Final Fantasy XV: Ein fantastisches Kunstwerk?

28.11.2016 - 16:00

Final Fantasy XV, nahezu eine Dekade haben bekannte Entwicklergrößen wie Tetsuya Nomura, Direktor und Charakterdesigner, sowie der spätere Produzent Hajime Tabata an diesem Kunstwerk gefeilt. Für ein Videospiel ist das eine sehr lange Zeit. Am 29. November 2016 wird das Spiel nun nach einem kurzfristigen Aufschub veröffentlicht. Doch trägt dieser Zeitumfang nun zur Qualität des Spiels bei? Was dürfen eingefleischte Fans und neue Spieler von Final Fantasy erwarten? Oder ähnelt der Titel gar einem Duke Nukem Forever, bei dem sich die Fans des Franchises sichtlich enttäuscht nach dem Release zeigten, der nach über 12 Jahren schlussendlich vollzogen wurde? An dieser Stelle gibt es direkt eine Entwarnung: Final Fantasy XV weist mit ca. 50 Spielstunden an Story und ca. 100 Stunden weiterer Gameplay-Elemente ein umfangreiches Kontingent auf, für das es zurecht viel Zeit benötigte. Im Verlauf des Spiels eröffnet sich eine einzigartige Sicht auf die Dinge dieser fantastischen Welt. Die Symbiose eines modernen und innovativen Kampfsystems, einer funktionierenden Figurenkonstellation, die den narrativen Elementen zu einem bemerkenswerten Hoch verhilft sowie das atemberaubende Umgebungs- und Leveldesign einer gigantischen Open-World, machen Final Fantasy XV zu einer einzigartigen Reise, die kein Spieler so schnell vergessen dürfte.

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Geschrieben von Ben Brüninghaus Das PlayNation.de Team

Wir möchten euch in unserem Erfahrungsbericht die drei Kernelemente (Gameplay, Figuren und Open-World) näher erläutern und erklären, warum sie so wichtig für jene Spielerfahrung sind, die wir mit Final Fantasy XV machen durften. Allem voran haben wir als spielende Individuen in unserem heutigen Zeitalter viel gesehen, der Spieler ist müde geworden und vom ständigen Einheitsbrei umgeben. Es fehlt die Innovation und entsprechende Spieleentwickler, die sich trauen etwas anders zu machen. Mit Tabata und Nomura haben wir unter anderem zwei Branchengrößen, die auf langjährige Erfahrungen zurückgreifen können. Und so wie das Franchise von Final Fantasy, haben auch sie sich in ihren Fertigkeiten weiterentwickelt, um schließlich ein neuartiges Gameplay-Konzept für Final Fantasy zu entwickeln.

Prinz Noctis und seine Freunde, die Figurenkonstellation

Die Entwickler bei Square Enix haben schon immer viel Wert auf eine fantastische Geschichte, einzigartige Figuren und Charaktere innerhalb ihrer Spielereihe gelegt. Mit Final Fantasy XV wollten sie dem Spieler erneut eine abenteuerliche Reise bieten. Allerdings setzt der neueste Ableger hier nochmal einen drauf. Der Spieler sollte einen Road-Trip mit seinen Freunden am eigenen Leibe erfahren. Im Mittelpunkt steht hier Prinz Noctis Lucis Caelum, der Sohn des Königs Regis, der seine drei Freunde um sich versammelt hat und von seinem Vater auf eine Reise abseits der Heimat Insomnia geschickt wird. Die Ereignisse schließen hier an den CG-Film „Kingsglaive: Final Fantasy XV“ an und verlaufen parallel, bevor sie zu einem bestimmten Zeitpunkt über die Geschehnisse des Films hinauslaufen.

