PlayNation Test RIFT

RIFT - RIFT im Nachtest: Standhaft im MMO-Olymp

Von Thomas Wallus - Test vom 31.08.2012 - 14:14 Uhr
RIFT Screenshot

Kaum etwas macht dem selbsternannten Kreis der MMO-Experten mehr Freude als die Rolle des Wahrsagers. Im Rausche der getroffenen Urteile werden dabei Titel in den Himmel gelobt, während andere gedanklich bereits zu Grabe getragen werden. RIFT hat all das bereits hinter sich – sowohl die Höhenflüge in der Gunst der MMO-Community als auch die Schattenseiten des MMORPG-Darseins. Umso tapferer kämpft sich die ihrem Online-Rollenspiel besonders loyale RIFT-Community durch den Dschungel der Vorhersagen. Bislang kann sie souverän Erfolge vorweisen, nach wie vor zählt sich Trion Worlds‘ Erstlingswerk zu den immer seltener werdenden kostenpflichtigen Produkten. Umso reifer ist die Zeit, um aus den Orakel-Spielereien und Spekulationen Geschichte zu machen. Alles, was RIFT in Zukunft noch schaden kann, ist nämlich nicht länger vom Zufall bestimmt. Im Gegenteil. Die harte Prinzipientreue und konsequente Linie der Entwickler hat RIFT derweil weiter vom Abgrund rücken lassen, als es je der Fall war, wie wir in unserem Nachtest mehr als ein Jahr nach Release mit Bewunderung feststellen dürfen.

Trion Worlds und der ständige Wandel

Die Quelle von RIFTs anhaltender Beliebheit liegt nämlich weiterhin im harten Einsatz der Entwickler und den daraus hervorgehenden, ständigen Neuerungen und Verbesserungen. Kaum ein anderes Online-Rollenspiel steht unter vergleichbarem, selbstauferlegtem Veränderungsdruck wie das MMORPG von Trion Worlds. Kein Wunder auch, schließlich ist nach 17 Monaten der Live-Phase der Brunnen der Kreativität noch nicht versiegt und die Liste der geplanten Updates lang. Besonderen Stellenwert genießen dabei alle Spielergruppen, sodass sich RIFT im Lauf der Zeit vom PvE-Titel mehr und mehr in alle Richtungen öffnet – auch wenn dieser Prozess noch keinen Abschluss gefunden hat.

Die Glutinsel zählt mit zu den Highlights der kostenlosen RIFT-Updates. In der gigantischen Zone warten mitunter spannende Quests, Risse und Zonenereignisse.

Immer wieder darf man daher auch feststellen, wie ehemaligen Abonnenten im offiziellen Forum ein Staunen abgewonnen werden kann. Schon nach wenigen Monaten scheinen Wiederkehrer ihr damaliges MMORPG in einigen Zügen kaum wiederzuerkennen. Das wohl gemerkt aus gutem Grund, denn während bewährte Spielmechaniken in den Hintergrund rücken, platzieren sich neue als Publikumsmagneten. Im Endeffekt spielt sich RIFT so immer wieder mit einem anderen Rhythmus. 

Ungewohnter Aufstieg: der neue Weg zu Stufe 50

Mittlerweile hat dieser sich wandelnde Spielbetrieb sich bis hin in die ersten Levelbereiche herum gesprochen. Wo einst Dungeons und Quests regierten, kommen vor noch einem Jahr nicht mal in Aussicht gestellte Features zu ungeahnter Bedeutung. Ohne Frage: An dem Vorhandensein von Quests und Dungeons hat sich nicht im Geringsten etwas geändert – und Neuankömmlige werden diese Art des Levelaufstiegs und das Kennenlernen der Storyline nach wie vor lieben – trotz teils altbackenem Questdesign. Insbesondere aber Veteranen, denen all das mehr als bekannt vorkommt und die nur in Windeseile eine zweite Klasse in den High-Level-Bereich hieven wollen, stürzen sich fortan in die Sofortabenteuer.

Von den Sofortabenteuern wusste zu Releasezeiten auch noch kein Spieler etwas. Mittlerweile ist das neue Feature in verschiedenen Zonen angekommen. Hier kämpft eine Gruppe von Spielern gegen Raylana die Weise, welche das aktuelle Questziel darstellte.

Per Knopfdruck finden Spieler so Anschluss an eine größere Gruppe von Abenteurern, die gemeinsam an der Erfüllung von Zielen arbeiten. Für Story-Freunde ist das allerdings bei weitem keine Alternative, denn die Aufgaben erstrecken sich nur vom stupiden Sammeln bis hin zum ebenso unbegründeten Terminieren von Monstern. Dafür ist man in ständiger Bewegung, kann eine komplette Zone in Windeseile entdecken und wird mit überdurchschnittlichen Mengen an Erfahrungspunkten belohnt. Zudem ist das Feature in immer mehr Levelbereichen verfügbar und erfreut sich daher großem Zulauf. Einziger Nachteil: Der Eintritt in einen Dungeon wird von Mal zu Mal problematischer, denn diese verlieren ihre Attraktivität und so kann es ungeheuer unangenehm werden, eine Gruppe zusammenzustellen. Schade eigentlich.

Wer aber lieber Sofortabenteuer erledigt und zudem trotz neuem Charakter nicht auf Freunde oder Gildenmitglieder an seiner Seite verzichten mag, erhält dank des Mentoren-Systems neuerdings die passenden Mechanismen an die Hand. Erfahrenere Recken können nämlich in der Rolle des Mentors ihre Stufe künstlich verringern und sich so mit den jüngeren Charakteren gleichstellen, müssen dabei aber nicht auf das gewohnte Set-Up ihrer Fertigkeiten verzichten. Diese erhalten lediglich ein gewaltiges Downgrade ihrer Wirkungen. Stellt sich natürlich die Frage, weshalb es sich lohnt, diese Tortur über sich ergehen zu lassen. Die Antwort ist so einfach wie spannend: Mit dem Mentoren-System erhalten auch Spieler der Maximalstufe die volle Ladung an Erfahrungspunkten, wie sie sie von Dungeons und späteren Zonen gewohnt sind.

Leveln über alle Grenzen

Diese Erfahrung ist auch bitter nötig, denn dank des ebenfalls nachträglich hinzugefügten Systems zur Ebeneneinstimmung hat der Stufenaufstieg nach Erreichen von Level 50 kein schnelles Ende. Für jeweils 500.000 erlangte Erfahrungspunkte wandern verteilbare Punkte auf das Seelenkonto des Charakters. In den verschiedenen, wabenförmig-angeordneten Skillbäumen lassen sich diese dann zwar hauptsächlich nicht in anwendbare Fähigkeiten investieren, dafür gibt es wiederum ein gewaltiges Pensum an erzielbaren Boni, die etwa Charakterwerte nach und nach erhöhen. In der Summe verbessert sich der Charakter auf diese Weise durchgehend, aber schleichend, und die Anreize zum Sammeln von Erfahrungspunkten bleiben erhalten.

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