PlayNation Test Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs

Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs - Ein Märchen zum ewigen Glück

Von Wladislav Sidorov - Test vom 21.03.2018 - 13:11 Uhr
Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs Screenshot

Ni No Kuni 2 bricht regelmäßig mit seiner Darstellung und wechselt so zwischen mehreren Säulen: Die offenen Bereiche der Spielwelt werden nahezu vollständig in einer „Chibi“-Ansicht dargestellt, in der die gesamte Overworld wie ein gigantisches Miniaturwunderland aussieht. Hier werden unnötige Details herausgelassen und der Fokus auf das Wesentliche gelegt, damit ihr schnell euren Weg findet. Gegner, Pfade, Städte und Items sind größentechnisch soweit reduziert worden, dass sie euch einen möglichst kompakten Überblick geben. Monster sind grundsätzlich einzeln dargestellt, bei einem Aufeinandertreffen wechselt ihr jedoch in die reguläre Third-Person-Kampfansicht und trefft nun eventuell sogar auf mehrere Gegner gleichzeitig. Wahnsinnig nervig ist jedoch die Fortbewegung in dieser Overworld, denn die ist furchtbar langsam und fühlt sich im Vergleich zum Rest des Spiels so an, als hätte man uns Steine an die Füße gehängt. Ernsthaft, ein wenig mehr Geschwindigkeit hätte dem Spiel gut getan. Glücklicherweise bekommen wir im späteren Verlauf der Geschichte einige zusätzliche Fortbewegungsmittel zur Seite gestellt und können dank manuell betätigten Schnellreisepunkten fix zwischen bereits besuchten Gebieten wechseln.

Ni No Kuni 2 Chibi Ansicht

Die Chibi-Ansicht in der Overworld

Die volle Pracht der Stadt

Während ihr im „Chibi“-Design gerade einmal das Nötigste vorgesetzt bekommt, erlebt ihr in einigen wenigen Arealen das Spiel in seiner vollen Pracht: In Städten und wichtigen Gebieten wechselt Ni No Kuni 2 in eine Third-Person-Ansicht, die den grandiosen Animations- und Grafikstil erst richtig zur Geltung kommen lässt. Der ist erneut stark an den des „Ghibli“-Studios angelehnt sind und vom ehemaligen Ghibli-Charakter-Designer Yoshiyuki Momose entworfen worden, somit wenig überraschend ein absoluter Augenschmauß und lädt zum pausenlosen Träumen ein. In vielen Ecken bietet Ni No Kuni 2 Potential für tausende Screenshots, ich selbst habe die Festplatte meiner PlayStation 4 mit hunderten Bildern gefüllt. Das trifft nicht nur auf die Spielwelt selbst zu, sondern auch auf die vielen Charaktere, deren Persönlichkeiten alleine durch die artistische Gestaltung regelrecht gezeichnet sind. Besonders hervorzuheben ist „Goldorado“, das einem klassischen Chinatown ähnelt und nur so vor Details und Farbenvielfalt strotzt – auch wenn sich unter der bunten Haube einige düstere Machenschaften verbergen. Im Laufe des Spiels besucht ihr noch mehrere weitere atemberaubende Gebiete, darunter märchenhafte Wälder, einen wie aus Fabeln stammenden Nachbau Venedigs oder eine über den Wolken kreisende Stadt.

Ni No Kuni 2 Goldorado

Die Schönheit von Goldorado

Ein Ergebnis, das sich sehen und hören lassen kann

Level 5 beweist, dass es für ein fantastisches visuelles Ergebnis nicht unbedingt die Ressourcen Ghiblis benötigt, die studiointerne Emanzipiation resultiert in einem ebenbürtigen Resultat, das seinesgleichen sucht. Wer in einer der Cutscenen steckt, kann schnell vergessen, dass er sich in einem Videospiel und nicht in einem qualitativ hochwertigen Anime befindet. Ein Traum geht erneut in Erfüllung.

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Auch der Soundtrack ist erstklassig, stammt er doch aus der Feder von Joe Hisaishi, der in der Vergangenheit an japanischen Anime-Klassikern wie „Prinzessin Mononoke“ oder „Spirited Away“ mitwirkte und auch die Welt von Ni No Kuni 2 zu neuen Höhepunkten steuert. Das akustische Design der Spielwelt ist ebenfalls hervorragend und bietet regelmäßig Feedback zum Geschehen – auch wenn einige Loops zugegebenermaßen manchmal dann doch sehr penetrant wirken.

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