PlayNation Test The Banner Saga

The Banner Saga - Test: Ein Rollenspiel für den harten Kern

Von Christian Liebert - Test vom 18.01.2014 - 13:40 Uhr
The Banner Saga Screenshot

Mit The Banner Saga erschien dieser Tage ein Indie-Titel der besonderen Art: Komplett via Kickstarter finanziert, sehnt sich Entwickler Stoic nach alten Tugenden. Während moderne Rollenspiele wie Skyrim, Dragon Age oder The Witcher auf die volle Portion Freiheit und Action setzen, hat The Banner Saga andere Pläne. Man will nämlich lieber eine tolle Geschichte erzählen und dem Spieler ein interaktives Szenario bieten. Exakt dies gelingt wunderbar und sorgt dafür, dass The Banner Saga bereits jetzt ein Geheimtipp für das noch junge Jahr 2014 ist. Das Rollenspiel soll in drei Teilen erscheinen, ähnlich wie es auch bei The Walking Dead gemacht wird. Der erste Abschnitt erschien am 14. Januar und wir zeigen euch in diesem Artikel nun, was euch in diesem Game alles erwartet.

Tote Götter und ewiger Winter

Ein Wort vorweg: The Banner Saga ist kein Spiel für Action-Fans oder AAA-Fetischisten. Wer auf cineastische Inszenierungen oder Hochgeschwindigkeits-Kämpfe steht, der ist hier gänzlich falsch. Stoic Studios spannen den Bogen anders und es wirkt fast so, als ob man hier eine sehr alte Videospiel-Tradition zurückholen möchte. Aber dazu kommen wir später.

The Banner Saga spielt in einer nordisch angehauchten Fantasy-Welt, in der Menschen und Riesen relativ friedlich zusammenleben. Es gibt nur ein Problem: Die Sonne scheint nicht mehr und es herrscht ewiger Winter. Das Ganze hat auch einen guten Grund: Die Götter sind nämlich gestorben und überließen die Welt ihrem Schicksal. Okay, das ist schon mal ziemlich düster. Als Spieler schlüpfen wir in die Rolle einer Gruppe Riesen, die gerade noch rechtzeitig den Mord an einem König verhindern kann. Dieser will natürlich, dass alle Verräter ausgemerzt werden und so beginnt das erste Glied einer langen Kette von Ereignissen. Die Geschichte von The Banner Saga ist nämlich alles andere als linear und hält einige Überraschungen bereit.

No English, no party!

Allerdings verbirgt sich hier auch schon die erste Reifeprüfung des Spiels. Anstatt euch von einem Ort zum anderen laufen zu lassen, um voreingestellte Sequenzen abzuspielen, läuft das Spiel fast nahezu komplett in Dialogketten ab. Dabei haben wir immer mehrere Antwortmöglichkeiten zur Auswahl und jede einzelne davon verändert den Ablauf der Geschichte. Natürlich nicht immer gleich dramatisch, aber eben doch so, dass wir jeden Satz gründlich überlegen müssen. Nicht gerade leicht macht es dabei der Umstand, dass das Spiel nur auf Englisch verfügbar ist und sich die Entwickler kein Bisschen um Vereinfachung geschert haben. Wer also nur über mittlere Sprachkenntnisse verfügt, muss das eine oder andere Mal ein Wörterbuch zurate ziehen, um alles zu verstehen. Immerhin sind die Dialoge selbst dafür auf das Wesentlichste beschränkt.

Relativ schnell sammeln sich so einige Charaktere (bis zu 25) an, die sich uns, je nach unserer Entscheidung, anschließen und die Reise mit uns zusammen bestreiten. Das ist auch bitter nötig, denn die Kämpfe bei The Banner Saga laufen im klassischen rundenbasierten Stil ab. Mit bis zu sechs Figuren können wir dabei in die Schlacht ziehen, die wir alle einzeln steuern müssen – natürlich schön geordnet nacheinander. Dabei kommt auch keine Eile auf. Das System ist recht einfach gehalten und wird zu Beginn ausgiebig erklärt. Zusätzlich können wir unsere Helden noch verbessern und ihre Fähigkeiten anpassen. Ganz wie in einem Rollenspiel eben. Die Charaktere unterteilen sich in sieben Klassen, besitzen verschiedene Fähigkeiten und müssen strategisch korrekt eingesetzt werden.

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