PlayNation Test Defiance

Defiance - Test: Garantiert kein Shtako

Von Thomas Wallus - Test vom 09.04.2013 - 12:30 Uhr
Defiance Screenshot

Über Monate hinweg hat Trion Worlds mit Mini-Serien, Bonusprogrammen, Gameplay-Trailern und Werbekampagnen die Vorfreude auf den Start von Defiance angeheizt und dabei nie vergessen, den innovativen Charakter des parallelen Starts von Shooter-MMO und TV-Serie zu betonen. Dennoch müssen sich Serie und Spiel einzeln ihren Kritikern stellen. Ob Xbox 360, PlayStation 3 oder PC: Defiance hat seine Stärken und Schwächen. Wir haben sie in stundenlangen Online-Abenteuern gesucht sowie gefunden und stellen fest, es hier garantiert nicht mit Shtako zu tun zu haben. Was das bedeutet?

Serienreifer Spielstart

Mit seiner Entscheidung zum Kauf von Defiance unterstellt man sich einer Mission, deren eigener Herr man nicht ist. Alles was zählt, ist die Verantwortung für die Bay Area von San Francisco, deren Schicksal besiegelt scheint. Entsprechend wenige Konsequenzen müssen sich Spieler während der Charaktererstellung von der Entscheidung erhoffen, ob sie Mensch oder Irathier sind und als Veteran, Überlebenskämpfer, Gesetzloser oder Maschinist einsteigen. Hier zeigt sich vorrangig nur, welcher Waffe und welchem Outfit man sich zum Anfang verschreibt. Seinen Hintergrund vergisst man ohnehin besser so schnell wie auch die eher fehlenden optischen Anpassungsmöglichkeiten, denn Schönheit ist ein Makel, den man auf dem Schlachtfeld nur allzu schnell verliert.

Der Charaktererstellung fehlt es insbesondere an den Konsequenzen bei der Wahl des Hintergrunds.

Was zählt, ist unsere Rolle als Archenjäger im Auftrag von Karl von Bach, auch bekannt als Händler des Todes, seines Zeichens das Genie hinter VBI, dem Top-Unternehmen im Bereich Technik und hochentwickelte Waffen. Dem Kerl haben wir es auch zu verdanken, dass uns unser EGO-Implantat zu Beginn nach einem prächtigen Video-Intro mächtige Kopfschmerzen bereitet. Das genveränderte Bionetik-Zeug versorgt uns nicht nur mit unserem Genie und unseren Fähigkeiten. Nein, es spricht auch mit uns und wird damit durchweg zum geschickten Instrument der Entwickler, denn die Stimme aus dem Nichts spendet das Gefühl, zu keiner Zeit im Alleingang unterwegs zu sein.

Auch Karl von Bach ist der Absturz zu Beginn des Spiels nicht gut bekommen.

Nach unserer brachialen Landung ist aber auch Cass Ducar unsere erste Ansprechpartnerin. Die rebellische Lady unterhält uns mit vollvertontem Straßenkind-Slang, ganz wie es der erwachsenen Atmosphäre von Defiance steht, während sich unser EGO auf die wichtigen Dinge im Leben konzentriert, uns Schritt für Schritt die Waffen und Fähigkeiten lehrt, die wir schon wenige Minuten nach Spielbeginn inmitten einer Horde von Mutanten zum Einsatz bringen müssen. Damit scheint der serienreife Spielstart über die Bühne gegangen. Doch ein Happy End bleibt aus, weil es unseren Chef, Herrn von Bach, wohl an einem anderen Ort vom Himmel gejagt hat und sich die Frage stellt, ob der Händler des Todes nun mit den Toten handelt.

Was zur Hölle ist hier denn los?

Schon folgen wir den Anweisungen unseres EGOs und stapfen durch das Gebiet um San Francisco. Allerdings hat Mount Tam wenig vom kalifornischen Flair und glänzt eher mit Schattenseiten statt Sonnenschein. Wo sind wir denn hier gelandet? Nicht nur die fiesen Mutanten, sondern auch mutierte Pflanzen treiben ihr Unwesen. Je weiter die Suche nach von Bach fortschreitet, desto schneller wird klar, dass sich hier in der Vergangenheit wohl einiges gegen die Menschheit richtete – und die Bedeutung einer gewissen Schlacht von Defiance ist nicht von der Hand zu weisen. Immerhin entsteht so eine begnadete Sci-Fi-Atmosphäre, die nicht nur mit verstreuten Blechplatten prahlt, sondern sich vom sonstigen Fantasy-Kitsch verabschiedet und authentisch ist. Jeder Hügel im Norden San Franciscos ist das wunderschöne Gesicht des Schreckens, während die unterschiedlichen Zonen mit Vielfalt überzeugen. Diese Atmosphäre umrankt auf wundervolle Weise die Dramatik der Story, was sich spätestens im düsteren Chaos der einstigen Metropole San Francisco zu erkennen gibt.

Defiance überzeugt mit einer einzigartigen Sci-Fi-Atmosphäre.

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