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SMITE - In-depth Test zur Third-Person-MOBA

Von Sebastian Kissler - Test vom 02.06.2014 - 15:23 Uhr
SMITE Screenshot

Knapp zwei Monate sind seit dem offiziellen Release der Third-Person-MOBA SMITE vergangen. Genug Zeit, um das alternative Free-to-Play-Spiel auf Herz und Nieren zu testen. Was sind seine Stärken, wo liegen seine Schwächen? Geht das dynamische 3D-Konzept hinsichtlich kompetitivem Gameplay auf? Wie sieht das Langzeitpotential aus? Welche Tendenzen gibt es bisher? Fragen über Fragen, wir liefern euch die Antworten.

Das Spielprinzip

Grundlegend ist SMITE eine gängige Multiplayer-Online-Battle-Arena, kurz MOBA, wie wir sie bereits von Genregiganten League of Legends oder Dota 2 kennen. Zwei Teams mit jeweils fünf Spielern streiten um die Vorherrschaft auf einer zonenbegrenzten Karte. Um dieses Ziel zu erreichen und die gegnerische Basis, in diesem Fall den gegnerischen Titan, zu zerstören, übernehmt ihr die Steuerung eines Helden, Gott in diesem Fall, und zerlegt KI-Gegner sowie den einen oder anderen Spieler. Zu eurer Hilfe stehen neben euren vier menschlichen Mitstreitern auch in Wellen spawnende Minions, die wie gewohnt blind auf die gegnerische Basis zustürmen und alles angreifen, was den Namen Feind auf die Stirn tättowiert hat. Damit ihr nicht direkt zum Titan des Gegnerteams vordringen könnt, gilt es ganz typisch erst einmal gegnerische Objectives niederzureißen. Zudem sollten Spieler Items erwerben, Buffs von neutralen Monstern stehlen und selbstverständlich ihre Skills leveln, um nicht direkt im Zerg unterzugehen.

Die Gottheiten

Vor Spielbeginn wählt jeder Spieler seine persönliche Gottheit aus. Hierbei wird sich an Göttern aus verschiedensten realen Religionen orientiert. So könnt ihr momentan aus einem Pool von 54 Gottheiten der Nordischen, Griechischen, Ägyptischen, Chinesischen, Römischen, Hinduistischen und Maya Mythologie euren Favoriten wählen und in die Schlacht führen. Ihr wolltet schon immer mal in Thors Haut schlüpfen und Mjölnir gegen eure Feinde schwingen? Kein Problem. Als Zeus Gegner mit Blitzen versengen? Nur zu. Einige Pantheons bieten zur Zeit noch eine größere Auswahl als andere, das wird dank stetig neu erscheinender Gottheiten jedoch stets angepasst. Zudem nimmt jeder Gott eine genretypische Rolle ein – Tank, Support oder Damage Dealer.

Die Steuerung

Gesteuert wird eure Gottheit mit WASD, eure Fähigkeiten liegen auf den Tasten 1234. Das klappt alles dank der Third-Person-Sicht super, sowohl Neulinge als auch Veteranen sollten ein intuitives Gefühl für die Handhabung bekommen. Ziele visiert ihr dabei mit der Maus an. Hier ist euer Skill gefragt, denn wenn ihr selbst mit Auto Attacks daneben schießt, werdet ihr kaum zum Erfolg eures Teams einen Beitrag leisten. Hindernisse müssen jedoch stets umlaufen werden - Springen ist in SMITE purer kosmetischer Natur und bringt euch keine sonderlichen Vorteile. Durchaus eine nachvollziehbare Entscheidung, es fügt dem Targeting keine unnötige Komponente hinzu, die das Spielgefühl negativ beeinflussen könnte. SMITE spielt sich ergo eher wie ein Shooter, als wie eine klassische MOBA. Das hat leider auch zur Folge, dass ihr hin und wieder die Gesamtsituation aus den Augen verliert, und sich ein Tunnelblick einschaltet. Hinzu kommen leider in Teamkämpfen zu viele Fähigkeitseffekte, die einem regelmäßig die Sicht rauben.

Spielmodi

SMITE bietet derzeit 6 Spielmodi aus denen ihr wählen könnt:

Conquest ist der meistgespielte Modus und bietet euch typisches 5 vs 5 Gameplay mit drei Lanes und zwei Jungles, wie man es aus den meisten MOBAs kennt. Es gibt kein Zeitlimit, wodurch Spiele auch mal die Stundenmarke knacken können.

Arena ist ein weiterer 5 vs 5 Modus, welcher komplett auf PvP ausgelegt ist. Hier bekämpft ihr eure Feinde in einem Kolosseum, in dessen Mitte Wellen von Minions aufeinander treffen. Sterbt ihr, oder verliert ihr Minions, dann werden eurem Team Tickets abgezogen. Das Team, welches zuerst bei 0 Tickets angelangt ist, verliert.

Arena Escort spielt im selben Szenario wie sein großer Bruder. Nach 10 Tickets erhält ein Team ein Siege Minion, welches ihr beschützen oder zerstören müsst, denn wenn dieses zum gegnerischen Portal gelangt werden dem Verliererteam 15 Tickets abgezogen.

