PlayNation Test Horizon Zero Dawn

Horizon Zero Dawn - Fantastische Welten nicht nur im Morgengrauen

Von Ben Brüninghaus - Test vom 27.02.2017 - 12:24 Uhr
Horizon Zero Dawn Screenshot

Das Action-RPG Horizon: Zero Dawn stellt die Brücke zu einer neuen Marke und einem andersartigen Weg dar, den Guerrilla Games momentan einschlägt. Es handelt sich hierbei um das erste Rollenspiel der Killzone-Macher. Warum es der Videospielindustrie gut tut, neue Marken auszuprobieren und zu etablieren, möchten wir euch in unserem Test zum Fantasy-Epos näher bringen.

Guerrilla Games konnte mit der Killzone-Reihe einen vollen Erfolg landen. Heute gibt es unzählige Ableger, die an den Erfolg anknüpfen sollten. Allerdings ist das Ausschlachten einer Marke zum Problem einer ganzen Industrie geworden. Es wird sich auf dem Erfolgsrezept ausgeruht, das eine stetig währende und funktionierende Formel beinhaltet. Doch auch nach dem zwanzigsten Ableger einer Spielereihe wird eine funktionierende Formel nicht immer neue Spieler einfangen können, wo auf der anderen Seite parallel die alteingesessenen Fans einer Reihe zumeist vom Überfluss des Angebots gesättigt sind oder dies eines Tages so empfinden könnten.

Das heißt nicht, dass so ein Konzept nicht funktioniert, aber hin und wieder ist es wichtig, frischen Wind durch den Spielemarkt wehen zu lassen. Obgleich dieser Schritt in nachvollziehbarer Weise auch immer mit einem gewissen Risiko verbunden ist. Ob eine Marke von den Spielern angenommen wird oder nicht, muss sich dann von Grund auf neu zeigen. Doch gerade in Zusammenarbeit mit Sony konnten diverse Spielehersteller schon für den einen oder anderen Erfolgshit sorgen. Guerrilla hat sich entschieden ein Rollenspiel zu produzieren und mit ihren vorhandenen Fähigkeiten haben die Entwickler genau ins Schwarze getroffen.

Aloy, die Ausgestoßene

Allem voran benötigt es für ein funktionierendes Rollenspiel starke Charaktere, die vom Spieler wohlwollend aufgenommen werden - einen im besten Fall berühren. In Horizon: Zero Dawn dreht sich alles um die zentrale Figur Aloy. Als kleines Kind verstoßen von ihrem Stamm, kämpft sie sich durch eine kalte und erbarmungslose Welt. Es gilt das nackte Überleben, denn die Welt - obwohl es 1000 Jahre in der Zukunft angesiedelt ist - hat sich zu einem gewissen Maße zurückentwickelt. Die Menschen leben als Jäger und Sammler, in einem Bund innerhalb einzelner Stämme, zusammen. Doch die Postapokalypse sieht vor, dass alte Maschinen, die als autonome Lebensform sehr weit fortgeschritten sind, mit den Menschen in Koexistenz auf dem Planeten leben.

Mensch und Maschine teilen sich die Welt, die der Steinzeit zu ähneln scheint und Aloy muss ihr Dasein als Einzelgängerin fristen. Doch eben dieser Umstand macht sie zu dieser einzigartigen und starken Kriegerin, die im erwachsenem Alter bereit ist jeden Kampf zu bestreiten. Und starke Kämpfer werden in dieser rücksichtslosen Welt gebraucht, wie sich sehr bald herausstellen sollte.

Doch neben Aloy gibt es noch andere Figuren, die eine wichtige Rolle für den Handlungsrahmen einnehmen. Rost, ebenfalls Ausgestoßener des Stammes, nimmt die Rolle des Mentors ein und kümmert sich um die kleine Aloy, während niemand anderes mit ihr sprechen darf. Ein großes Mysterium entsteht um den Verbleib ihrer Mutter. Wer war sie und warum musste Aloy ohne sie aufwachsen?

Das sind zentrale Fragen des Handlungsbogens. Rost wird nicht nur ihr Mentor, sondern auch eine Vaterfigur. Andere Charaktere, wie die Urmütter der Stämme, treten auf und sorgen für den entsprechenden Dialog. Insgesamt gibt es immer wieder Figuren mit einem Alleinstellungsmerkmal und reellem Wiedererkennungswert innerhalb der einzelnen Stämme. Diese werden beispielsweise in manchen Quests bereits im Vorfeld angekündigt, was den Spannungsbogen leicht anzieht, bis der Spieler ihnen zu gegebener Zeit über den Weg läuft.

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