PlayNation Test Aion

Aion - Zurück auf der Baustelle - Nachtest

Von Thomas Wallus - Test vom 04.03.2013 - 13:38 Uhr
Aion Screenshot Zur Bilder-Gallerie

Nach drei Jahren waren die persönlichen Strapazen des ersten Tests zum MMORPG Aion auch bei PlayMassive wieder in Vergessenheit geraten. Zeit also für eine Rückkehr nach Atreia, denn die Erinnerung zeugt heute nur noch von einem recht stabilen Online-Rollenspiel, das an seiner exorbitanten Level-Kurve eigentlich hätte scheitern müssen. NCsoft versprach immerhin schon vor Jahren Besserung. Tatsächlich zeichnet Aion heute ein anderes Bild als in der Vergangenheit, was nicht zuletzt dem Wechsel zum kostenlosen Spielen geschuldet ist. Wir haben uns dem Geschehen in einem neuen Test ein weiteres Mal gewidmet und kamen am Vergleich zu einem in die Schlagzeilen geratenen Berliner Prestige-Projekt nicht vorbei.

Mehr als drei Jahre verweilt das aus dem Hause NCsoft stammende Aion mittlerweile unter den Lebenden. Verdutzt wurden wir bei unserem ersten Test vor drei Jahren mit dem Ergebnis des selbst ernannten „Westernization-Process“ konfrontiert. In Bestform warb man 2008 und 2009 mit einer Anpassung der Spielinhalte Aions an die Vorlieben europäischer und amerikanischer Spieler, wobei dieser Vorgang Monate in Anspruch nahm und sich vom Begriff des einfachen Übersetzens distanzierte. Der werbenden Offensive folgte im September 2009 allerdings ein mühsames Spielerlebnis. Hatte man ein Level durch quälend langes Questen und Grinding hinter sich gelassen, forderte einem die folgende Stufe sogleich mehrere Millionen Erfahrungspunkte zusätzlich ab. Drei Jahre später blickt Aion auf zahlreiche Updates zurück. Der zweite „Westernization-Process“ macht aber auch klar, dass Aion ein Schatten seines Ur-Konzeptes ist und sich dem Eindruck eines Flickenteppichs nicht verwehren kann.

Aion punktet immer noch mit seiner tollen Grafik.

Noch immer eine atmosphärische Besonderheit

Schon zu Beginn des Wiedereinstiegs aber fallen dem Beobachter zunächst Anzeichen einer verbesserten Qualität auf. Im Laufe der Zeit eignete sich Aion eine aufgehübschte Grafik an und schlägt damit seinen schon 2009 großartigen Atmosphäre-Eindruck. Die Schönheit ist aber insbesondere den Lichtverhältnissen zu verdanken. Texturen fehlt es in vielen Fällen an auch nur einem Hauch von Schärfe. Besonders als Elyos kommt man aber in Zonen wie Verteron oder Poeta in den Genuss harmonischer Schauplätze, die dank unterschiedlichster Lebewesen und Vegetationsformen ein echtes Fantasy-Unikat bilden. Weiterhin darf dem Entwickler zugutegehalten werden, dass es sich bei ihnen um einen kreativen Haufen handelt, denn fliegende Wal-Wesen am Horizont zeugen nicht gerade von einer Kopie bestehender Welten.

Insgesamt verbirgt sich hinter der Atmosphäre des MMORPGs damit ein enormer Motivationsschub, der zum Verbleiben in der Virtualität einlädt. Leider entwickelt sich dies im Zeitverlauf auch zu einem unschönen Schwachpunkt, weil den Verantwortlichen nicht entgangen ist, nicht nur auf blühendes Grün setzen zu können. Spätestens in Eltnen macht tröge Eintönigkeit aber dem eigenen Spielerlebnis zu schaffen. Statt auf Wälder wird hier erstmals vermehrt auf Wüste gesetzt. Jedoch zieht sich das Ödland über eine weite Fläche, in der man beim Absolvieren sämtlich vorhandener Quests unter Umständen zwischen 20 und 30 Stunden verweilt.

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