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Games - Doom-Erfinder: "PC dezimiert Konsolen, Free2Play killt AAA-Studios"

Von Christian Liebert - News vom 26.07.2014, 11:28 Uhr
Games Screenshot

In einem Interview mit gamesindustry.biz sprach Doom-Miterfinder John Romero über die Entwicklung des Spielemarkts in Bezug auf Free2Play- und Budget-Titel. So würden kostenlose Spiele viele AAA-Studios das Leben kosten und PC-Plattformen wie Steam die Bedeutung von Konsolen mildern.

Hui, wer ist denn da aus der Versenkung aufgetaucht? John Romero! Sicher werden sich nun gerade jüngere Leser fragen: „Wer ist denn das?“. Dieser Herr hat seiner Zeit Doom und Quake mit auf den Weg gebracht und galt, wie eigentlich jeder bei id Soft, Mitte der 1990er als einer DER Game-Designer schlechthin. Später machte er vor allem durch seinen überschwänglichen Lebensstil und sein arrogantes Auftreten als „Popikone“ der aufstrebenden Spielewelt von sich reden. Sein damals groß angekündigtes Projekt „Daikatana“ floppte auf ganzer Linie, weil es zu spät und technisch zu veraltet erschien. Das von ihm mitgegründete Studio Ion Storm konnte aber später, ohne seine Mithilfe, mit Deus Ex eine Kult-Reihe erschaffen.

Nun meldet sich John Romero in einem Interview mit gamesindustry.biz zu Wort und verkündet seine Meinung über die derzeitige Spiele-Industrie. So äußert er sich kritisch über die Entwicklung, dass dieser Tage vor allem Indie-Games sehr erfolgreich sind, die wenig Geld kosten und damit für viele Spieler eine Anlaufstelle sein. Ebenso kritisch geht er das Free2Play-Konzept an, dass seiner Aussage nach Hunderten AAA-Studios (also Entwickler für aufwendige und teure Spiele) das Leben gekostet hätte. Durch dieses günstigere Angebot, so meint er, würden auch Konsolen an Bedeutung verlieren.

Besonders zieht er Vergleiche zwischen dem aktuellen Free2Play-Trend und dem Shareware-Konzept, das id Soft seiner Zeit populär machte. So sagt er, dass sie damals eine auf ein Kapitel des Spiels beschränkte, aber sonst unbeschnittene, Demo von Doom angeboten hatten. Die Leute sollten es völlig gratis spielen und dann entscheiden können, ob sie für den Rest bezahlen. Zum Free2Play-Konzept sagt er, dass dieses irgendwann erwachsen werden und seine Makel verlieren wird. Der richtige Weg sei es, die Option zum Geldausgeben als eine Entscheidung des Spielers umzusetzen. „Wenn man Geld ausgeben muss, hast du was falsch gemacht“. Ein zwangloses F2P-Modell bezeichnet er als „Heiligen Gral der Spieleentwickler“.

Er betont dabei, dass Shareware seiner Zeit die Demo-Entwicklung vorangetrieben hat und es scheint so, als würde er dieses Format heute vermissen. Damit hat er nicht ganz unrecht. Bis Mitte der 2000er waren Demos für Videospiele noch selbstverständlich und dienten der Kaufentscheidung. Heute sind solche Versionen sehr rar gesät und oft greifen Entwickler lieber auf Beta-Phasen oder Early-Access zurück. Das ist also quasi eine Rückentwicklung. Romero sagt dazu, dass man vor Doom jedes Spiel kaufen musste, ohne es vorher testen zu können. „Wenn du Ultima oder Monkey Island wolltest, musstest du dir die Verpackung ganz genau anschauen und entscheiden, ob du jetzt 50 Dollar dafür ausgeben willst, um es zu zocken“.

„Auf dem PC gibt es Free2Play und Steam, wo Spiele für 5 Piepen verkauft werden. PCs dezimieren Konsolen, alleine durch solche Preise. Free2Play hat bereits Hunderte AAA-Studios getötet“.

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