Miasmata: Der Survival-Titel im Test

Von Patrik Hasberg am 19.12.2012 - 12:55 Uhr

Eine mysteriöse Insel, eine tödliche Krankheit und verfolgt von einer gefährlichen Bestie. In dem Indie-Survival-Game Miasmata besinnen wir uns auf das Nötigste, durchstreifen das Eiland namens Eden auf der Suche nach einem Heilmittel und synthetisieren Pflanzen, Kräuter sowie Pilze zu nützlichen Präparaten und Medikamenten. Unter scheinbar größter Anstrengung erheben wir uns vom Boden, untersuchen zittrig unseren Körper, unsere Hände und lassen einen ersten Blick über die Umgebung schweifen. Tausend Gedanken scheinen in Lichtgeschwindigkeit durch unseren Kopf zu rasen. Wo sind wie hier? Was ist passiert? Und warum in Teufels Namen geht es uns so verdammt mies? Die Beine fühlen sich tonnenschwer an und der Kopf dreht sich noch immer als wären wir vor kurzem Achterbahn gefahren.

Scheinbar sind wir an der Küste einer Insel gestrandet. Hinter uns im Sand liegt ein total zerstörtes Holzboot, offenbar die einzige Verbindung zur Außenwelt. Mangels Möglichkeiten bleibt uns keine Wahl, wir müssen die mysteriöse Insel erkunden und uns auf die Suche nach Hilfe begeben. Immer wieder treffen wir auf alte Statuen und riesige Steingesichter - die Insel scheint schon vor Jahrhunderten bewohnt gewesen zu sein. Die ersten Meter zu Fuß gestalten sich zunächst ungewohnt. Obwohl sich Protagonist Robert Hughes aus der bekannten Ego-Perspektive steuern lässt, fällt die Steuerung realistischer aus als in anderen Spielen. Laufen wir beispielshalber einen Abhang hinauf, stöhnt und hechelt unsere Spielfigur vor Anstrengung. Bergab hingegen erhöht sich unsere Geschwindigkeit innerhalb kurzer Zeit. Es gilt also möglichst aufzupassen nicht zu schnell zu werden, ansonsten verliert Robert das Gleichgewicht, überschlägt sich und verliert sämtliche mühsam gesammelten Gegenstände in seinen Händen. Neben der Tatsache, dass dies schon beim Zuschauen ungesund aussieht, sollte man solche Stürze also wenn möglich vermeiden. Das größte Problem mit dem man sich als Spieler von Beginn an herumschlagen muss, ist allerdings weniger die Schwerkraft, als vielmehr eine schwere Krankheit an der unsere Spielfigur leidet.

Der Faktor Mensch

Die Suche nach dem lebensrettenden Medikament stellt fortan die Motivation und Hauptaufgabe des Spiels dar. Wir werden relativ früh im Spiel uns selbst überlassen. Als einziger roter Faden im Spiel dient die Suche und Erforschung von möglichen passenden Pflanzen und Pilzen um das so dringend benötigte Heilmittel zu synthetisieren. Schnell wird klar, dass Miasmata keineswegs versucht das Gameplay eines Slenders oder Amnesia zu verkörpern oder zu kopieren, sondern viel eher in die Sparte eines DayZ abzielt. Allerdings geht es hier keineswegs um Zombies oder den Kampf gegen feindlich gesinnte Überlebende, als vielmehr um das nackte Überleben und das Erkunden einer frei begehbaren Insel.  Überall auf dem Eiland verstreute Notizen, Tagebuchseiten sowie Briefe stellen wichtige Bausteine im Hinblick auf vergangene Geschehnisse und die Herstellung des begehrten Heilmittels dar. Es gilt die Augen offen zu halten und nach möglichen hilfreichen Informationen zu suchen. Weitere Tipps oder Hilfen gibt es nicht, wodurch unerfahrene Spieler einiges an Geduld und Ausdauer mitbringen sollten. Lediglich einige Anleitungen über die korrekte Standortbestimmung oder der fachgerechten Synthetisierung von Pflanzen und Pilzen erklären dem Spieler in Textform die grundlegenden Spielmechanismen. Was wir letztendlich daraus machen ist uns überlassen.

 

Allein auf einer einsamen Insel: In Miasmata erleben wir das für manche gefürchtetste Horror-Szenario überhaupt.

Miasmata dürfte dementsprechend durchaus als Survival-Simulation betitelt werden, allerdings weniger als Kampf gegen andere, sondern viel eher als Wettlauf  gegen die unnachgiebig verrinnende Zeit. Dass uns eben jenes Gefühl  der Einsamkeit schon nach kurzer Zeit derart intensiv packt, liegt in großen Teilen an dem Faktor Mensch, der stark in das Spiel miteinfließt. Denn wie bereits angerissen liegt hier ein Großteil der Spielmechanik. Wir müssen jederzeit aufpassen im richtigen Moment abzubremsen um nicht zu stolpern, hören den rasselnden Atem des kranken Roberts bei Belastung wie Schmerz, sowie das laut pochende Herz bei unmittelbarer Gefahr. Stoppen wir im Lauf zu abrupt ab, rutscht unsere Spielfigur noch ein kurzes Stück weiter ehe sie endgültig stehen bleibt. Andersherum verhält es sich beim Laufen, so bauen wir erst nach und nach Geschwindigkeit für einen Sprint auf.

Als Konsequenz der Krankheit müssen wir von Zeit zu Zeit Flüssigkeit zu uns nehmen. Wasser findet sich in der Regel in kleinen Teichen und Frischwasserseen. Meereswasser können wir wegen des hohen Salzgehalts hingegen nicht trinken. Für längere Märsche füllt sich Robert seine am Notizbuch befestigte Feldflasche auf. Durch die fortschreitende Krankheit und zu wenig Wasseraufnahme kann es durchaus vorkommen, dass unsere Spielperson Fieber bekommt und wir die Welt nur noch als farbarmes und verschwommenes Abbild ihrer selbst wahrnehmen. In diesem Fall hilft lediglich genügend Flüssigkeitsaufnahme sowie ein ausgiebiges Nickerchen in einer der spartanisch ausgestatteten Blockhütten.

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