PlayNation Test Star Wars: Battlefront 2

Star Wars: Battlefront 2 - EAs Multiplayer-Fettnäpfchen und Story-Enttäuschung

Von Patrik Hasberg - Review vom 22.11.2017 - 11:47 Uhr
Star Wars: Battlefront 2 Screenshot

Mit dem Projekt rund um Star Wars: Battlefront 2 hat sich EA gleich drei verschiedene Studios ins Boot geholt, die allesamt an einem Titel arbeiten sollten. Das Endresultat umfasst alle drei Ären der Star Wars-Filmgeschichte und hat neben dem Multiplayer-Modus nun auch eine vollwertige Singleplayer-Kampagne spendiert bekommen. Ob die einzelnen Modi Spaß machen und wie sich das kontroverse Lootbox-System am Ende ins Spielgeschehen einfügt, erklären wir euch in unserem umfangreichen Testbericht zum Spiel.

EAs Multiplayer-Sünden

Lootboxen, Mikrotransaktionen und Pay-to-Win-Vorwürfe - Publisher Electronic Arts sah sich bereits im Vorfeld der Veröffentlichung von Star Wars: Battlefront 2 einem riesigen Shitstorm gegenüber. Die Welle der Kritik seitens der Community ist in den letzten Tagen nicht kleiner geworden, sondern stetig weiter gewachsen. Nicht nur Spieler und Presse stürzten sich auf das gefundene Fressen, auch andere Entwickler teilten mit Freuden auf sozialen Kanälen entsprechende Seitenhiebe in Richtung EA und Co. aus.

Grund genug für uns den Test des Shooters einige Tage nach hinten zu verschieben und zahlreiche Stunden in den Multiplayer von Star Wars: Battlefront 2 zu investieren, um die wichtigsten Fragen zu klären.
EA und DICE haben im Vergleich zu dem Vorgänger einige Änderungen vorgenommen und unter anderem versucht für ein wenig mehr taktische Tiefe zu sorgen.

Soldatenklassen

Aus diesem Grund sind in Star Wars: Battlefront 2 die Soldatenklassen eingeführt worden. Spieler dürfen sich zwischen einem Angrifftruppler, einem schweren Truppler, dem Offizier oder dem Spezialisten entscheiden. Dabei verfügt jede Klasse über entsprechende Waffen und  Spezialfähigkeiten, die nach und nach freigeschaltet werden können. Beispielshalber könnt ihr durch eine bestimmte Anzahl an Kills ein neues Blastergewehr in Empfang nehmen.
Insgesamt verfügt jede Klasse über vier unterschiedlich Waffen, die sich jeweils unter anderem durch ihre Reichweite, Feuerrate sowie ihre Feuerkraft unterscheiden.

Während ihr mit dem Spezialisten einen Fernkämpfer spielt und vor allem aus der Distanz agiert, stürzt sich der Angrifftruppler mit seinem schnellen Blaster mitten ins Gefecht. Der schwere Truppler wiederum ist weniger beweglich, kann dafür aber auch große Truppen ausschalten. Außerdem ist er in der Lage ein Kampfschild zu aktivieren, um den Blasterbeschuss der Gegner abzuwehren. Der Offizier hingegen dient als Unterstützer, kann seine Kameraden heilen und motivieren, um mehr Schaden auszuteilen.
Jede Klasse besitzt drei besondere Fähigkeiten, die sich mit der entsprechenden Taste im Spiel aktivieren lässt. Besonders praktisch ist zum Beispiel der Thermal-Detonator, mit dem ihr Gegner aus der sicheren Deckung treibt oder das stationäre Geschütz, das der Offizier auf dem Schlachtfeld aufbauen kann und anschließend selbstständig Gegner unter Beschuss nimmt.

