PlayNation Test The Amazing Spider-Man

The Amazing Spider-Man - Test: Alte Spinne in neuen Schläuchen

Von Yannick Arnon - Test vom 23.07.2012 - 08:55 Uhr
The Amazing Spider-Man Screenshot

"Alles auf Anfang!" lautete der Leitspruch für den gleichnamigen Neuanfang des Filmfranchises, der gegen Ende Juni auch hierzulande in den Kinos an den Start ging. Das kann natürlich schlecht ohne ein dazugehöriges Videospiel geschehen, schließlich war es doch Spider-Man 2: The Game, das 2004 den Standard für qualitativ hochwertige Filmumsetzungen festlegte. Eine schwere Hürde für den Entwickler Beenox, der uns zuletzt das nicht gerade atemberaubende Spider-Man: Edge of Time vorsetzte. Ob man die Kurve gekriegt hat und endlich an frühere Erfolgszeiten anknüpft, wollen wir euch in unserem Test der XBOX 360-Version natürlich nicht vorenthalten.

Nach dem Film ist vor dem Spiel

Das Spiel erzählt nicht etwa die Handlung des Films nach, sondern ist vielmehr ein Epilog, der mehrere Monate an das Ende der Vorlage und den Zwischenfall mit der Echse anknüpft. Dr. Connors wurde in einer Nervenheilanstalt untergebracht und seine freie Stelle bei Oscorp wurde von Alistair Smythe gefüllt, einer Koryphäe auf dem Gebiet der Nanotechnologie. Peter Parker wird von seiner Freundin Gwen Stacy dazu überredet heimlich in die Bereiche mit beschränkter Zugangsberechtigung einzudringen, da sie befürchtet, dass Oscorp die von Dr. Connors begonnenen Experimente basierend auf der Vermischung von menschlicher und tierischer DNS fortgesetzt werden könnten. Darunter auch Neuinterpretationen klassischer Schurken wie Rhino, Scorpion, Iguana und Vermin. Bei einer Führung durch die Laboratorien, die in Form einer mehrminütigen Cutscene aus der Ego-Perspektive abläuft, wird schnell klar, dass dies tatsächlich der Fall war. Leider reagieren die Testsubjekte, sogenannte Cross-Species, auf Peters Anwesenheit und brechen aus. Und als wäre das noch nicht genug verbreiten sie damit den Cross-Species-Virus, der arglose Bürger leider nicht in Superhelden mit großer Kraft und großer Verantwortung verwandelt, sondern in groteske Mutanten mit animalischen Instinkten. Da Oscorp mit halbherzigen Quarantäne-Maßnahmen und einer groß angelegten Vertuschungsaktion keine große Hilfe ist, braucht Spider-Man die Unterstützung der einzigen Person, welche die Stadt jetzt noch retten kann: Curt Connors.

Den ersten von Smythe gebauten Spider Slayer bekämpft ihr schon kurz nach Spielbeginn.

Nach einem kurzen Tutorial in den Laboratorien wird Spidey in Manhattan aus heiterem Himmel von einem gigantischen Roboter angegriffen, den ihr umgehend abwracken solltet. Derartige Bosskämpfe kommen im Verlauf des Spiels häufiger vor, Smythe hetzt euch nach und nach mächtigere Spider Slayer auf den Hals. Wie in früheren Spielen steht euch wieder ganz Manhattan als Open-World-Kulisse zur Verfügung, die fast schon zum vergnügten Netzschwingen einlädt. Mit RT verschießt Spider-Man eine Netzleine, wenn ihr den Trigger gedrückt haltet lässt er von selbst den Faden los und webt einen neuen. Im Grunde müsst ihr nur RT gedrückt halten um durch Manhattan zu manövrieren. Der Netzkopf schwingt dann automatisch und wenn eine Wand im Weg sein sollte, sprintet er sie nach oben. Neben den Kapiteln der Kampagne gibt es auch zahlreiche Nebenmissionen, in denen ihr einzelne Verbrechen wie Diebstähle oder Schießereien mit der Polizei aufhaltet oder euch an den Xtreme Challenges eines dezent durchgeknallten Reporters, gesprochen von Bruce Campbell, versucht. Kampagnenmissionen finden in der Regel in geschlossenen Umgebungen Stadt, in denen diverse Goodies wie Tonbänder versteckt wurden. Frei betretbare Shops wie in Spider-Man 2 gibt es keine. Ein bei Oscorp eingesacktes Smartphone dient als Minimap und lässt euch Upgrades und Mails von Verbündeten verwalten. Das Hauptspiel veranschlagt etwa zehn bis elf Stunden, bis ihr die Wehwechen aller Bürger Manhattans beseitigt habt, dürften weitere acht Stunden vergangen sein. Auf einen Superhelden in spé wartet also eine ganze Menge Arbeit.

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