Die Freundschaft zu Ignis, Gladiolus und Prompto bekommt im Verlauf des Spiels eine immer tiefgreifendere Bedeutung. Noctis und seine Freunde sind keine statischen Figuren, sondern durchlaufen eine ausgefallene Entwicklung im Laufe der Zeit. Diese Entwicklung spürt der Spieler vehement, da die Zeit im Regalia – dem vom König zur Verfügung gestellten Fahrzeug - sinnvoll genutzt wird, um immer wieder relevante Dialoge und Ereignisse ins Spiel zu verpacken, damit sich die Figuren weiter in ihrer Einzigartigkeit entfalten können.

Die Gefährten und ihre Individualität

Allem voran steht Gladiolus, der Schild des Königs, der es zu seiner persönlichen Aufgabe gemacht hat, Prinz Noctis mit allen Mitteln und Kräften zu beschützen. Der erfahrene Kämpfer wird Noctis im Verlauf der Reise immer wieder den Weg weisen und auch auf negative Aspekte des Prinzen zu sprechen kommen. Er ist essenziell für die Entwicklung der Figur Noctis, also die Entwicklung vom Prinzen zu einem wahrhaftigen König. In Bezug auf das Gameplay hat er sogar noch die Fähigkeit „Überleben“, wodurch er besondere Items von Gegnern erhält. Jede Figure hat diesbezüglich eine einzigartige Fähigkeit. Noctis angelt zum Beispiel sehr gerne und sorgt für Fische am Lagerfeuer beim Campen.

Ignis wird eine ganz besondere Rolle zuteil. Er gilt als taktisches Köpfchen der vier Streiter und ist stets besorgt um die Gesundheit des Prinzen. Er hat den absoluten Durchblick und die Fürsorge in Hinsicht des Prinzens erscheint herzerwärmend, da sie aufrichtig vermittelt wird. Beispielsweise übernimmt er das Kochen für die Gruppe, wenn sie abends an einem Lagerfeuer sitzen und den Tag ausklingen lassen. 

Der Vierte im Bunde ist Prompto. Ein zu Anfang aufgedreht wirkender Schwächling, der im Gegensatz zu Noctis nicht adliger Abstammung ist, ihn jedoch immer wie einen normalen Bürger behandelt hat und den Prinzen nicht auf ein Podest hob. Wie jeder andere ist auch er mit einer Fähigkeit ausgestattet: dem Fotografieren. Deshalb werden auf der Reise der vier Freunde seinerseits stets Fotos geschossen, was sich an bestimmten Eckpfeilern auch auf das Gameplay und etwaige Nebenquests auswirkt. Im Verlauf der Geschichte stellt sich jedoch heraus, dass Prompto alles andere als ein Schwächling ist. Er beweist Noctis seine Kraft und durchläuft dabei eine rege Entwicklung. 

Von Freundschaft und Verbundenheit

Relevant bei den Figuren ist, dass der Spieler durch die narrativen Formen das Maximum an Verbundenheit zu allen vier Charakteren in dieser Spielzeit aufbauen kann. Ob es die bedingungslose Liebe von Prinz Noctis zur Kannagi Lunafreya ist, das Vertrauen, das Prompto uns mit seiner entfalteten Stärke entgegenbringt, die Fürsorge von Ignis oder die brüderliche Art und Weise, wie ein Gladiolus mit uns als Spieler umgeht, die Immersion in Hinsicht auf die Geschichte eines Videospiels könnte an dieser Stelle nicht höher sein.

Zudem hielten die Entwickler ihr Wort. Obgleich Final Fantasy XV in seinen Grundfesten einer fantastischen Reise mit seinen Freunden gleicht, werden in diesem Kunstwerk tiefgehende und schmerzvolle Emotionen vermittelt, die dem Spieler schließlich zur Katharsis verleiten. FFXV ist demnach nichts für zartbesaitete Gemüter.

Seite 1: Figuren und ihre Konstellation
Seite 2: Gameplay und Kampfsystem
Seite 3: Open-World, Level- und Sounddesign
Seite 4: Unser Fazit!

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