Freud oder Leid? - Sternenkarten

Durch die sogenannten Sternenkarten, die in mehreren Seltenheitsstufen verfügbar sind, lassen sich die Kämpfer passiv stärken oder Fähigkeiten gegen andere austauschen. Die Sternenkarten befinden sich in Lootboxen und diese lassen sich für Credits sowie Kristalle erwerben -  letztere erfordern den Einsatz von Echtgeld. Nach heftiger Kritik seitens der Spieler, deaktivierte EA die Mikrotransaktionen jedoch auf unbestimmte Dauer. Dadurch können Lootboxen aktuell lediglich durch Credits erstanden werden. Unklar ist, inwiefern der Mechanismus rund um die Lootboxen abgeändert wird. In wie viele der drei verfügbaren Slots ihr Sternenkarten einsetzen könnt, hängt von dem Sternenkarten-Level des jeweiligen Charakters ab. Entscheidend dafür ist aber nicht euer Rang, sondern über wie viele Karten ihr für diesen Charakter beziehungsweise für diese Klasse verfügt.

Nehmt ihr also Echtgeld in die Hand und investiert in möglichst viele Lootboxen, steigt euer Charakter auch schneller im Sternenkarten-Level. Zwar hängt das Upgraden einer Sternenkarte auch von eurem Spielerrang ab, die Karten lassen sich bis zur zweithöchsten Stufe aber auch in Lootboxen finden und dürfen eingesetzt werden, selbst wenn ihr nicht die Voraussetzungen dafür erfüllt. Möglich ist zudem die Herstellung von Sternenkarten. Ihr benötigt dafür aber Handwerksmaterialien, die, oh Wunder, ebenfalls in Lootboxen stecken. Zudem gibt es die Option durch Herausforderungen im Spiel an Belohnungen in Form von Credits, Handwerksmaterialien, Waffen sowie Lootboxen zu gelangen.

Credits, Kristalle und Co.

Neben Erfahrungspunkten für einen Rangaufstieg, verdient ihr nach Abschluss einer jeden Runde Credits. Im Schnitt erhaltet ihr bei einer Runde Galaktischer Angriff (ähnlich zu „Kampfläufer-Angriff“ des ersten Teils), die ungefähr 20 Minuten dauert, rund 250-300 Credits. Dabei schlägt eine Heldenkiste mit 2.200, eine Sternenjägerkiste mit 2.400 und eine Trupplerkiste mit satten 4.000 Credits zu Buche. Die gesparten Credits könnt ihr nun also in solche Lootboxen investieren oder aber sparen.

Denn sechs der 14 im Spiel verfügbaren Helden und Spezialcharaktere müssen erst einmal per Ingame-Credits freigeschaltet werden. Hier ruderte EA ebenfalls bereits zurück, nachdem Luke Skywalker und Darth Vadder für eine Freischaltung 60.000 Credits erforderten und ein Spieler ausrechnete, dass für die Summe rund 40 Stunden investiert werden müssten. Mittlerweile kosten die teuersten Helden nur noch 15.000 Credits, ob es aber bei diesen Werten bleiben wird, kann nur EA beantworten. Der Spieler stellt sich in Battlefront 2 also immer wieder die Frage, ob auf einen der coolen Helden gespart werden soll oder die Wahl doch eher auf eine Lootbox fällt.

Das Grundproblem liegt darin, dass das gesamte System von Battlefront 2 auf die Kisten zugeschnitten worden ist. Ihr müsst regelmäßig eure Credits dafür ausgeben, um überhaupt gegenüber anderer Spieler konkurrenzfähig zu bleiben. Außerdem ist es reine Glückssache, welche Gegenstände sich in einer Lootbox befinden. Dadurch wird das Balancing des Spiels in Mitleidenschaft gezogen. Denn wenn sich euer Gegner einige Sekunden schneller durch eine entsprechende Sternenkarte heilen kann, habt ihr das Nachsehen. Zudem werden wir immer wieder auf die Mikrotransaktionen im Spiel aufmerksam gemacht und zum Kauf animiert. Nach einer jeden Runde erhalten wir Credits, kehren wir ins Menü zurück, sollen wir unsere Kisten öffnen und werden wir getötet, hält uns das Spiel die Sternenkarten des Gegners vor die Nase. Kundenfreundlichkeit und Spielspaß stehen bei diesem System sicherlich nicht an erster Stelle. Wie der weitere Weg von Battlefront 2 aussieht, muss die Zukunft zeigen.

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