PlayNation Test Mirror's Edge Catalyst

Mirror's Edge Catalyst - Über den Dächern der gläsernen Stadt

Von Dustin Martin - Test vom 08.06.2016 - 19:33 Uhr
Mirror's Edge Catalyst Screenshot

Es ist der Versuch, eines der innovativsten Spiele der letzten Konsolen-Generation auf die nächste Ebene zu heben: DICE und Electronic Arts lassen uns in Mirror's Edge Catalyst abermals als Faith über die Dächer der Stadt aus Glas rennen, springen und kämpfen. Wie gut das Konzept der Open World funktioniert und ob der Kampf zwischen Rebellen, traumatisierter Protagonistin und diktatorischem Establishment aufgeht, zeigen wir in diesem Test zu Mirror's Edge Catalyst.

Story - Faith inmitten einer Dystopie

Wenn wir als Faith, der Protagonistin aus dem ersten Mirror’s Edge, eines der Spiele des Jahres 2008, über die Dächer einer klinisch sauberen Stadt laufen und springen, fühlt es sich fast so an, wie damals. Wir gehen immer weiter und weiter, vielleicht rennen wir vor uns weg, vielleicht haben wir Angst vor dem, was uns die Zukunft bringt, vielleicht lieben wir aber auch dieses Gefühl der Freiheit in einer Gesellschaft, in der niemand mehr frei sein darf.

Die Geschichte von Mirror's Edge Catalyst beginnt mit der Entlassung von Faith aus dem Gefängnis. Sie war dort ihr halbes Leben eingesperrt, weil sie sich gegen die Elite der Gesellschaft gewehrt hatte. In der City of Glass werden alle Bürger überwacht, niemand hat das Recht auf eine freie Meinung, eine Rebellion ist faktisch unmöglich. Faith spürte das am eigenen Leib. Dennoch entscheidet sie sich, ob sie es will oder muss, dort weiterzumachen, wo sie aufgehört hat.

Entwickler DICE über die Entwicklung der Story des Spiels und Comics: Innerhalb eines aktuellen Blog-Eintrags spricht DICE über die Entwicklung der Story von Mirror's Edge Catalyst.

Irgendwo zwischen Rebellion und Selbstverwirklichung

So laufen wir in Mirror's Edge Catalyst als Faith über die Wolkenkratzer, die Wohnungen der normalen Bürger und der High Society, durch Büroräume von mächtigen Konzernen und kämpfen uns den Weg frei, um unsere Altlasten abzulegen und die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Der rebellische Gedanke steht in der gesamten Story ganz oben und ist immer präsent, wohingegen die privaten Sorgen und das Trauma der Ermordung ihrer Eltern und der Schritt in die Kriminalität weniger als taugliche Geschichte dienen, sondern viel mehr als Motivationshäppchen für die nächste Mission.

Mirror's Edge Catalyst spielt in einer Open World, bestehend aus verschiedenen Stadt-Teilen, die wir durch das Meistern der Hauptmissionen freischalten. Dabei löschen wir Daten von einer Festplatte, schalten Sicherheitskräfte der zwielichtigen Staatsfirma „KrugerSec“ aus oder finden einfach nur den schnellsten Weg von A nach B.

Mirror's Edge Catalyst erzählt in Zwischensequenzen

Leider verkaufen uns die Entwickler diese Story eher als Mittel zum Zweck. Denn trotz der raffinierten Verknüpfung von privaten Sorgen und Pflichten sowie der Rolle innerhalb der gesamten Revolutionsgruppe der Runner und den individuellen Vorstellungen einer perfekten Gesellschaft schafft es die Geschichte nicht, tiefgreifend zu erklären, warum wir uns letztlich über die Dächer der gläsernen Stadt ringen.

Einfacher gesagt: In Mirror's Edge Catalyst wirken die Charaktere außer Faith blass und künstlich, die Zusammenhänge sind simpel und vorhersehbar. Zudem erschweren die Zwischensequenzen – nur sie gehen genauer auf die Geschehnisse ein – eine gute Erzählung. Innerhalb der ungefähr zehn Stunden Spielzeit wechseln wir immer wieder zwischen diesen animierten Sequenzen, die uns emotional binden, und einer Open World mit austauschbaren Missionen.

Abseits der Story birgt der Titel von DICE jedoch ganz andere Stärken, die der Innovation des ersten Ablegers tatsächlich nachkommen können. Auf Seite 2 schreiben wir in unserem Review zu Mirror's Edge Catalyst über das Gameplay.

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