PlayNation Test Homefront: The Revolution

Homefront: The Revolution - Aufstand mit Grenzen

Von Dustin Martin - Test vom 26.05.2016 - 20:30 Uhr
Homefront: The Revolution Screenshot

Mit Homefront: The Revolution wollen die Entwickler zeigen, dass ein gutes Setting zusammen mit frischen Gameplay-Ideen und einer Open World begeistern können. Im Test zum Shooter der Dambuster Studios wird leider nur das Potential wirklich sichtbar – zu großen Teilen wirkt das Spiel unfertig und so linear wie sein Vorgänger. Warum das so ist, lest ihr in unserer Review zum zweiten Homefront.

Es war eine lange Entwicklungsgeschichte und wohl eine der schwersten, die ein Spiel dieser Größenordnung jemals verkraften musste. Nach der Pleite vom ursprünglichen Publisher THQ wurde die Arbeit an Homefront: The Revolution von Crytek übernommen, die wenige Monate später ebenfalls finanzielle Probleme hatten. Nun ist der Shooter unter dem Zeichen von Deep Silver erschienen.

Die Turbulenzen dieser Entwicklung können wir deutlich in Homefront: The Revolution spüren. Wer den Titel zum Release gespielt hat, oder wie wir eine Woche danach, stößt auf viele unvollkommene Stellen und unausgereifte Story-Ausschnitte. Wo die Stärken und Schwächen von Homefront: The Revolution liegen, erklären wir euch in dieser Review.

Story-Trailer geht auf Geschichte von Homefront: The Revolution ein: Innerhalb des Trailers dürft ihr euch darüber hinaus auf zahlreiche Gameplay-Szenen freuen.

Story von Homefront: The Revolution – USA gegen Nordkorea

Grundlegend hat sich im Vergleich zum ersten Teil von Homefront nicht viel geändert. Auch in Homefront: The Revolution kämpfen wir als US-Amerikaner um die Freiheit des eigenen Landes, das durch eine nordkoreanische Militärdiktatur unterdrückt wird.

Begonnen hat alles in den frühen 60er Jahren. In der alternativen Realität schottete sich Nordkorea nicht ab, sondern entwickelte sich technologisch und politisch rasch weiter. Im 21. Jahrhundert hat die USA in vielen Kriegen ihre Finger im Spiel – verliert sie und wird wirtschaftlich weit nach hinten geworfen. Das Land braucht Hilfe.

Schicksal der Befreiung liegt in unseren Händen

Nachdem eine EMP-Bombe schließlich die gesamten militärischen Arsenale lahmlegen, liefert der nordkoreanische Staatskonzern die neuen Waffen. Truppen aus Übersee kommen, um Amerika wieder zu stärken. Wenig später offenbart sich eine Hintertür in den verkauften Waffen, die sie allesamt stilllegen – die angeblichen Hilfskräfte stellen sich als Unterdrücker heraus und übernehmen unter anderem die Stadt Philadelphia, die wir zurückerobern müssen.

An dieser Stelle steigen wir in Homefront: The Revolution ein und machen uns als Zivilist ein eigenes Bild vom Unglück. Um uns herum hat sich bereits eine revolutionäre Befreiungsfront gebildet, dessen Schicksal letztlich in unseren Händen liegt.

Ab diesem Punkt fängt die Story aber auch an, immer mehr zu schwanken und wird am Ende immer schwächer, als sie am Anfang noch war.

Der stumme Protagonist

Das liegt vor allem daran, dass die Charaktere einseitig sind und eine Reihe von Klischees bedient werden, die wir uns bei so einem Abenteuer nicht erhofft hatten. Dazu kommt, dass wir als Protagonist nicht sprechen können und damit eine wesentliche Rolle im ganzen Konstrukt der Revolution fehlt. Wir fühlen uns im Laufe des Spiels mehr und mehr als Roboter, der die Aufgaben erfüllt, sich selbst aber nicht weiterentwickelt. Ziel des Spiels ist es, alle Gebiete einzunehmen.

Erzählerisch wirkt Homefront: The Revolution daher sehr beengt und voreingenommen, wenngleich das Setting ein sehr starkes ist. Der Kampf und die Hintergrundgeschichte zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten liefert eine herausragende Vorlage, die jedoch nur stückweise gelungen realisiert wurde.

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