Die Zwerge: Vom Fantasy-Epos zum Spiel - Unser Test

30.11.2016 - 20:00

Das Spiel Die Zwerge, basierend auf der gleichnamigen Buchvorlage des Bestseller-Autors Markus Heitz, machte zum ersten Mal Mitte letzten Jahres von sich reden, als erste Informationen über den Titel in Form eines inoffiziellen Leaks bekannt wurden. Nur kurz darauf äußerte sich das deutsche Entwicklerstudio KING Art Games dazu und bestätigte, dass sich ein solches Spiel bei dem hauptsächlich für Spiele wie The Book Of Unwritten Tales bekannten Studio in der Entwicklung befinden würde. Als voraussichtliches Veröffentlichungsdatum gab man damals grob das erste Quartal des Jahres 2016 an. Nun, pünktlich zum Jahresende, erscheint der mittels einer umfangreichen Kickstarter-Kampagne finanzierte Titel endlich im Handel. Wir haben das Spiel bereits im Voraus spielen dürfen und wollen euch in unserem Test berichten, wie gut die Umsetzung der Buchvorlage gelungen ist – und ob sich das Spiel auch dann lohnt, wenn man die Bücher zuvor nicht gelesen hat.

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Geschrieben von Lisa Anders Das PlayNation.de Team

Das Strategie-Adventure Die Zwerge nimmt sich die gleichnamige Literaturvorlage des deutschen Autors Markus Heitz als Grundlage. Gepublished wird der Titel, von dem man zum ersten Mal im Juli 2015 hörte, vom Publisher EuroVideo, der zuletzt für den Vertrieb des neuen Daedalic-Titels Silence zuständig war. Für die Umsetzung des Titels zeichnet sich das Bremer Studio KING Art Games verantwortlich. Eng in die Entwicklung involviert war vor allem auch der Autor der Originalvorlage, wodurch man schon von Beginn der Entwicklung an auf eine würdig umgesetzte Adaption hoffen durfte.

Viel Text, exzellente Erzählweise

Ein Buch und dessen umfangreiche Welt spielbar machen - dieser Herausforderung stellte man sich beim Entwickler KING Art Games. Doch wie gut funktioniert diese Umsetzung in der Realität? Simpel gesagt: Viel besser, als wir zu hoffen gewagt haben.
Maßgeblich daran beteiligt sind verschiedene Faktoren. So entschied man sich zum Beispiel dazu, die multiplen Handlungsstränge des Buches auf den Protagonisten Tungdil Goldhand und dessen Begleiter herunterzubrechen. Dies bedeutet jedoch keinesfalls, dass etwas von der Geschichte verloren geht. Durch Gespräche zwischen den verschiedenen Charakteren, die von einem auktorialen Erzähler begleitet und ergänzt werden, bekommt man alle essentiellen Informationen auf direktem Wege vermittelt, ohne dabei allzu viel lesen zu müssen. Denn jeder Charakter im Spiel wurde eigens vertont, sodass es sich zeitweilig so anfühlt, als würden wir ein Hörbuch spielen. Den verschiedenen Figuren wird auf diesem Wege gleichzeitig auch ihre eigene Persönlichkeit aufgedrückt, sprachliche und charakterliche Eigenarten sowie schon aus dem Buch bekannte Phrasen haben oft ihren Weg ins Spiel gefunden und sorgen für Wiedererkennungswert bei denjenigen Spielern, die mit der Vorlage vertraut sind, machen aber auch Unvoreingenommenen schnell klar, was die wesentlichen Merkmale der einzelnen Charaktere sind.

Ein weiterer wesentlicher Teil der Vorlagennähe war mit Sicherheit auch die Entscheideung von Seiten des Entwicklers, die Fans der Bücher von Anfang an mit in den gestalterischen Prozess der Protagonisten mit einzubeziehen. So fragten sie beispielsweise auf der Facebook-Seite zum Spiel immer wieder nach wichtigen äußerlichen Merkmalen einzelner Individuen und ließen zwischen verschiedenen gestalterischen Varianten wählen, um dem Idealbild der Figuren, das sich bei der Mehrheit der Leser eingegraben hat, gerecht zu werden. Viele Persönlichkeiten erscheinen vermutlich gerade deswegen genau so im Spiel, wie man sie sich selbst beim Lesen der Geschichte vorgestellt hat. Auch hier profitieren wieder auch Spieler, denen die Vorlage unbekannt ist: Die Figuren wirken nicht nur in ihrer Sprache, sondern auch in ihrem Aussehen glaubhaft und authentisch, was dem Erschaffen einer immersiven Geschichte und Welt den nötigen detailverliebten Tiefgang beschert.



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