PlayNation Test Another Lost Phone: Laura's Story

Another Lost Phone: Laura's Story - Einem Tabuthema auf der Spur

Von Julia Rother - Review vom 27.09.2017 - 12:46 Uhr
Another Lost Phone: Laura's Story Screenshot

Mit Another Lost Phone: Laura's Story erschien nun das nächste narrative Mysteryspiel von Accidental Queens. Wir haben uns das Spiel rund um ein zufällig gefundenes Handy, das ein dunkles Geheimnis birgt, genauer angeschaut und sagen euch in unserem Test, ob der Titel unseren Erwartungen gerecht wurde.

Gerade einmal acht Monate ist es her, dass A Normal Lost Phone von Entwickler Accidental Queens und Publisher Playdius mit seiner authentischen Umsetzung gesellschaftskritischer Themen wie Homophobie, Victim Blaming nach sexuellen Übergriffen und vielen weiteren nicht nur die Fachpresse, sondern auch allerlei Spieler begeisterte. Über 100.000 verkaufte Exemplare und einige Auszeichnungen später veröffentlichte das kleine französische Entwicklerstudio nun mit Another Lost Phone: Laura's Story den spirituellen Nachfolger des Überraschungserfolgs.

Das narrative Mysteryspiel greift dabei das Grundprinzip des Vorgängers auf, denn auch hier stoßen wir auf ein herrenloses Mobiltelefon, das wir aus einer Mischung aus voyeuristischer Neugierde und dem Wunsch, den Eigentümer zu identifizieren und ausfindig zu machen, zu durchforsten beginnen. Schnell wird klar, dass es hier irgendetwas geschehen sein muss, denn die Besitzerin namens Laura wird von ihrem Freund bereits mit besorgten und immer eindringlicher werdenden Nachrichten überschüttet.

Ein dunkles Geheimnis

Sämtliche moralischen Bedenken über Bord werfend, versuchen wir jetzt alles, um dem Smartphone sein Geheimnis zu entlocken, scheint es doch die einzige Spur zu sein, die uns zu Laura führen könnte. Wir durchstöbern Nachrichten, Emails, Notizen, Bilder und ihren persönlichen Kalender, treiben uns in sozialen Netzwerken herum und lernen die Frau schon bald besser kennen, als ihr lieb sein dürfte. Wir graben tiefer, stoßen auf passwortgeschützte Bereiche und ein mysteriöses zweites Emailkonto und decken so Stück für Stück die Geschehnisse auf, die zu Lauras Verschwinden führten.

Auch in Another Lost Phone: Laura's Story nimmt sich Accidental Queens einer Thematik an, die es bisher nur vereinzelt in Bücher, Filme oder gar Videospiele schaffte, ist sie doch sehr sensibel und mit viel Fingerspitzengefühl zu behandeln und gilt auch heute oft noch als Tabuthema. Wie auch im Vorgänger vermag es das Entwicklerteam auch hier, die Problematik und die hiermit verbundenen Emotionen authentisch und einfühlsam zu vermitteln, ohne künstlich auf die Tränendrüse zu drücken. Stattdessen erzählt Accidental Queens eine Geschichte aus dem Leben, eine Geschichte, die für viele Menschen genau in diesem Moment Realität ist und von Scham, Isolation und einem Gefühl der Ausweglosigkeit genährt wird.

Another Lost Phone: Laura's Story in unserem Test.

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