PlayNation Test Gomo

Gomo - Ein Sack auf Reisen

Von Patrik Hasberg - Test vom 16.12.2013 - 19:46 Uhr
Gomo Screenshot

Das von Daedalic Entertainment vertriebene und dem slowakischen Indie-Studio Fishcow entwickelte Point&Click-Adventure Gomo setzt auf Minimalismus und Einfachheit und schafft es trotzdem, eine gute Prise Charme miteinzubringen. Trotz der kurzen Spielzeit und des recht hohen Preises können Adventure-Freunde einen genaueren Blick wagen.

Gomo hat es wirklich nicht leicht. Eigentlich wollte der an einen Jutesack erinnernde Held in dem gleichnamigen Indie-Titel des slowakischen Studios Fishcow nur ein Nickerchen machen. Doch aus der wohlverdienten Ruhe wird leider nichts. Denn plötzlich wird Dingo, Gomos geliebter Hund, von fiesen außerirdischen Kreaturen entführt. Möchte Gomo seinen Hund wiederhaben, muss er einen Kristall besorgen und an den Übergabeort bringen.

So viel zu der Story, die im Grunde komplett ohne Sprache auskommt. Worum es in Gomo tatsächlich geht, kann in großen Teilen nur erraten werden. Wird mal gesprochen - wie zu Beginn - dann in einer unverständlichen Fantasie-Sprache. Doch mehr müsst ihr zu der Handlung eigentlich auch nicht wissen.

Von nun an laufen und springen wir mit Gomo, der stark an den bekannten Sackboy erinnert, durch die handgezeichnete und in weiten Teilen skurril anmutende 2D-Spielwelt. Besonders viele Interaktionsmöglichkeiten haben wir dabei nicht. Mit der Maus fahren wir über die einzelnen Schauplätze und können ab und an mal einen Schalter umlegen oder ein Rätsel lösen. Wobei die Bezeichnung Rätsel in Gomo bereits zu hoch gegriffen wäre. Da unser Inventar lediglich drei Gegenstände fasst und nicht mehr benötigte Items vom Spiel automatisch entsorgt werden, müssen wir uns nur selten wirkliche Gedanken über eine Knobelaufgabe machen.

Zudem wir bereits erkundete Schauplätze nicht mehr betreten können. Schwierigkeiten bekommen wir nur dann, wenn nicht ersichtlich ist, was das Spiel überhaupt von uns erwartet oder wir ein benötigtes Objekt schlichtweg nicht erkennen. So verstrich beispielshalber einige Zeit, bis wir ein Haar innerhalb der Spielwelt ausgemacht hatten, das mit bloßem Auge beinahe nicht zu erkennen ist. Sitzt man einige Minuten an einem Rätsel, fängt schnell die Hintergrundmusik an zu nerven, die sich viel zu schnell wiederholt. So freuen wir uns umso mehr auf jeden neuen Schauplatz und damit neue Töne.

Wirkliche Rätsel gibt es in Gomo eigentlich nicht. Genre-Veteranen sind völlig unterfordert.

Die Animationen, mit denen sich Gomo durch die Spielwelt bewegt, sind durchaus lustig anzusehen. Uns störte allerdings ein wenig die Geschwindigkeit, in der sich unser Sack-Held fortbewegt.

Besonders lang ist das Point&Click-Adventure dabei zwar nicht, es zieht sich aber gelegentlich ein wenig wie Kaugummi. Geübte Adventure-Spieler sind nach einer guten Stunde an den tollen Credits angelangt. Eher ungeübte Spieler kommen auf rund zwei Spielstunden. Angesichts der doch sehr kurzen Spielzeit erscheint der Preis in Höhe von rund acht Euro etwas zu hoch.

Insgesamt wirkt Gomo aber vor allem durch den sehr eigenen und an ein Machinarium erinnernden Zeichenstil angenehm frisch, charmant und auf das Wesentliche, ja beinahe Minimalistische, beschränkt.

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