PlayNation Test Marvel vs. Capcom Origins

Marvel vs. Capcom Origins - Retro-Gekloppe im Doppelpack

Von Yannick Arnon - Test vom 26.10.2012 - 17:45 Uhr
Marvel vs. Capcom Origins Screenshot

Anfang der 90er Jahre machte Street Fighter II (Vanilla, Turbo, Super, Super Turbo etc. pp.) das Genre der Beat'em-Ups salonfähig. Die Prügler von Capcom erfreuten sich derart großer Beliebtheit, dass es 1994 erstmals zu einer Kooperation zwischen dem japanischen Entwickler und Marvel Comics kam, aus der dann das Prügelspiel X-Men: Children of the Atom hervorging. Von da an war es nur noch eine Frage der Zeit, bis die beiden Entertainment-Größen sich im virtuellen Ring gegenüber stehen würden. Im Jahre 2012 wird uns mit Marvel vs. Capcom Origins für Xbox LIVE Arcade und das PlayStation Network ins Gedächtnis gerufen, wie die Anfänge dieser Elefantenhochzeit aussehen.

Blast From The Past

Faktisch gesehen ist das nicht ganz richtig. Da Activision der momentane Videospiel-Lizenzinhaber der Marke X-Men ist, sind die beiden Titel X-Men: Children of the Atom und X-Men vs. Street Fighter nicht verfügbar. Und weil Marvel Super Heroes vs. Street Fighter in der Community kein allzu hohes Ansehen genießt, beinhaltet Marvel vs. Capcom Origins die beiden Klassiker Marvel Super Heroes und Marvel vs. Capcom 1, zwischen denen ihr im Menü mit Back/Select wechselt. Als Vorbild für die Umsetzungen hat das Studio Iron Galaxy die originalen Arcade-Fassungen genommen, um die Automatenfassungen möglichst detailgetreu abzubilden. Damit ihr beim Spielen auf einem HD-Fernseher keinen Augenkrebs bekommt, stehen euch diverse Anzeige-Typen und Grafikfilter zur Verfügung. Standardmäßig wird die Action in 4:3 dargestellt, alternativ könnt ihr das Bild auch auf Widescreen-Ausmaße strecken, für das volle Retro-Flair gibt es sogar einen Rahmen, mit dem der Bildschirm eines Arcade-Cabinets simuliert wird. Wahlweise auch mit flimmerndem Bild oder in einer Über-die-Schulter-Perspektive. Am linken Bildschirmrand werden euch dynamische Challenges angezeigt, zum Beispiel müsst ihr eine bestimmte Anzahl von Siegen durch Time Outs erzielen oder Hyper Combos ausführen, für die ihr mit Erfahrungspunkten belohnt werdet. Diese lassen sich dann in einem umfangreichen Extras-Menü gegen Concept Art, Endsequenzen und geheime Charaktere eintauschen. Solltet ihr noch eine Tastenkombination zum Freischalten der Geheimcharaktere im Hinterkopf haben, könnt ihr die Codes immer noch benutzen. Sie funktionieren. Wirklich. Falls euer Punktekonto zu knapp für eine dauerhafte Freischaltung der Bonuscharaktere ist, lassen sich zu günstigeren Preisen die Codes kaufen. Im Gegensatz zu dem HD-Port von Street Fighter III: Third Strike kann die Anzeige der Challenges auch ausgeblendet werden, sodass ihr im Kampf nicht abgelenkt werdet.

Die Über-die-Schulter-Perspektive sieht zwar cool aus, ist aber für das eigentliche Spiel nicht wirklich nützlich.

Sammle die Edelsteine, mach den Gegner platt!

Marvel Super Heroes verfügt über einen 13 Köpfe starken Cast, bestehend aus zwölf Superhelden und -schurken von Marvel, darunter auch Spider-Man, Captain America und Tentakelmonster Shuma-Gorath sowie ein Gastcharakter aus der Darkstalkers-Reihe. Die Story des Arcade-Modes ist eine grobe Adaption der Infinity Gauntlet-Storyline, in deren Verlauf der Schurke Thanos mithilfe der sechs Infinity Gems einen Großteil des Universums ausradieren will. Um das zu verhindern kämpft ihr euch mit einem Charakter eurer Wahl durch acht Best Of 3-Matches, um nach dem Kampf gegen Thanos eine kurze Endsequenz angezeigt zu bekommen. Durch gewonnene Kämpfe sammelt ihr die besagten Klunker ein, die ihr mit einer Tastenkombination aktiviert und somit für kurze Zeit eure Stärke erhöht oder eure Meterleiste auffüllt. Gezieltes Einsetzen der Gems ist wichtiges Strategieelement, ebenso wie die Air Combos, mit denen ihr den Gegner nach einem Launcher in der Luft mit weiteren Angriffen eindeckt. Beachtlich ist vor allem, wie gelungen die Comic-Charaktere in ein 2D-Kampsystem umgesetzt wurden. Das gilt nicht nur für Animationen, Leveldesign und Movepalette, sondern auch für diverse kleinere Details. Wolverine kann dank seiner Heilfähigkeiten einen Teil seiner Lebensenergie regenerieren, wegen seines Adamantium-Skeletts verursachen Magnetos Angriffe bei ihm jedoch mehr Schaden als bei anderen. Während Captain Americas Siegespose kommt selbst in Blackhearts Unterwelt ein Schwarm weißer Tauben angeflogen und in zahlreichen Levels nimmt der Hintergrund im Laufe des Kampfes Schaden, so treibt in Wolverines Stage die eingerissene Holzbrücke einen Wasserfall hinunter.

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