Remember Me: Nur ein weiterer Cyberpunk-Blender?

Von Yannick Arnon am 14.02.2013 - 13:13 Uhr

In einer Zeit, in der Spieleverkäufe vermehrt von den jährlich erscheinenden Ablegern populärer Serien dominiert werden, kommt es immer seltener vor, dass ein Publisher den Versuch wagt eine neue Marke zu etablieren. Verständlich, sind doch schließlich die Produktionskosten in den vergangenen Jahren rapide angestiegen und ausbleibender Profit hatte schon für mehr als nur ein Studio die Schließung zur Folge. Nichtsdestotrotz gibt Capcom dem Entwickler Dontnod Entertainment eine Chance und veröffentlicht das Action-Adventure Remember Me für PlayStation 3, XBOX 360 und PC.

Vergissmeinnicht

Ihr habt noch nie etwas von Dontnod Entertainment gehört? Das ist keine große Überraschung, denn bei Remember Me handelt es sich um die erste Veröffentlichung des Pariser Studios. Das Team setzt sich zum Teil aus ehemaligen Mitarbeitern anderer Entwickler zusammen, darunter auch Criterion Games und Quantic Dreams, einen Mangel an Erfahrung in der Branche braucht man also gar nicht erst zu unterstellen. Erstes Material zu ihrem aktuellen Projekt machte bereits zur Zeit der gamescom 2011 unter dem Arbeitstitel "Adrift" im Netz in Form von Artworks und Teasern die Runde. Schon damals gab es erste Konzeptzeichnungen und Ingame-Modelle von der fiktiven Metropole Neo-Paris zu erhaschen, welche als Schauplatz des Abenteuers dient. Wir schreiben das Jahr 2084 und die Bevölkerung steht unter der Fuchtel des Konzerns Memorize, welcher einen Überwachungsstaat aufgebaut hat. Propaganda und Gedankenkontrolle sind neben physischer Gewalt die wichtigsten Werkzeuge, um das Regime an der Macht zu erhalten. Das bekommt auch Protagonistin Nilin zu spüren, mit der wir zu Beginn des Spiels aus der Bastille ausbrechen. Nilin ist darauf spezialisiert die Erinnerungen anderer Personen auszulesen und zu verändern, ironischerweise hat sie selbst jegliche Erinnerungen an ihre Vergangenheit durch die Machenschaften von Memorize verloren. Dass ihr Gesicht auf so ziemlich jedem Fahndungsplakat in Neo-Paris abgedruckt ist, macht die Suche nach der eigenen Identität nicht einfacher. Euer Ziel ist es also Nilins Erinnerungen wiederherzustellen, herauszufinden warum Memorize hinter euch her ist und weshalb euer Gedächtnis gelöscht wurde.

Die Kämpfe steuern sich ähnlich wie in der Arkham-Reihe von den Rocksteady Studios.

Kämpfe mit Style, kämpfe mit Groove

Eure Erinnerungen stellt ihr wieder her, indem ihr PMP-Punkte sammelt. Diese erhaltet ihr von besiegten Gegnern oder bestimmten Schlüsselpersonen in der Story. Einen Großteil des Gameplays machen die Kämpfe aus, in denen ihr euch gegen die Streitkräfte von Memorize, Kopfgeldjäger und sonstige üble Gestalten zur Wehr setzen müsst. Dabei kommt ein Freeflow-Kampfsystem zum Einsatz, dass euch akrobatisch über den Bildschirm schnellen lässt und eine Art Baukasten für Combos bietet. Unterschiedliche Abfolgen der beiden Angriffs-Buttons haben verschiedenen Effekte zur Folge, beispielsweise richten Nilins Attacken mehr Schaden an oder sie gewinnt im Kampf verlorene Gesundheit wieder zurück. Im Combo Lab könnt ihr vorgefertigte Angriffe nach eurem Wunsch speichern, im laufenden Spiel wird am unteren Bildschirmrand eine Anzeige eingeblendet, mit der ihr leichter die gespeicherte Combo ausführt. Das verlangt auch ein klein wenig rhythmisches Gefühl, so werden die Kombinationen schneller verinnerlicht. Neben Martial Arts hat Nilin auch in Sachen Parcours einiges auf dem Kerbholz, denn Nilin bewegt sich bevorzugt mit akrobatischen Sprüngen und Kletter-Partien durch Neo-Paris. Erschwert wird dies gelegentlich durch Hindernisse in der Umgebung, wie Funkensprünge an einer Starkstromleitung oder ein Memorize-Fluggerät, das euch verfolgt und unter Beschuss nimmt. Insgesamt macht euch Dontnod Entertainment diese Abschnitte fast schon zu einfach, weil der nächste Ankerpunkt für euer Fortkommen automatisch auf dem Bildschirm markiert wird. Wirklichen Freiraum habt ihr beim Parcours nicht, vielmehr wirkt es wie ein schnöder Trip von A nach B.

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