Assault ist quasi das ARAM (all random all mid) in SMITE. Jeder Spieler erhält eine zufällige Gottheit und es gibt nur eine Lane mit zwei Towern und einem Phönix, die euren Minotauren beschützen. Items kaufen funktioniert hier zudem anders, denn ihr könnt nur einkaufen, wenn ihr gerade gestorben seid. Als Ausgleich hierfür erhaltet ihr pro Tick mehr Gold.

Joust ist die Trainingskarte. Hier könnt ihr 1 vs 1 oder 3 vs 3 gegen eure Freunde oder Bots spielen.

Der neueste Modus heißt Siege, zu Deutsch Belagerung, und spielt auf einer normalen Conquest-Map. Wie der Name schon hinweist, könnt ihr Belagerungswaffen bauen, die gegnerische Objectives schneller zerstören. Der Modus befindet sich derzeit noch in der Beta, fühlt sich aber gut balanced an.

Fähigkeiten und Items

Jede Gottheit besitzt ein individuelles Set an Fähigkeiten, welches ihn vom Rest des Götterpools unterscheidet. Thor besitzt beispielsweise Fähigkeiten, die den Gegner stunnen, während Loki Schleichen kann. Zudem skalieren die Fähigkeiten wie in jeder MOBA mit verschiedenen Attributen der jeweiligen Gottheit. Um das Maximum aus eurem Gott herauszuholen müsst ihr natürlich auf Items zurückgreifen. Diese werden wie gewohnt mit Gold erworben. Jedoch besitzt jedes Item in SMITE drei Tier-Stufen, die ihr nacheinander freischalten könnt. Auch bringen Items eine passive Fähigkeite mit sich, welche erst auf der letzten Stufe freigeschaltet wird. Hier sehen wir auch einen deutlichen Unterschied zu Genrekonkurrenten, in denen es sich je nach Situation lohnt, auch mal mehrere kleinere Items zu erwerben. In SMITE hat dieses Konzept wenig Sinn.

Last Hits, Denies und das Balancing

Last Hits nehmen in SMITE eine etwas geringere Rolle ein, als in den gängigen MOBA-Vertretern. Ihr erhaltet zwar ein wenig mehr Gold und XP, wenn ihr den letzten Schlag landet, jedoch müsst ihr schlicht neben einem sterbenden Minion stehen, um genügend Ressourcen zu ergattern, um nicht unterzugehen. Das gilt zumindest solange ihr nicht kompetitiv spielt, denn da entscheidet jede Unze. Denies werdet ihr verzweifelt suchen müssen, denn ihr habt keine Möglichkeit eure eigenen Minions anzugreifen. Somit fällt eine große Komponente für das Competitive Play weg, ist für Einsteiger aber deutlich freundlicher.

Das Balancing fühlt sich im Allgemeinen gut an – sicherlich gibt es nach jedem Patch mal einen Fotm (Flavor of the month), das Problem kennt man aber zur Genüge aus jeder MOBA. Hier muss man auch den positiven und im Vergleich zu seinen Genrekonkurrenten hohen Einfluss der Community auf die Entwicklung des Spiels anmerken. Dringende Nerfs, Buffs und andere Änderungen kommen - größtenteils - gefühlt zügiger als in anderen MOBAs.

Ingame-Shop

Wie in jedem Free-to-play-Titel darf man die Konsequenzen eines Ingame-Shops nicht außer acht lassen. Hier macht SMITE alles richtig. Ihr erkauft euch keine Vorteile für eure Gottheiten, sondern schlicht kosmetische Verbesserungen. Zusätzlich gibt es für Vielspieler noch das Ultimate God Pack, mit dem ihr für alle Zeit Zugriff auf alle Götter der MOBA habt.

Kompetitive Szene und Ladder

Kommen wir zu einem Punkt, der mir als LoL-Veteran und Dota 2-Enthusiast sehr am Herzen liegt: Das Competitive Play und Ladder-System. Sobald euer Account Level 30 erreicht hat, dürft ihr Ranked Games bestreiten. Hier nutzt SMITE seit Neuestem ein Tier-System bestehend aus Bronze, Silber, Gold, Platin, Diamond und Master. Das System funktioniert, ist aber keine Neuerung in dem Genre. Die kompetitive Szene ist noch sehr frisch und fühlt sich auch so an. Um es auf den Punkt zu bringen: SMITE hat in dieser Hinsicht noch einen langen Weg vor sich. Man merkt dem Spiel an, dass es eine deutlich kleinere Community als die Konkurrenz besitzt. Zudem besteht ein Großteil der Spieler aus Casuals, die einfach mal ein paar Runden Spaß haben wollen. Die eSport-Ausrichtung der Hi-Rez Studios ist selbstverständlich ein Pluspunkt, hier fehlt es aber an der User-Basis, die auch Bock auf kompetitives Gameplay hat. Die direkte Einbindung von twitch.tv zum Client ist jedoch eine nette Dreingabe.

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