PlayNation Test Hitman

Hitman - Test: Episode 1 - Pariser Mächte

Von Dustin Martin - Test vom 10.03.2016 - 19:38 Uhr
Hitman Screenshot

Die erste Episode des neuen Hitman ist erschienen. Was bietet uns der Anfang des Stealth-Titels von Square Enix und IO Interactive? Wir verraten euch in unserem Test, was sich im Gegensatz zur Beta geändert hat und wieso Hitman mehr Taktik-Spiel als gedacht wurde. Zudem blicken wir auf die Tauglichkeit als Episodenspiel und ziehen in unserem Fazit eine Wertung, die mitunter überraschen dürfte.

Da ist es nun, das neue Hitman. Seit der Ankündigung haben wir immer wieder neue Trailer gesehen, einige Gameplay-Szenen und viele Versprechungen. Dass es letztlich doch keine komplett offene Spielwelt gibt, wissen wir spätestens seitdem Square Enix den Action-Titel zu einem Episodenspiel umgewandelt hat. Doch passt das wirklich in das Gesamtkonzept? Willkommen bei unserem Test zu Hitman – einer Reise durch das tödliche Spiel mit Agent 47.

Ein kleiner Hinweis unsererseits: Wir testen hier die erste Episode von Hitman, da diese neben der Tutorial-Missionen (Test der Hitman Beta) als Einzige verfügbar ist. Die Wertung und all unsere Aussagen beziehen sich nur auf sie. Sobald die weiteren Folgen ihren Release feiern, testen wir sie ebenfalls. Beginnen wir nun aber bei den Grundlagen: Gameplay, Grafik, Story.

Gameplay von Hitman: Klassische Steuerung mit Taktik-Fokus

Wenn Hitman eines kann, dann ist es die reibungslose Steuerung des eigenen Charakters und die Interaktion mit der Außenwelt. Aufgebaut ist die Spielwelt zwar als Open World, doch wirklich groß sind die Orte nicht, an denen wir uns bewegen können. In der ersten Episode des Action-Titels sind wir in einem fiktiven Pariser Schloss, das zwar über mehrere Etagen, einen Keller und einen Vorgarten verfügt. Danach ist Schluss.

Bemerkenswert ist das Inventarsystem. Wir können uns auf einen Einsatz vorbereiten, jedoch nur zwei Hilfsmittel wie Gift oder eine Münze mitnehmen. Wenn wir möchten, können wir einen dritten Gegenstand – hier sind sogar Gewehre möglich – an den Zielort schmuggeln lassen und ihn an einer speziellen Stelle abholen. In den meisten Fällen haben wir im Palais jedoch die Werkzeuge auch so gefunden, die wir zum Töten nutzten.

Kurioses Hitman-Projekt

Agent 47 aus Hitman in Real-Life-Spiel steuern: Genau diese Möglichkeit hatten nun einige Teilnehmer eines Projektes von Publisher Square Enix und Entwickler IO-Interacitve in Zusammenarbeit mit Realm Pictures. Per Sprachbefehl lässt sich der Auftragskiller mit der Glatze darin durch eine echte Villa navigieren. Das entsprechende Videos findet ihr innerhalb unserer News.

Haben wir irgendwo eine Möglichkeit, mit Dingen zu interagieren, wird uns das durch leichtes Blinken und ein kleines Quadrat deutlich gemacht. So verpassen wir in Hitman ein Tötungskommando zumindest nicht, weil wir den Knopf nicht zu drücken wussten. Je nach ausgeführter Aktion reagieren die Besucher der Modemesse, auf der wir uns in Paris befinden, entweder dynamisch oder vollkommen realitätsfern. Der Bodyguard des Gastgebers wendet nichts dagegen ein, wenn wir ihm auf die Toilette folgen, kommen wir ihm davor jedoch zu nahe, greift er sofort ein.

