Resident Evil 6: Wohin geht die Reise, Capcom?

Von Yannick Arnon am 18.11.2012 - 16:40 Uhr

Es ist eine Schlacht, die eigentlich gar nicht erst gewonnen werden kann. Die Rede ist nicht etwa von dem Kampf gegen Biowaffen-Terrorismus, sondern Capcoms Situation mit Resident Evil 6. Mit im Vorfeld getätigten Aussagen, dass man einerseits die Call of Duty-Crowd ansprechen möchte, aber auch langjährigen Fans den liebgewonnenen Survival Horror bieten will, hat man den Argwohn beider Seiten heraufbeschworen. Es KANN also bei logischer Betrachtung kein gutes Spiel geworden sein – oder vielleicht doch?

Die Welt geht vor die Hunde, traurig aber wahr

Die Handlung ist auf insgesamt vier verschiedene Kampagnen aufgeteilt, von denen die letzte erst einmal freigeschaltet werden muss. Umspannt wird ein Zeitraum von gut einem halben Jahr, der aus der Sicht verschiedener Protagonisten erzählt wird. Mit dabei sind auch alte Bekannte, wie z.B. Chris Redfield, Leon S. Kennedy und Sherry Birkin, welche den Raccoon City-Vorfall überlebten, und die mysteriöse Ada Wong. Im Fokus stehen die Entwicklung eines neuen Virus durch die Neo Umbrella Corporation und das noble Vorhaben des Präsidenten mit den Fakten über Raccoon an die Öffentlichkeit zu treten. Natürlich ist Chaos vorprogrammiert, als diese Enthüllung, bei der auch Leon und die Agentin Helena anwesend sind, von Terroristen sabotiert wird. Geschichte wiederholt sich als bei der Rede des Präsidenten in Tall Oaks der C-Virus freigesetzt wird und die Infizierten sich an den Überlebenden verköstigen. Weitere Anschläge werden in Osteuropa und letztlich auch in China verübt, bevor es in der Volksrepublik zum großen Finale kommt. Dabei gibt es nicht nur Unterschiede bezüglich der Settings und der Hauptdarsteller, auch vom Gameplay her fühlen sich die Parts unterschiedlich an. Leons und Adas Kampagnen erinnern am stärksten an Resident Evil 1-4 und sind atmosphärisch mit dem Remake des Klassikers Dawn of the Dead vergleichbar. Die Kampagne von Chris und seinem BSAA-Kollegen Piers dagegen ist eine konsequente Weiterführung des direkten Vorgängers und spielt sich ähnlich wie ein gewisser Third-Person-Shooter von Epic Games, aber mit einem wesentlich hakligeren Deckungsssystem. Die Segmente von Sherry und Albert Weskers Sohn Jake Muller bleiben vor allem dadurch in Erinnerung, dass sie immer wieder von einer nahezu unzerstörbaren Biowaffe namens Ustanak verfolgt werden.

Vor Ustanak könnt ihr zunächst nur weglaufen. Das werdet ihr in Jakes Kampagne öfters tun.

So geht Zombiebekämpfung heute

Ganz egal mit welcher Kampagne und welchem Charakter ihr nun anfangt, ihr werdet immer einen nicht unbeträchtlichen Teil der Spielzeit mit dem Kampf gegen bioorganische Waffen verbringen. Das geschieht zum Großteil gewohnt aus der Verfolgerperspektive mit frei bewegbarer Kamera, vereinzelt sitzt ihr auch zeitweise am Steuer eines Schneemobils oder eines Kampfjets. Waren in Resident Evil 5 noch dezente Anzeichen der trägen Steuerung aus den Neunzigern spürbar, sind die Spielfiguren jetzt deutlich agiler. Neben der Fähigkeit euch gleichzeitig zu bewegen und zu schießen könnt ihr rennen und dürft bei Gefahr zur Seite hechten und selbst im Liegen mit eurer Waffe zielen. Um dem entgegenzuwirken, verfolgt euch der Untote 2.0 auch im Sprint oder springt euch an, manche Zombies verstehen es sogar mit Schusswaffen umzugehen. Die Gegnertypen passen sich an die gewählte Story an, so trifft Leon vermehrt auf klassische Infizierte, Chris dagegen liefert sich deutlich mehr Shootouts als andere Charaktere. Neben dem typischen Zombie-Fußvolk lauft ihr auch zäheren Mutanten in Gestalt von Bossgegnern über den Weg, deren Schwachstellen ausgenutzt werden sollten, da ihr sonst eure ganze Munition verpulvert. Nahkampfattacken lassen sich zwar jederzeit aus dem Stand ausführen, jedoch nur so lange eure Ausdauer-Anzeige nicht gänzlich geleert wurde. Mit Ausnahme von Adas Kampagne seid ihr immer zu zweit unterwegs, entweder mit einem Mitspieler oder mit der KI. Wirkliche Verbesserungen an der Kumpel-KI hat Capcom nicht vorgenommen, als Kompromiss wird der Partner mit unendlich Lebensenergie und Munition ausgestattet. Bei Überschneidungen zwischen den Stories könnt ihr in Online-Partien zeitweise sogar zu viert gemeinsam spielen.

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