PlayNation Test Far Cry Primal

Far Cry Primal - Kuscheln mit Säbelzahntiger und Co.

Von Franziska Behner - Test vom 24.02.2016 - 20:00 Uhr
Far Cry Primal Screenshot

In eine längst vergangene Zeit wirft uns Ubisoft mit ihrem neuen Open World-Titel Far Cry Primal. Im Steinzeitalter um 10.000 v Chr. schlüpft der Spieler in die Rolle eines jungen Wenja, der das Land befreien und seinen Clan wieder errichten will. Ausgerüstet mit Keule, Pfeil, Bogen und weiteren primitiven Waffen, liegt es nun an uns die Feinde zu besiegen und die Kreaturen zu zähmen, um das Heimatdorf neu aufzubauen und den ewigen Kampf der Gruppierungen zu beenden.

Wie viel Steinzeit-Feeling schwappt tatsächlich über?

Während wir im Vorgänger inmitten eines Bürgerkriegs mit schweren Geschützen, Flammenwerfern und Bomben unser Territorium erweitert haben, fährt Far Cry Primal ein ganzes Stück in der Geschichte zurück. Wir spielen Takkar, einen Wenja aus der Mittelsteinzeit, in der weder ein Fernseher noch ein gescheites Messer existierte. Ganz ungewohntes Territorium also für alteingesessene Spieler der Reihe, denn bisher war es immer möglich, sich mit Schrotflinten und anderen Geschützen zur Wehr zu setzen. Nun wird alles etwas primitiver, auch die eigens für diesen Teil entwickelte Sprache.

 

Story & Handlung - Wieso sind wir eigentlich hier?

Die Krieger der Udam, ein starker und gefährlicher Kannibalenstamm, sind quer über das Land verteilt und scheuen nicht davor zurück, die Wenja gnadenlos zu vernichten. Nur noch wenige haben in dieser Welt überlebt und sind nun überall verstreut. Unsere Aufgabe besteht darin, die Stammesbrüder zu finden, zu retten und mit ihnen den Wenja-Stamm wieder aufzubauen. Aber auch große und kleine Tiere stellen in Far Cry Primal eine Gefahr dar. Gleich zu Anfang retten wir eine Verbündete vor gefährlichen Wildtieren, die ab sofort immer in unserem Hauptlager auf uns warten wird, das mit der Zeit zu einem prachtvollen Dorf der Wenja heranwächst.

Dafür braucht es Einwohner und viel Geduld. Neue Dorfbewohner ziehen ein, wenn diese aus den Klauen der Udam befreit oder Wegpunkte eingenommen werden. Auch ein weiterer Clan wird im Laufe der Geschichte eine wichtige Rolle spielen, weswegen sich die Story vor allem um die Verfeindung der Stämme und die Kämpfe der verschiedenen Bündnisse drehen wird. Auch die Wiedeerrichtung des Wenja Stammes und dessen Heimatdorfes stellen einen elementaren Teil des Spiels dar. 

Technik und Waffen

Wer glaubt, dass die Steinzeit langweilig und ohne überraschende Wendungen ist, dem sei gesagt: Drogen-geleitete Trips sind hier natürlich noch lange nicht erfunden, aber ihr könnt euch doch auf die eine oder andere paranormale Erfahrung im gewohnten Far Cry-Stil einstellen. Freunde des Paraglidings in der eisigen Gebirgsregion aus dem letzten Teil könnten hier ebenfalls auf ihre Kosten kommen, obwohl eine Verfolgung in der Luft doch etwas Übung und manchmal Frust bedeutet, wenn sich der Charakter an einem lediglich gestriffenen Ast so stark verletzt, dass er zu Boden geht und die Mission von Neuem gestartet werden muss. Wie realitätsnah das Ganze ist und in die Steinzeit passt, sollte jeder für sich selbst entscheiden.

Zu Beginn wirkt dieser Ableger der Reihe herausfordernder, da nicht auf die gewohnten Waffen und Hilfsmittel im Spiel zurückgegriffen werden kann. Es gibt viele Möglichkeiten, den Gegnern entgegenzutreten. Pfeil und Bogen kennt man bereits aus den Vorgängern und beides sind durchaus ein effektives Hilfsmittel, die einfach zu bedienen sind. Mit der brennenden Keule, die bereits die zweite Waffe im Spiel ist, kann Gegnern schnell das Fürchten gelehrt werden. Das zielsichere Werfen eines Speers hingegen erfordert mehr Übung als zunächst erwartet, vor allem weil zu Anfang nur zwei Stück im Inventar mit sich geführt werden können und diese gern neben dem Bären im Gebüsch landen, anstatt in dessen Kopf.

Liebst du den leichten Weg oder die Herausforderung?

Allerdings wird Far Cry Primal mit der Zeit einfacher, wenn erst einmal ein paar Kreaturen gezähmt sind und diese vorgeschickt werden können, um einen Außenposten zu übernehmen. Vielleicht etwas zu einfach, denn schnell habt ihr den Dreh heraus und wartet einfach ab, ohne euch wirklich ins Gefecht zu stürzen. Des Öfteren bleiben einem selbst nur noch wenige verwirrte Gegner, die schnell mit Pfeil und Bogen aus der Entfernung ausgeschaltet werden können. Spieler, die schon länger Far Cry spielen oder über eine ruhige Hand verfügen, sollten eine höhere Schwierigkeitsstufe wählen, um das Ganze etwas herausfordernder zu gestalten.

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Pflanzen und andere hilfreiche Fundstücke aus Oros

In Far Cry Primal besinnen wir uns wieder auf die Materialien, die uns die Natur zur Verfügung stellt. Wir können kein Taschenmesser finden oder das Snipergewehr mit einem Zielfernrohr ausrüsten, damit das Erledigen der Feinde leichter fällt. Nein, hier machen wir uns auf die Suche nach Schilf, Schiefer, Tierfett und anderen Materialien, aus denen dann steinzeitliche Waffen hergestellt werden können. Während in anderen Ablegern oder Spielen des Genres mit einem Klick das Upgrade oder die Herstellung einer Waffe abgeschlossen werden kann, könnt ihr in Primal beim ersten Mal zusehen, wie der Charakter aus beispielsweise Pflanzenfasern und einem Stock den Bogen zusammenbastelt, indem er den Ast biegt und die Schnur darauf spannt.

Dieses kleine Detail gibt dem Ganzen einen realistischen Touch und hilft dabei, sich in das doch sehr ungewohnte Setting in der Steinzeit fallen zu lassen. Je weiter man in der Story voranschreitet, desto mehr Waffen schalten sich im Interaktionsmenu frei, die dann aus normalen und selteneren Materialien hergestellt werden können. Um diese zu erhalten, gibt es mehrere Möglichkeiten.

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