Außerdem machen uns Square Enix und IO Interactive das Attentat leicht, indem sie „Möglichkeiten“ auf der Karte aufzeigen, sobald wir uns in der Nähe dafür befinden. Gut ist das für Einsteiger, die sich als Agent 47 noch austesten wollen. Wer die Herausforderung sucht, kann die Anzeige auch ausstellen und kann so selbst probieren, sich beispielsweise als Kellner zu verkleiden und die Drinks für unser Opfer mit Rattengift zu mischen – in etwa so wie im Tutorial.

In Kampfsituationen hadert das Gameplay-System noch ein wenig mit sich selbst, gerade wenn es um das Ausschalten von Wachen geht, die uns gesehen haben. Ergreifen wir hier nicht schnell genug die Flucht, müssen wir kämpfen. Ganz klar: Die Stärken von Hitman liegen nicht in der Shooter-Mechanik, sondern im taktischen Agieren, Beobachten und gezieltem Handeln. Das Nutzen von Schusswaffen hat sich in unseren Fällen eher schwierig gestaltet.

Hitman-Grafik: Ist das ein Hit, man?

Agent 47 sieht wirklich gut aus. Wir haben die erste Episode auf der PlayStation 4 gespielt und sind überrascht gewesen, wie flüssig das Spiel trotz der sehr hochauflösenden Texturen und der vielen Menschen in der Umgebung ist. In der PC-Version haben wir logischerweise noch eine bessere Grafik sehen dürfen. Hier gab es sogar schönere Lichteffekte. Technisch gesehen gibt es hier zum Release aber noch einige Probleme mit Grafikkarten-Treibern.

Im Gesamtpaket stimmt der grafische Stil von Hitman aber durchweg. Die realistisch gehaltene Aufmachung gibt dem Stealth-Titel zwar keine eigene Note, etwas anderes hätte hier jedoch nicht wirklich gepasst. Positiv fanden wir ferner auch die animierten Zwischensequenzen, die außerhalb der eigentlichen Spielwelt einen detaillierteren Blick auf die Einsätze geben.

Kritisch sehen wir einige Teile der Spielwelt, in Paris beispielsweise den Bereich hinter der Bühne. Hier sieht es so aus, als hätte man den eigentlich durchweg detailverliebten Entwicklern die Zeit genommen, wirklich jeden Part des Palais de Valesca mit Feinheiten auszufüllen. Insbesondere deshalb, weil das Game ausschließlich auf die Erkundung der einzelnen Zimmer und Gebiete aufgebaut ist.

Systemanforderungen für PC-Version von Hitman

Offizielle Systemanforderungen von Hitman enthüllt: Demnach reicht bereits ein Mittelklasse-Rechner, um das Spiel flüssig darzustellen. Außerdem sieht Square Enix von einer Always-On-Pflicht ab.

Story: Welche Geschichte erzählt Hitman?

Paris in der Neuzeit. Viktor Novikov und Dalia Margolis sind die beiden Köpfe einer Geheimorganisation, die unter Verschluss gehaltene Infos ausfindig macht und an den Höchstbietenden verkauft. So sind beispielsweise schon Präsidenten und andere Staatsmänner umgebracht worden. Nun veranstalten sie in Paris eine Modenschau, auf der sie eine Liste von MI6-Agenten veräußern wollen. Unser Auftrag ist es, das zu verhindern.

Das war es schon. Was wie eine lose Geschichte ohne Tiefe klingt, ist es leider auch. Daran wird sich auch nicht viel ändern, denn die Story in Hitman ist nur Mittel zum Zweck: Keine der Episoden hängen so sehr zusammen, dass unsere Taten aus Paris mitunter Auswirkungen auf die zukünftigen Handlungsstränge haben. Sie dienen lediglich dazu, das Gerüst der Mission zusammenzuhalten und uns einen Grund zum Töten zu geben.

Das ist schade, denn bei der Story hat Hitman sehr viel Potential verschenkt. Wir wünschen uns von IO Interactive, dass wir in den kommenden Episoden etwas mehr an Tiefe bekommen und die Erzählungen nicht nur aus einem einfachen Auftragsmord bestehen. Denn eine gute Taktik lässt sich auch dann noch überlegen, wenn wir etwas mehr über die Zielpersonen wissen oder den Hintergrund gewissenhafter vermittelt bekommen.

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