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E-Sport - Olympische Spiele nicht mit gewalttätigen Videospielen

Von Andre Holt - News vom 30.08.2017, 16:20 Uhr
E-Sport Screenshot

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees - Thomas Bach - äußerte sich in einem Interview zum Thema E-Sport und der Möglichkeit, ob Videospiele ein Teil der Olympischen Spiele werden könnten. Laut ihm ziehe man Spiele mit gewalttätigen Inhalten nicht in Betracht - Sportspiele seien aber durchaus eine interessante Alternative.

Das Thema, ob der E-Sport als normaler Sport anerkannt werden und nicht mehr das Dasein als Nischensport inne haben sollte, ist nie völlig geklärt worden. Das Interesse am virtuellen Sport stieg in den letzten Jahren jedoch wieder stark an und Weltmeisterschaften in den unterschiedlichsten Videospielen sind keine Seltenheit mehr. Doch wie sieht es eigentlich mit großen und "normalen" Sportturnieren wie den Olympischen Spielen aus? Besteht vielleicht irgendwann eine realistische Möglichkeit, dass MOBAs und Co ein Teil der Spiele werden?

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Gewalttätige Spiele entsprächen nicht den Werten

Dazu äußerte sich jetzt Thomas Bach, der Präsident des IOC - des Internationalen Olympischen Komitees - in einem Interview. Aus seiner Sicht ist es schwierig Videospiele mit gewalttätigen Inhalten als Teil der Olympischen Spiele zu akzeptieren und gleichzeitig andere Werte des Turniers zu erhalten. Somit müsse man mit Vorsicht vorgehen und sich genau mit der Thematik beschäftigen.

“Wir wollen Nichtdiskriminierung, Nichtgewalt und Frieden unter den Menschen fördern. Dies passt nicht mit Videospielen zusammen, die sich um Gewalt, Explosionen und Töten drehen. Und dort müssen wir eine klare Linie ziehen."

Dies bedeute aber nicht, dass andere Videospiele nicht in Betracht gezogen werden würden. So könne er sich durchaus vorstellen, dass Sportspiele - die den Olympischen Werten entsprächen - ein Teil der Sportarten werden könnten.

“Wenn sich also jemand beim virtuellen Fußball oder anderen virtuellen Sportarten misst, ist dies von großem Interesse.Wir hoffen dann, dass diese Spieler wirklich eine sportliche Leistung liefern. Wenn [Fans] im Nachhinein den Sport in der realen Welt spielen würden, wären wir umso glücklicher."

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China als Vorreiter im Bereich E-Sport

Er sieht also eine Verbindung zwischen der virtuellen und der realen Welt, die sich positiv auf das Verhalten von Kindern und Jugendlichen auswirken könnte. Im Allgemeinen ist der E-Sport schon weit gekommen, denn die Videospielindustrie hat es bereits geschafft als Teil der Asienspiele 2022 im chinesischen Hangzhou anerkannt zu werden. China erkannte E-Sport außerdem als legitime Form des Wettkampfs an und es gab bereits Diskussionen, ob Videospiele ein Teil der Chinesischen Spiele werden könnten. Die Problematik dabei sei jedoch die kurze Lebensspanne einiger Videospiele und die schwierige Festlegung von bestimmten Regeln.

Die Olympischen Spiele 2024 werden in Paris stattfinden und bisher wurde nicht vollkommen ausgeschlossen, dass E-Sport ein Bestandteil des Turniers werden könnte. Bach äußerte sich jedenfalls folgendermaßen dazu:

“Diese Diskussionen gehen weiter. Es wird etwas Zeit benötigen, da die Industrie sich gerade selbst formt. Es ist eine erfolgreiche Industrie, aber sie ist noch nicht im organisatorischen Sinne etabliert."

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Schon 2020 neue Sportarten dabei

Auch für Bach gehören die schwierige Festlegung von Regeln und fehlende Standardisierung zu den größten Problemen, die einer zeitnahen Teilnahme im Wege stünden.

“Man muss jemanden haben, der garantieren kann, dass diese Athleten, die Sport-Videospiele spielen, nicht gedopet sind und sich an technische Regeln halten; dass sie sich gegenseitig respektieren."

Die Olympischen Spiele 2020 in Tokio erhalten jedenfalls schon fünf neue Sportarten, die bisher als eher unwahrscheinlich galten. Dabei handelt es sich um Skateboarden, Surfen, Sportklettern, Karate und Base-/Softball. Aus Sicht von Bach ist es also kein Problem junge Sportarten zu etablieren, aber es müssen eben die richtigen sein.

Wer weiß - vielleicht sind die Gespräche erfolgreich und schon 2024 werden in Paris die ersten Olympischen Turniere im Bereich FIFA ausgetragen. Dies erscheint aber offen gesagt eher unwahrscheinlich und dürfte noch einige Jahre länger dauern.

Thomas Bach vom IOC äußerte sich zu der Möglichkeit den eSport als Teil der Olympischen Spiele zuzulassen.

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