PlayNation Test Solstice Arena

Solstice Arena - Zynga stilsicher im MOBA-Genre?

Von Thomas Wallus - Test vom 22.10.2013 - 13:16 Uhr
Solstice Arena Screenshot

Einmal durch den Steam-Katalog zu blättern kann überraschende Früchte tragen. Hier hat Gaming-Gigant Zynga mit Solstice Arena in der vergangenen Woche nämlich still und heimlich die erste eigene MOBA eingenistet. Auch wenn eine kriegerische Arena noch immer nicht zum standhaften FarmVille-Image passen will, haben wir den Entwicklern mit einem spontanen Besuch auf dem Schlachtfeld aber doch eine vorurteilsfreie und echte Chance gegeben. Lohnenswert ist dies auf alle Fälle, denn nach gestandenen Stunden der schnellen Action muss man überrascht sein, wie wenig sich das Team an Größen wie League of Legends oder Dota 2 zu orientieren versucht – das wiederum bringt Vor- und Nachteile mit sich.

Immer zu haben für Überraschungen

Eigentlich sitzt der Schock, eine MOBA von Zynga gespielt zu haben, noch immer tief, denn als erfahrener Videospieler wollte man sich von dem Unternehmen in der Vergangenheit nicht angesprochen fühlen. Dass Zynga nun eine MOBA auf den Markt wirft, könnte der Vorläufer weiterer Überraschungen sein. Immerhin hat man in den vergangenen Monaten unter Beweis gestellt, nicht mehr nur in eine Schublade geschoben werden zu wollen. Da ist der Release von Solstice Arena nach Neuveröffentlichungen wie Zynga Poker nur der logische Schluss. Keinesfalls garantiert dies aber bereits Lobeshymnen für die Entwickler. Eine Sache haben diese aber auf alle Fälle richtig gemacht, indem sie auf das klassische DotA-Gameplay verzichten und stattdessen eine "Speed MOBA" mit 3-vs-3-Begegnungen etablieren. Geschickt hat man so vermieden, sich an Größen wie League of Legends messen lassen zu müssen. Außerdem bleibt der vorerst gesättigte Markt von weiteren DotA-Klonen verschont.

Daran, dass es die feindliche Basis zu zertrümmern gilt, ändert sich aber nichts. Bloß fällt der Weg zum Stützpunkt des anderen Teams in Solstice Arena bedeutend kürzer aus. Das Spiel kennt weder unterschiedliche Lanes, noch einen Nebel des Krieges, noch einen Dschungel. Lediglich zwei Lager, die von einem kleinen Teich getrennt werden, schmücken die Welt der Speed MOBA. Binnen weniger Sekunden ist die Reise von A nach B damit abgeschlossen.

Am ersten Tag schuf er das Tutorial

Nach dem Download des niedlichen Clients macht man natürlich auch in Solstice Arena keinen Fehler damit, einen Abstecher in das Tutorial zu wagen. Eine Einführung in die ungewohnte MOBA entpuppt sich vielmehr als kleiner Vorteil, denn die Arena kann sich als stolzer Besitzer einiger Eigenheiten bezeichnen. Den größten Unterschied bilden wohl die in der Basis und in der Spielfeldmitte verteilten Buffs. Auf dem Weg in den Kampf können die Helden mal eben Heilung nutzen, vorübergehend den Angriff stärken oder an Geschwindigkeit zulegen. Außerdem sind in der Arena Attributpunkte verteilt, die die individuellen Fähigkeiten verbessern. Unterschiedliche Charaktere setzen auf ebenso verschiedene Elemente. Der Bogenschütze Artharion als Kombination von Caster und Kämpfer sammelt beispielsweise Sonnen-Verstärkungen zur Erhöhung des Schadens sowie zur Reduktion von Abklingzeiten und Erdenpunkte für die Umwandlung von ausgeteiltem Schaden in Heilung. Mit dieser zufälligen Verteilung von Buffs und Power-Ups auf der Karte macht Solstice Arena mit einem einfachen und doch tiefgründigen System alles richtig. Wer nämlich glaubt, derartige Stärkungen zu ignorieren, der hat auf kurz oder lang das Nachsehen.

Weg vom FarmVille-Image?

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