The Lion's Song: Episode 2 - Anthology: Alle Facetten des narrativen Adventures im Test

30.11.2016 - 11:28

Nachdem wir im Vorfeld bereits The Lion's Song: Episode 1 – Silence getestet hatten, nehmen wir uns nun Episode 2 – Anthology zur Brust. In unserem Test sagen wir euch, wie uns die Geschichte rund um den unter Selbstzweifeln und Erfolgsdruck leidenden Maler Franz gefallen hat und ob uns Mi'pu'mi Games trotz der minimalistischen Umsetzung überzeugen konnte.

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Geschrieben von Julia Rother Das PlayNation.de Team

Mehr als vier Monate ist es her, dass The Lion's Song von Mi'pu'mi Games auf dem PC sein Debüt feierte. Das narrative Point & Click-Adventure besteht aus vier Episoden, in denen wir jeweils in die Lebenswelten dreier brillanter Köpfe am Anfang des 20. Jahrhunderts eintauchen. Wir spielen Gott, treffen Entscheidungen und bestimmen so das Schicksal der Protagonisten. Wie am Ende alle Geschichten miteinander verflochten sind, bleibt abzuwarten. Klar ist bisher nur, dass unsere Spielweise bestimmt, was aus den Dreien wird und ob sie das erreichen, wonach sie so sehnlichst streben: Anerkennung. Wir waren von Anfang an im Besitz eines Season Passes und da wir bereits die erste Episode getestet haben, war von Anfang an klar, dass wir auch jetzt in die kreative österreichische Welt von Mi'pu'mi Games zurückkehren würden!

Das geschah in Episode 1 - Silence

Bevor wir uns nun der zweiten Folge des Adventures widmen, lasst uns noch einmal kurz Episode 1 - Silence rekapitulieren: Hier spielten wir die junge Musikstudentin Wilma, die sich, gebeutelt von Erfolgsdruck und Versagensängsten, auf der Suche nach Inspiration für ihr wohl wichtigstes Stück in eine Alpenhütte zurückzog. Bei Interesse findet ihr hier einen ausführlichen Test zum Vorgänger.

Episode 2 – Anthology: Der Druck nimmt zu

Mit Episode 2 - Anthology knüpft der österreichische Entwickler nun etwas später als erwartet an den Erfolg der ersten Episode an, wollte er doch das Feedback der Spieler nutzen und deren Wünsche miteinbeziehen.

Diesmal präsentiert sich uns allerdings nicht das persönliche Drama von Wilma, sondern wir lernen die mindestens ebenso dramatisch anmutende Innenwelt von Maler Franz Markert kennen. Überaus talentiert, aber bisher kaum bekannt, versucht er sich in der kreativen Szene einen Namen zu machen. Aber hier geht nichts über Vitamin B und Mundpropaganda: Franz muss also überzeugen, das nächste Porträt muss sitzen und das, obwohl er mit seinen bisherigen Werken doch so gar nicht zufrieden war und stark an sich zweifelt:  „Werde ich jemals gut genug sein?“ Von Perfektionismus und eigenen Anforderungen zermürbt, setzt Franz alles auf eine Karte - und könnte dabei so viel mehr verlieren als nur seine Chance auf den großen Ruhm: sich selbst.

Ein Maler, der euer Innerstes auf die Leinwand bringt

Was Franz so besonders macht? Er ist in der Lage, die verschiedenen Facetten eines Menschen zu erkennen und auf seine Leinwand zu bannen. Er malt die Menschen wie sie wirklich sind, nicht wie sie sich geben oder gerne wären und blickt damit hinter ihre Fassade und direkt in ihre Persönlichkeit. Eine große Gabe, die sehr viel Macht und damit auch Verantwortung beinhaltet und an der einen oder anderen Stelle mehr aufdecken könnte, als dem Original lieb sein dürfte...

Auf seiner Suche nach Erfolg trifft Franz auf verschiedene Charaktere. Doch wen soll er malen, wenn doch an diesem einen Bild seine Karriere hängen könnte? Wir versuchen also, unsere Gesprächspartner kennenzulernen und erhaschen so erste visuelle Einblicke in ihre verschiedenen Facetten. Wen wir wählen und wen wir verschmähen bleibt uns überlassen - Konsequenzen ungewiss.

Minimalistische Umsetzung mit großer Wirkung

Wie auch in der ersten Episode bewegen wir uns per Mausklick durch die Spielwelt, interagieren mit ihr und wählen verschiedene Gesprächsoptionen aus. Manche führen zum selben Endergebnis und sind somit kaum wichtig, aber andere haben einen deutlichen Einfluss auf unser Schicksal. Die gewohnt altmodische Pixel-Grafik passt nicht nur zum vergangenen Jahrhundert, auch Ausdrucksweise und Aussehen der Charaktere sind stimmig und die passende musikalische Untermalung tut ihr Übriges.

Auch die zweite Episode von The Lion's Song kommt komplett ohne Vertonung der Gespräche aus und obwohl wir uns diese wie schon im Test zur erstn Episode als Option wünschen, tut dies der Stimmung keinerlei Abbruch. Es ist schon bemerkenswert, wie es das kleine Team von Mi'pu'mi Games schafft, trotz minimalistischer Grafik und Gameplay, fehlender Vertonung und starkem narrativem Fokus nicht nur die wichtigen Emotionen authentisch zu vermitteln, sondern zudem auch noch Spannung aufzubauen. Dies klappt aber nur, wenn ihr euch wirklich auf den Titel einlasst. Wer nebenbei immer wieder aufs Handy schaut oder im Kopf schon den wöchentlichen The Walking Dead-Filmabend plant, ist schnell wieder raus aus der Atmosphäre, an der schlussendlich dann doch irgendwie alles hängt.

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The Lion's Song: Episode 2 – Anthology im Test

Mit Anthology erschien nun auch die zweite Episode von The Lion's Song. In unserem Test sagen wir euch, was euch erwartet und ob das narrative Adventure sein Geld wert ist.

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