamburg vor Gericht zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten auf Bewährung verurteilt worden, wie die Gerichtspressestelle des Hanseatischen Oberlandesgerichts bekanntgab.

Außerdem muss der YouTuber eine Entschädigung von 1.000 Euro pro Opfer zahlen. Eine Zeugin sagte aus, dass sie im Vorfeld nicht darüber aufgeklärt worden sei, dass es sich dabei um einen Scherz gehandelt habe. Sie sei nach diesem Vorfall zu Hause zusammengebrochen.

Auch Jan H. der die Szenen in der Hamburger Innenstadt gefilmt hatte, wurde angeklagt. Ihm wird deshalb Beihilfe zu der Tat vorgeworden. H. wurde zu einer Geldstrafe von 1.200 Euro verurteilt.

Update vom 06. Oktober 2017: Innerhalb eines vor kurzem veröffentlichten Videos behauptete ApoRed, dass er den Gerichtstermin nicht geschwänzt, sondern lediglich entschuldigt gefehlt habe. Gegenüber dem Hamburger Abendblatt und auch Playnation.de entgegnete er: "Ihr habt einfach Lügen behauptet."

Wie das Hamburger Abendblatt nun berichtet, sei der YouTuber am vergangenen Mittwoch verhaftet worden. Laut des Hamburger Justizsprechers Dr. Kai Wantzen sei sein Kollege Jan H., der mit ApoRed das besagte Video gedreht hatte, bereits am Montag verhaftet worden. Die neue Verhandlung ist für den 18. Oktober angesetzt worden. Laut der Staatanwältin sei der Haftbefehl notwendig, damit beide Angeklagten bei dem Prozess auch erscheinen. Über eine mögliche Strafe gibt es bisher noch keine Aussage.

Originalmeldung: Wir haben bereits des Öfteren über den YouTuber ApoRed berichtet, der in den vergangenen Monaten vor allem durch Prank-Videos negativ aufgefallen ist.

Die Spitze des Eisberges erreichte der YouTuber im Sommer letzten Jahres, als er auf die Idee kam mit einer schwarzen Tasche, in der sich eine Fake-Bombe befand, durch die Stadt zu laufen und damit ahnungslose Passanten an öffentlichen Plätzen in Panik zu versetzen. Besonders durch die schrecklichen Terroranschläge in den letzten Jahren, hinterließ das entsprechende Video einen sehr bitteren Beigeschmack.

Wie die Polizei in Hamburg kurze Zeit später mitteilte, wurde ApoReds Video bereits gemeldet und an die juristisch verantwortlichen Stellen weitergeleitet, um die Strafbarkeit dieser Handlung prüfen zu lassen. Später war das betroffene Video offline gestellt worden. Ob der YouTuber für diese Entscheidung allerdings alleine verantwortliche war, ist unklar. Auch sein anschließendes Entschuldigungsvideo, das nicht sonderlich überzeugend herüberkam, wurde kurze Zeit später wieder gelöscht.

ApoRed erscheint nicht vor Gericht

Nun muss sich ApoRed für das Prank-Video verantworten. Allerdings hielt dieser es nicht für notwendig bei seinem Prozess vor Gericht zu erscheinen, weshalb er nun ins Gefängnis muss. "Wir wollen ja nicht, dass die Zeugen ein zweites Mal vergebens kommen", so die Richterin Franziska Eisermann im Hamburger Amtsgericht. Der Gerichtstermin war eigentlich für den heutigen Dienstag um 10:15 Uhr angesetzt, ApoRed erschien zu diesem Termin allerdings nicht. "Sie wollen Haftbefehl beantragen?", fragt Richterin Eisermann die Staatsanwältin - diese wollte.

Damit müssen ApoRed und sein Kumpel Jan H. in U-Haft, damit beide auch pünktlich erscheinen, wenn das Gericht den nächsten Anlauf nimmt.

Verfahren wegen fehlendem Impressum

In seinem neuesten Video hat sich ApoRed über den stellvertretenden Direktor und Justiziar der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein lustig gemacht. 

"Wolfi, ich bitte Dich. So mal unter uns Männern. Was ist jetzt Dein Problem? Weil im Impressum nicht meine Hausanschrift steht, willst Du mir 50.000 Euro absneaken? Hast Du keine Hobbies?"

Die Medienanstalten hatten ein Ordnungswidrigkeitsverfahren mit bis zu 50.000 Euro Bußgeld eingeleitet, weil ApoRed "mehrfachen Hinweisschreiben und der Aufforderung, die Angaben im Impressum zu korrigieren bzw. zu ergänzen" nicht nachgekommen ist.

Dieser schien in seinem Video allerdings wenig einsichtig und wetterte gegen den Direktor der Medienanstalt. Nun hat er zumindest die Adresse seines kanadischen Netzwerks eingetragen.

Ermittlungsverfahren wegen Amtsanmaßung und Anzeigen wegen Hausfriedensbruch

Auch andere YouTuber wie Leon Machère scheinen es nicht so mit dem Gesetz zu haben. Rustem Ramaj, so der bürgerliche Name von Leon Machère, macht in der Vergangenheit ebenfalls durch ein Prank-Video negativ auf sich aufmerksam. Darin fährt er mit einem Auto samt nicht übersehbarem Blaulicht durch Hamburg, spricht Passanten mit einem Megafon an, führt Personenkontrollen durch und bringt diese unter anderem dazu, sich zu entkleiden. Ein Ermittlungsverfahren prüft derzeit, ob es sich dabei um Amtsanmaßung und damit um eine Straftat handelt.

Anzeigen hagelte es auch, als Machère sich gemeinsam mit ApoRed 24-Stunden lang absichtlich in einem McDonald` sowie einem Ikea einschließen ließ. 

Quelle: Hamburger Abendblatt Quelle: ApoRed Quelle: Hamburger Abendblatt

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