PlayNation Test Total War: Warhammer

Total War: Warhammer - Fantasy-Epos goes Echtzeitstrategie

Von Lisa Anders - Test vom 21.06.2016 - 20:26 Uhr
Total War: Warhammer Screenshot

Man nehme einen Klassiker der Tabletop- und Pen&Paper-Fantasywelt, mische ihn mit einem nicht minder etablierten Echtzeitstrategiespiel und bewundere das Meisterwerk? Wir gut der Mix der beiden Urgesteine der Spielegeschichte wirklich funktioniert, haben wir einmal unter die Lupe genommen und lassen Total War: Warhammer dabei nicht nur auf seinen Bezug zur Vorlage, sondern auch auf seine Einsteigerfreundlichkeit untersuchen. Dies ist unser Test zum neusten Teil von Total War!

Bei Ulrics Wut und Sigmars Hammer!

Echtzeitstrategie - ein Genre, welches ich lange Zeit gemieden habe. Ein Spruch des Ladebildschirms von Total War: Warhammer, entwickelt von Creative Assembly und herausgebracht unter der Herrschaft von Sega macht auch direkt klar, wieso. Um einmal die Stirländer, ein kleines hobbitartiges Volk aus der Welt des Warhammer Fantasy-Universums zu zitieren: Schnelles Denken führt zu schnellen Fehlern. Ganz nach dieser Prämisse habe ich bisher immer einen weiten Bogen um alle Ableger der Total War-Reihe gemacht, auch wenn Strategiespiele, Titel wie die Civilisation-Reihe oder Heroes of Might and Magic genau die Spiele sind, die schon vor über zehn Jahren meine Liebe zu Computerspielen entfacht haben. Wieso also gerade jetzt damit anfangen?

Ganz einfach: Weil Warhammer auf dem Titel steht! Anders als viele andere Redakteure der Branche ist es nämlich genau das, was mich an diesem Spiel reizt. In der Fantasy-Welt von Warhammer bin ich schon lange zu Hause, klassisch, mit Stift und Papier. Mit meiner Pen&Paper-Gruppe habe ich beinahe alle Länder im Hoheitsgebiet des Imperiums bereist, kann inzwischen nicht mehr zählen, wie oft wir dabei von der Inquisition, Goblins, Skeletten oder Ausgeburten des Chaos selbst gejagt wurden oder uns in scheinbar ausweglosen Situationen wiedergefunden haben. Mit Total War: Warhammer bot sich mir also gleich eine doppelte Chance: Sowohl den Zugang zur Echtzeitstrategie finden, als auch als mächtigster Imperator nun endlich den Spieß umzudrehen und dieses Mal das Chaos in den hintersten Winkel der alten Welt zu jagen.

Kurz vorab: Diese Voraussetzungen braucht ihr, um das Spiel flüssig bei guter Grafik bewundern zu können: 

  • Betriebssystem: Windows 7 oder höher (64 Bit)
  • Prozessor: Intel Core i5 4570 (3,2 GHz)
  • Arbeitsspeicher: 8,0 GByte
  • Grafikkarte: AMD Radeon R9 270X / Nvidia Geforce GTX 760 @ 1080p
  • DirectX: Version 11 (ein Patch für die Unterstützung von DirectX 12 wurde kurz nach Release nachgeliefert)
  • Speicherplatz: 35 GByte
     


Etwas mehr Chaos, bitte!

Umso überraschender kam es, dass das Chaos, wohl eine der wichtigsten Fraktionen in Warhammer, lediglich DLC-Inhalt ist. Zwar, nach gehörigem Aufschrei der Spielerschaft, ein kostenloser, aber die wichtigste und bedrohlichste Fraktion dieser Welt nicht von Anfang an ins Spiel zu implementieren erscheint ein wenig befremdlich. Dafür überrascht Total War mit der Differenziertheit der anderen vier Gruppierungen des Spiels, denn sowohl das Imperium, als auch Zwerge, Vampire und Orks erfordern jeweils eine völlig andere Spielweise, die sich grundlegend von den anderen abhebt. Genießen wir so zum Beispiel mit dem Imperium die ruhige Zeit zwischen zwei Schlachten, so müssen wir als Spieler der orkischen Einheiten vor allem darauf achten, dass diese Atempausen nicht zu lang werden. Ganz die primitiven Bestien, wie man sie gemeinhin im Fantasygenre kennt, schätzen es die grünhäutigen Krieger keineswegs, wenn ihnen zu lange kein Feind unter die Klinge kommt und fangen deshalb kurzerhand an, sich gegenseitig zu zerfleischen. Vampire wiederum zeichnen sich in ihrer Spielweise vor allem durch die Abwesenheit von Fernkampfeinheiten aus, was grundlegend andere Taktiken und Herangehensweisen an Schlachtabläufe erfordert und den einen oder anderen General vor große Herausforderungen stellen dürfte. Genau wegen diesen empfiehlt es sich vor allem auch, des öfteren einmal manuell zu speichern. Zwar sichert das Spiel euren Fortschritt vor wichtigen Kämpfen beispielsweise automatisch, vor allem aber Neulingen sei ans Herz gelegt, selbstständig mehrere Zwischenspeicherstände anzulegen. Denn Fehler werden euch immer wieder passieren und auch wenn diese selten von gravierender Natur sind, lässt sich so eine allzu hohe Frustrationsrate vermeiden. 

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