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Brick Force - In Stern TV: Kritik an Abzock-Methoden

Von Thomas Wallus - News vom 06.06.2013, 17:05 Uhr
Brick Force Screenshot

In einem Beitrag zur Abzocke von Kindern in Online-Spielen kritisiert das im Privatsender RTL ausgestrahlte TV-Magazin Stern TV auch den für Brick-Force verantwortlichen Publisher Infernum.

Rund ein halbes Jahr nach dem von der Gaming-Community kritisierten Beitrag der ZDF-Produktion Frontal 21 hat sich nun auch das TV-Magazin Stern TV dem Thema der Abzocke von Kindern in Online-Spielen gewidmet. Ergänzt durch einen Beitrag auf der Webseite schildert die Redaktion unter Begleitung von Experten-Meinungen und beispielhaften Fällen, wie Minderjährige bewusst zum Kauf virtueller Güter mithilfe echten Geldes motiviert werden. Im Anschluss an einige einleitende Worte tritt in diesem Zusammenhang bereits der zehnjährige Hendrik als Spieler des Multiplayer-Shooters Brick-Force in Erscheinung. Als Free-2-Play-Titel bietet das von Infernum angebotene Produkt ein kostenloses Spielerlebnis in Kombination mit einem Item-Shop, welcher zusätzliche Gegenstände wie Waffen oder Rüstungen enthält. Dieser spielt im Beitrag eine besondere Rolle, denn die zu Wort kommenden Parteien kritisieren den leichten Registrierungsprozess, fehlende Altersüberprüfungen und den Anschein eines völlig kostenlosen Produktes.

Tobias Schröde, Computer-Experte von Stern TV, sieht darin einen bedeutenden Knackpunkt. Im Original heißt es: "Dieses Spiel wirbt ja schon auf der Startseite damit, dass es kostenfrei zu spielen ist. Das funktioniert aber nur für den kurzen Augenblick. Wer länger dabei sein möchte, wer auch schwierigere Missionen spielen möchte, der muss hier irgendwann in die Tasche greifen und bezahlen." Auch Hendrik habe im Zeitverlauf gemerkt, dass er Objekte wie Handgranaten oder Waffen aus dem Shop kaufen müsse, um mithalten zu können, heißt es. Durch den Kauf verspricht er sich nicht nur ein längeres Überleben. Stattdessen hofft Hendrik auf mehr Punkte zum Rundenende. So sei er nicht immer "der Schlechte, der gar nichts kann, der Anfänger also". Als der Zehnjährige mit seinem Bestreben, die virtuelle Token-Währung zu kaufen, bei seiner Mutter als Besitzerin des zahlungsfähigen Giro-Kontos aneckt und keine Unterstützung erhält, ist das Thema aber noch nicht aus der Welt. Laut Stern TV rechnen die Anbieter mit derartigen elterlichen Reaktionen und bauen bewusst Hintertüren ein. Die Optionen, per Anruf oder SMS zu zahlen, werden hierbei als Beispiele angefügt. Hendriks Entscheidung fällt letztlich auf den Anbieter der paysafecard. Die "Masche" funktioniere bei Kindern "prima", so der Beitrag.

Die Eltern von Hendrik wendeten sich infolge dessen an den Anbieter Infernum Productions AG mit Sitz in Berlin und verlangten die Rückzahlung des Betrags. Der Widerspruch gegen die von dem Minderjährigen getätigte Zahlung ruft folgende, laut Einschätzung der Mutter "freche", Antwort hervor: "Da Ihr Sohn 10 Jahre alt ist, ist er laut § 106 BGB beschränkt geschäftsfähig. Die gekauften paysafecards im Wert von 70 Euro fallen somit unter den Taschengeldparagrafen (...) Aufgrund der dargelegten Punkte können wir Ihnen keine Rückerstattung des geforderten Betrages von 70 Euro anbieten." Ein Jurist der Verbraucherzentrale NRW widerspricht dem und berichtet von mehreren Beschwerden dieser Art. Laut ihm dürfen Kinder hier nur mit Zustimmung ihrer Eltern einkaufen. Auch wenn der Fall damit zwei Meinungen aufeinanderstoßen lässt, steht eine Konsequenz laut den Eltern fest. Denn Computer darf Hendrik erstmal nicht spielen. Dass er gerade dies aber für die Kamera macht, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Auch Infernum hat sich zum Vorfall mit folgendem Statement gemeldet:

"Wir nehmen Jugendschutz sehr ernst. Wir haben Brick Force - freiwillig - von der USK prüfen lassen. Wir haben einen externen Jugendschutzbeauftragten bestellt. Leider sind wir aber machtlos, wenn Eltern ihre Aufsichtspflichten vernachlässigen und Dritte eine Paysafe-Card an Minderjährige verkaufen.

Der gezeigte - angeblich zehnjährige - Spieler hat Brick Force seit Monaten intensiv gespielt, teilweise mehrere Stunden am Stück. Dies kann den Eltern nicht entgangen sein. Er hat bereits Monate zuvor über PayPal bezahlt und will das Geld für die Paysafe-Card bei der Bank abgehoben haben - auch das müssten die Eltern mitbekommen haben.

Die Aussagen in dem Beitrag von sternTV sind im Übrigen teilweise tendenziös, teilweise schlicht falsch. So kann "Brick Force" nicht nur kurzzeitig, sondern dauerhaft kostenlos gespielt werden. Beinahe alle Items kann man sich erspielen, und auch für Tokens muss man kein Geld ausgeben.

Interessant ist in dem Zusammenhang, dass stern.de Konkurrenzprodukte von Brick-Force mit vergleichbarem free-to-play-Geschäftsmodell intensiv bewirbt, direkt neben dem Videobeitrag auf http://www.stern.de/tv/ , aber auch in einer eigenen Rubrik auf http://www.stern.de/spiele/."

Welche Seite vertretet Ihr? Wer trägt die Schuld für diese Fälle und kann man wirklich bewusste Abzocke vermuten?

Brick-Force in Stern TV: Kritik an Abzock-Methoden.

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