PlayNation Test I Am Alive

I Am Alive - Katastrophale Schwarz Weiß Malerei?

Von Dennis Schaffrath - Test vom 20.03.2012 - 09:28 Uhr
I Am Alive Screenshot

Mörderische Erdbeben mit Ausmaßen, die über unseren Verstand hinaus gehen, fegten über die ganze Welt, aus gemütlichen Einfamilienhäusern wurden unbewohnbare Ruinen, im sonst so belebten und bunten Wohnzimmer schleicht höchstens noch eine Ratte umher und nagt an den Überresten eines damals menschlichen Wesens - die Welt ist grau und einsam, wenig lebenswert. Mit Sicherheit ist dies kein schönes Bild unserer Mutter Erde, aber in I Am Alive wurde diese Vorstellung für unseren Protagonisten und ein paar wenige Überlebende Realität.

Atmosphäre zum Downloaden

In einer Welt, die von Hunger und Einsamkeit geprägt ist, braucht man selbstverständlich ein höheres Ziel um zu überleben. Während unser namenloser Charakter sich früher sicherlich Tag für Tag aus dem Bett gequält hat und dafür keine triftigeren Gründe brauchte als das Lächeln seiner Frau und seines Kindes, ist er nun auf sich alleine gestellt, auf der Suche nach jenen, die er einst so geliebt hat. Zu diesem Zweck streifen wir, bewaffnet mit Machete und Pistole, durch die US-amerikanische Stadt Haventon, welche, genau wie der Rest der Welt, nur noch ein Haufen Schutt und Asche umhüllt von einer grauen, farblosen Staubdecke ist. Mit Sicherheit haben einige von euch grade das Bild eines typischen Badass-Überlebenskünstlers im Kopf, welcher mit der Machete im Anschlag und der Kippe im Mund kein Problem damit haben wird, größere Gruppen Endzeit-Plünderer auszuschalten um so die Liebe seines Lebens zu retten und bepackt mit Frau und Kind dem Sonnenuntergang entgegen reitet, doch genau an dieser Stelle unterscheidet sich I Am Alive von der Konkurrenz und genau hier finden sich die größten Stärken des Spiels wieder.

Grauenvoll grandios - Abenteuerurlaub in Haventon

Statt sich wie der verrückte Revolverheld von Apokalypsehausen durch die Gegend zu ballern und dabei auf nichts und niemanden Rücksicht zu nehmen, verhält sich unser "Held" vergleichsweise realistisch und zurückhaltend. Wird man auf seiner Tour durch Haventon von einer Gruppe Banditen angepöbelt, ist es meist unsinnig sofort zum Schießeisen zu greifen und den Abzug zu drücken - zumal Patronen echte Mangelware sind. Bereits früh im Spiel erfahrt ihr, wie eure Gegner im Normalfall ticken und wie ihr sie am besten austrickst. Das wohl beste Beispiel dafür findet sich ebenfalls gleich zu Anfang des Spiels wieder, als wir auf der Suche nach unserem ehemaligem Zuhause auf ein kleines Mädchen treffen, welches sichtlich verwirrt und auf der Suche nach ihrer Mutter durch die Straßen zieht. Es braucht wohl kein Genie um sich auszumalen, dass selbiges Mädchen panisch die Flucht ergreift als wir, bewaffnet und mit ernster Mine, einige Schritte auf sie zu gehen. Nach einer kleinen Verfolgungsjagd finden wir das Mädchen ängstlich in einer Ecke kauernd wieder - sie konnte sich durch ein kleines Loch in einem Maschendrahtzaun grade so vor drei schmierigen Plünderern retten, welche zur Zeit unserer Ankunft versuchen sie dort heraus zu locken.

Als die drei Typen uns bemerken geht alles blitzschnell - einer von ihnen zieht eine Pistole und kommt langsam auf uns zu, die anderen beiden erheben ihre Brechstangen und machen ebenfalls langsame und sehr bedächtige Schritte in unsere Richtung. Wir haben zwar ebenfalls eine Pistole inklusive einer Kugel am Start, lassen diese aber vorerst im Holster und erheben stattdessen verängstigt unsere Hände. Grade als der Bandenanführer mit der Pistole so nah an unserem Gesicht ist, dass wir das kalte Metall auf der Haut spüren können, greifen wir zur Machete, führen einen schnellen Kill aus und ziehen unsere Waffe - die beiden anderen Kerle sind eingeschüchtert, lassen ihre Waffen fallen und knien sich zu Boden. Einen kräftigen Schlag auf den Hinterkopf später haben wir unsere Ruhe... und eine neue Gefährtin.

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