PlayNation Test Marvel vs. Capcom: Infinite

Marvel vs. Capcom: Infinite - (Un)begrenzter Prügelspaß

Von Yannick Arnon - Review vom 26.09.2017 - 13:50 Uhr
Marvel vs. Capcom: Infinite Screenshot

Fan-Herzen schlagen höher, wenn Capcom seine Charaktere wieder gegen die Helden und Schurken von Marvel in Marvel vs. Capcom: Infinite in den virtuellen Ring schickt. Iron Man gegen Spencer aus Bionic Commando, Ghost Rider gegen Dante aus Devil May Cry, Gamora gegen Chun-Li aus Street Fighter und zahlreiche weitere Matchups sind auf PlayStation 4, Xbox One und PC möglich. Wir haben uns das Aufeinandertreffen nicht entgehen lassen, vollends begeistert sind wir aber nicht. Warum das so ist, lest ihr in unserem Test.

Multiversum in Gefahr

In Marvel vs. Capcom: Infinite wird wieder mit Tag Teams zu je zwei Charakteren gekämpft, während zuvor in Marvel vs. Capcom 3 mit Dreierteams gespielt wurde. Im laufenden Duell könnt ihr mit RB/R1 zwischen euren Figuren wechseln, auf der Ersatzbank regenieren die Kämpfer einen Teil ihrer Energie. Mit Combos, Special Moves und effektstarken Hyper Combos wird sich so lange beharkt, bis beide Charaktere eines Spielers besiegt sind. Button-Layout und die Tastenkombinationen für Spezialattacken sind an Street Fighter angelehnt, mit diversen Vereinfachungen für Anfänger. Wiederholtes Drücken von Light Punch führt eine automatische Combo aus und mit Strong Punch + Strong Kick startet ihr eine Hyper Combo. Für den Einstieg ist das eine ganz nette Hilfe, aber mit der Zeit werdet ihr euch mit den individuellen Fähigkeiten des Casts und den jeweiligen Combo-Möglichkeiten vertraut machen müssen. Natürlich lassen sich diese Hilfsfeatures auch in den Controller-Einstellungen deaktivieren.

Herzstück von Marvel vs. Capcom: Infinite, zumindest für Einzelspieler, ist der Story Mode. Bisherige Ableger der Reihe hatten keine zusammenhängende Geschichte, in Infinite werden die Gameplay-Kämpfe anhand zahlreicher Zwischensequenzen miteinander verknüpft. Die Superschurken Sigma und Ultron haben sich zu Ultron Sigma vereint und tun dasselbe mit ihren beiden Welten, sodass ein Amalgam aus den Universen von Marvel und Capcom entsteht. Nur mit den sechs Infinity Stones haben die Helden von beiden Firmen die Möglichkeit, Ultron Sigma aufzuhalten und den Schaden wieder rückgängig zu machen. Es wurde sichtlich viel Arbeit in die Story investiert, aber der erzählerische Mehrwert hält sich in Grenzen. Zu vorhersehbar sind die Plottwists und zu konstruiert wirken die Begründungen, damit sich eigentlich Verbündete in einer Szene plötzlich als Gegner im Kampf gegenüberstehen.

Viele Textzeilen klingen lustlos runtergelesen und sind alles andere als lippensynchron, zudem scheint sich Morrigans Sprecherin nicht sicher zu sein, ob sie mit einem schottischen Akzent sprechen soll oder nicht. Gefühlt mehr als die Hälfte der Kämpfe sind nicht etwa gegen den Rest des Casts, sondern gegen Ultron Sigmas Handlanger in Gestalt von Roboterdrohnen oder infizierter Asgardianer. Noch dazu unterbrechen die zahlreichen Ladepausen den Erzählfluss, der ohnehin schon holprig ablaufenden Geschichte. Zwischen den Szenen wird oftmals zwischen Locations und Zeiten gesprungen. Highlight der Story sind die kleinen Fanservice-Momente, zum Beispiel wenn Hulk und Ryu gemeinsam ein Fastball Special ausführen oder wenn Dante und Iron Man sich high-fiven. Nach knapp zweieinhalb Stunden werdet ihr mit einem eher unbefriedigenden Ende in die restlichen Modi des Spiels entlassen.

Da wäre zunächst einmal der Trainingsmodus, der in keinem Prügelspiel fehlen darf und mit allen wichtigen Optionen aufwartet. Unter "Missionen" findet ihr nicht nur Tutorials für komplexe Techniken wie Laufen und Springen, sondern auch charakterspezifische Combos. Leider drohen diese mit kommenden Balance-Patches obsolet zu werden, worauf das Spiel selbst mit einer Textbox hinweist. Zudem gibt es eine Galerie mit Konzeptzeichnungen und Sound Test für Themes und Sprachsamples, freizuschalten gibt es dort nur Grafiken von den Ladescreens aus der Kampagne. Fast schon pflichtbewusst hat Capcom auch einen Arcade-Modus beigefügt, der aber keine speziellen Endings bietet und deswegen eure Zeit nicht wert ist. Im Vergleich zu Marvel vs. Capcom 3 ist der Grafikstil realistischer gehalten, ohne die dicken Konturen und kräftigen Farben, die den Comic-Look des Vorgängers ausgemacht haben. Keine gute Entscheidung, wie sich mit der Zeit zeigt.

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