PlayNation Test DreadOut

DreadOut - Die Geister, die ich rief

Von Patrik Hasberg - Test vom 22.05.2014 - 19:30 Uhr
DreadOut Screenshot

Die indonesische Geisterwelt

Schon die Demo gab zu unmissverständlich zu verstehen, dass uns in DreadOut ganz klar das Fürchten gelehrt werden soll. Allerdings nicht bloß mit einfallslosen Jumpscares wie in anderen Horror-Titeln, sondern mit einer Mischung aus bedrückender Atmosphäre und Geistern aus der indonesischen Mythologie.

Besonders die eingangs erwähnte Szene erzeugt beim ersten Spielen unweigerlich Gänsehaut. Zwar sind wir schon einiges aus vergleichbaren Titeln gewohnt, die Art und Weise des angesiedelten Settings ist jedoch erfrischend neu. Neben der japanischen Survival-Horror-Adventure-Reihe Project Zero gibt es im Grunde heutzutage kaum noch vergleichbare Titel, die nicht in irgendeiner Form, ob bewusst oder unbewusst, von westlichen Videospielen beeinflusst worden sind. Hinzu kommt, dass sich DreadOut momentan ausschließlich auf Englisch spielen lässt. Wer möchte, kann sich bei Bedarf einen englischen, spanischen oder indonesischen Untertitel hinzuschalten. Straßenschilder, Poster oder Werbeplakate sind allerdings nach wie vor lediglich auf Indonesisch vorhanden. Zwar gehen so einige Details der Story verloren, dafür steigt aber die Atmosphäre. Schließlich können wir so deutlich besser in die Welt von DreadOut abtauchen. Erzählt wird die Geschichte der verfluchten Stadt durch überall in der Schule verteilte Notizen – natürlich in englischer Schrift.

Besonders viel erfahren wir in dem ersten Akt aber nicht von den Geschehnissen der Vergangenheit. Überhaupt waren wir überrascht, wie schnell die Credits über den Bildschirm flimmerten. Für insgesamt rund 14 Euro ein recht teures Vergnügen, auch wenn man bedenkt, dass der zweite Akt, für Käufer von DreadOut, kostenlos nachgereicht werden soll. Wie lang dieser jedoch ausfallen wird und wann wir die Story weiterspielen dürfen, ist noch nicht bekannt.

Ghostpedia

Ein interessantes Feature im Spiel ist Lindas Handy mit dem wir nicht nur Licht in die Dunkelheit bringen, sondern auch übernatürliche Kreaturen und Geister erkennen können. Zudem sind wir nicht ganz wehrlos wie in anderen Spielen. Kommt uns ein Geist zu nah, machen wir einfach ein paar Bilder mit extrastarkem Blitz, da wird auch das stärkste Monster schwach.

In unserer Ghostpedia erfahren wir darüber hinaus interessantes über bereits getroffene Geister, wie beispielshalber mögliche Schwachpunkte oder wie gefährlich diese uns werden können.

Während wir nicht besonders viel von einer Story zu sehen bekommen, sollte man eigentlich meinen, dass wenigsten gameplaytechnisch kaum Leerlauf entsteht? Fehlanzeige, nachdem wir den ersten Schweineschreck verdaut haben, entpuppt sich der erste Akt als erstaunlich eintöniges Schlüssel-und-andere-Gegenstände-Suchspiel. Wirklich nervig wird dies aber erst durch die Tatsache, dass wir Gegenstände immer erst aufheben können (gilt auch für Türen), wenn die E-Taste auf dem Bildschirm erscheint. Überhaupt hätten sich frustrierte Spieler sicher immens über den einen oder anderen kleinen Hinweis zu den „Rätseln“ gewünscht. Ist einem hingegen klar, was zu tun ist und der aktuelle Speicherstand erledigt anständig seinen Job (in unserem Test war dieser plötzlich unbrauchbar, wodurch wir gezwungenermaßen ein neues Spiel beginnen mussten), sind wir bereits in einer guten Stunde durch.

Ohne Frage, DreadOut hat seine ganz eigenen Momente, um uns zu erschrecken und weiß fast durchgehend per gruseliger Hintergrundgeräusche die eigentlich so klasse Atmosphäre aufrechtzuerhalten. Trotzdem merkt man an jeder Ecke, dass sich Entwickler Digital Happiness dazu gezwungen sah den eigenen Titel so schnell wie möglich zu veröffentlichen. Schließlich war als ursprünglicher Release-Termin eigentlich Ende 2013 angedacht gewesen. Da wundert es nur wenig, dass man sich letztendlich dazu entschlossen hat das Spiel einfach in zwei Akte zu unterteilen. Ob der zweite Teil den eher durchwachsenen Eindruck des ersten Aktes wieder wettmachen kann, muss sich zeigen. Ein wenig Enttäuschung angesichts der recht starken Demo machte sich bei uns trotzdem breit.

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