PlayNation Test The Lion's Song

The Lion's Song - Episode 1 – Silence: Kostenlose Indie-Perle oder doch alles umsonst?

Von Julia Rother - Test vom 18.07.2016 - 09:48 Uhr
The Lion's Song Screenshot

In The Lion's Song: Episode 1 – Silence von Entwickler und Publisher Mi'pu'mi Games schlüpfen wir in die Haut der jungen Musikstudentin Wilma. An Erfolgsdruck und einer Schreibblockade leidend, versucht diese in der Einsamkeit einer österreichischen Berghütte genügend Inspiration für die Beendigung ihres aktuellen Werkes zu finden, denn ein großes Konzert steht kurz bevor. In unserem Test sprechen wir darüber, was das Indie-Adventure zu bieten hat und wo wir für die folgenden Episoden noch Verbesserungsbedarf sehen.

The Lion's Song von Entwickler und Publisher Mi'pu'mi Games ist ein narratives Adventure, das den Spieler in vier Episoden an dem Leben verschiedener Menschen teilhaben lässt. Jeder für sich mit einem außergewöhnlichen Talent gesegnet, sehen sich eine Komponistin, ein Maler und eine Mathematikerin Anfang des 20. Jahrhunderts mit kreativen Krisen konfrontiert, die sie ihren lang ersehnten Erfolg kosten könnten. Ihre Geschichten sind hierbei noch nicht in Stein gemeißelt, denn am Ende ist es der Spieler, der durch seine Entscheidungen ihr Schicksal besiegelt. Sämtliche Episoden erscheinen zunächst für PC, kurz darauf aber auch für iOS und Android. Bisher ist nur die erste, kostenlose Episode erhältlich, die drei folgenden können aber gemeinsam über den Season Pass für 9,99 Euro vorbestellt oder später einzeln für je 3,99 Euro erworben werden. Der Titel ist in deutscher, englischer, italienischer, französischer und spanischer Sprache spielbar. Die erste Episode erschien am 07. Juli 2016 auf Steam.

In The Lion's Song: Episode 1 – Silence lernen wir die junge Musikstudentin Wilma kennen. Unter einer Schreibblockade leidend, fällt ihr die Komposition ihres neuesten Stückes besonders schwer. Das Angebot ihres Mentors und Professors Arthur, sich in seiner einsamen Berghütte zurückzuziehen, zur Ruhe zu kommen und ihr Werk zu vollenden, hört sich in diesem Kontext ziemlich verlockend an. Doch der Druck steigt, denn erst in der österreichischen Einsamkeit erfährt Wilma, dass Arthur bereits hinter ihrem Rücken ein Konzert geplant hat. Nur noch wenige Tage verbleiben, bis die junge Studentin als Hauptakt zwischen anderen kreativen Köpfen ihr neuestes Werk präsentieren soll.

Entscheidungen und ihre Folgen

Die Entscheidung ist längst gefallen, eine Wahl oder gar ein Mitspracherecht haben wir nicht. Doch es führen viele Wege nach Rom und auch die Entstehung eines künstlerischen Werkes ist selten linear. So gibt es verschiedene Objekte, aus denen Wilma Inspiration ziehen kann. Bücher, Briefe, Geräusche aus der Umwelt, die Worte anderer oder die eigene völlige Übermüdung haben ihre ganz eigene Melodien, die Wilma dank ihres außergewöhnlichen Talents zu Papier bringen kann. Wir treffen dabei für die junge Frau die eine oder andere wichtige Entscheidung. Hören wir auf unsere menschlichen Bedürfnisse oder treiben wir uns selbst weit über unsere Grenzen hinaus? Isolieren wir uns oder lassen wir uns auf menschlichen Kontakt ein? Aber auch über uns selbst müssen wir uns Gedanken machen und uns auf das besinnen, was uns wirklich wichtig ist. Liebe, Familie oder Erfolg sind dabei alles legitime Entscheidungen, solange wir nur voll hinter ihnen stehen. Konfrontiert werden wir mit diesen noch einmal am Ende, als uns die offenbar relevanten Entscheidungen aufgelistet werden. Hier erfahren wir auch, wie sich andere Spieler entschieden haben und dass es offenbar an manchen Stellen Optionen gab, die uns so gar nicht bewusst waren.

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