PlayNation Test Crysis 3

Crysis 3 - Weiter geht die Alien-Hatz

Von Patrik Hasberg - Test vom 05.03.2013 - 11:15 Uhr
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Nachdem wir einige Meter durch das meterhohe Gras gewandert sind, fällt uns eine weitere Neuerung in Crysis 3 auf, wodurch wir schon beinahe das Zeitliche gesegnet hätten. Mit der bereits aus dem Vorgänger bekannten Nano-Vision können wir nun nicht mehr nur noch Feinde, Munitionskisten etc markieren, sondern auch Geschütze und Türen hacken. In einem kurzen Minispiel polen wir also die umliegenden Minen kurzerhand um, nur um ein wenig später eine ahnungslose Gruppe an C.E.L.L.-Söldnern in unsere fiese Falle zu locken - ein Heidenspaß. Kurz darauf stehen wir auf einem Hügel und schauen auf einen kleinen See hinab. Die dort ansässigen Soldaten scheinen sich keiner Gefahr bewusst. Wir wählen den Tarnmodus unseres Anzuges und zücken unser neues Spielzeug, nur um uns anschließend an dem sich uns bietenden Spektakel zu erfreuen. Unser Bogen verfügt nämlich über verschiedene Pfeilarten, darunter auch besonders gemeine Blitzpfeile – perfekt um aggressive Ceph oder wahlweise nervende Geschütztürme kurzerhand matt zu setzen, allerdings auch äußerst wirkungsvoll gegen im Flachwasser stehende Elite-Soldaten. Das Beste an der Waffe ist jedoch die Tatsache, dass wir diese im Tarnmodus nutzen können und somit vor einem Schuss nicht ständig den Modus wechseln müssen. So dezimieren wir, ohne großes Aufsehen zu erwecken, kleinere Gegnergruppen Schritt für Schritt.

Der Nanosuit an sich erfährt in Crysis 3 keine große Veränderung. Wir können noch immer enorm hoch springen, uns an Kanten hochziehen, unsichtbar machen oder per Panzerungsmodus einem ganzen Magazin standhalten, ohne auch nur einen Kratzer auf unserer Nano-Haut zu verzeichnen, natürlich in Abhängigkeit des gewählten Schwierigkeitsgrades. Auf der Stufe Supersoldat haben wir nur Sekundenbruchteile Zeit, um bei Beschuss in den Panzerungsmodus zu wechseln, bevor wir die hochaufgelösten Bodentexturen bewundern dürfen. Für wen dies noch immer nicht genug an Herausforderung darstellt, der sollte sich am PC-exklusiven Post-Humaner-Krieger-Schwierigkeitsgrad versuchen.

Die C.E.L.L-Soldaten haben die gesamte Stadt New York unter einer riesigen Glaskuppel eingeschlossen. Innerhalb des Liberty Domes hat sich das Klima stark verändert und die Natur hat sich ihren Teil zurückerobert.

Einen Unterschied gibt es dann aber doch, und zwar sammeln wir in Crysis 3 die benötigten Upgrades, um unseren Anzug zu verbessern, nun nicht mehr bei gefallenen Gegnern ein, sondern müssen diese in den teils sehr weiträumigen Leveln erst suchen. Zudem schalten wir keine neuen Eigenschaften des Anzuges mehr frei, vielmehr verbessern wir bereits bestehende Funktionen des Nanosuits. So dürfen wir wahlweise die Wirkung des Tarnmodus erhöhen, den Rückstoß beim Feuern von Waffen verringern oder längere Strecken sprinten. Vier dieser Upgrades dürfen wir gleichzeitig miteinander kombinieren und uns den Anzug ganz auf unsere eigenen Bedürfnisse anpassen. Wirklich sinnvoll wird dies allerdings erst auf höheren Schwierigkeitsstufen.

Durch unseren Bogen und die Anzug-Upgrades bekommen wir deutlich mehr Möglichkeiten zur Beendigung einer Mission an die Hand. Hinzu kommen die im Vergleich zum Vorgänger deutlich größeren Levelareale, die zum Ausprobieren einladen. Mit aktiviertem Panzerungsmodus lassen sich ganze Gegnerhorden aus dem Weg räumen und in Rambo-Manier der übrige Rest von New York niederreißen. Wer es etwas dezenter mag, wählt die altbekannte Tarnmodus-Taktik und schaltet ungesehen Gegner für Gegner aus oder hackt eines der feindlichen Geschütze, nur um sich wenig später hinter der nächsten Hauswand zu verstecken und dem bunten Treiben zu lauschen. Zwar gewinnen die Areale auch in Crysis 3 noch keinen Innovationspreis in Sachen Freiheit, dafür macht dies die beeindruckende Optik durch abwechslungsreiche und detaillierte Schauplätze locker wieder wett.

Während wir gerade noch durch eine schier endlose Savannenlandschaft gezogen sind, waten wir im nächsten Moment durch einen riesigen Sumpf im Herzen von Chinatown. In Sachen Abwechslung hat Crytek also dazugelernt und wir müssten lügen, würden wir behaupten, dass uns auch nur eine Minute während der sieben Kapitel langweilig war, wobei die gelegentlichen Fahrzeugsequenzen auch getrost hätten weggelassen werden können. Selbst die KI scheint sich innerhalb der idyllischen Schauplätze sichtlich wohlzufühlen und verhält sich in weiten Teilen trotz des einen oder anderen Aussetzers zumeist clever und nutzt den ihr gebotenen Platz. Besonders gut haben uns die Ceph gefallen, die uns durch das meterhohe Gras verfolgt und frappierend an die Predators aus Alien vs. Predator erinnert haben.

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